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01-02 | 2019

EnergieForum

EnergieForum Persönliches >> Der Aufsichtsrat der RWE AG hat Dr. Markus Krebber (45) für weitere fünf Jahre zum Finanzvorstand der RWE AG bestellt. Krebber ist seit Oktober 2016 Mitglied des Vorstands der RWE. Sein aktueller Vertrag läuft bis Ende September 2019 und wird mit dem heutigen Beschluss bis Oktober 2024 verlängert. i www.rwe.com >> Die Geschäftsführung der G+E Getec Holding GmbH hat sich um einen Chief Operating Officer (COO) verstärkt. Die Position wird ab sofort durch Udo Lackner wahrgenommen, der das bestehende Getec-Führungsteam mit Thomas Wagner (Group- CEO), Heiko Laubheimer (Group-CFO) und Michael Lowak (CEO Segment Immobilienwirtschaft) ergänzt. Der 54-jährige verantwortet künftig alle operativen Tätigkeiten der gesamten Getec-Group. Das umfasst die Felder Bau, Betrieb und Service, Leitstand, die Digitalisierung des Operationsbereichs sowie die Gesamtverantwortung für den Industrieparkbetrieb. i www.getec.de >> Olaf Hermes (48) ist vom Aufsichtsrat der swb zum Vorstand Vertrieb, Personal und IT bestellt worden. Er folgt auf Frank Priewe, der zum 30. Juni 2018 aus dem Vorstand ausgeschieden ist. Es ist angestrebt, dass Hermes seine Aufgaben bei swb spätestens zum 1. Juni 2019 übernimmt. Hermes ist seit 2013 Vorstandsvorsitzender der Regensburger Energie- und Wasserversorgung AG (Rewag). i www.swb.de das Leuchtturmprojekt im Beisein von Baden-Württembergs Wirtschaftsministerin Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut offiziell eingeweiht. Der Strom für den Wasserstoff stammt aus einem benachbarten Wasserkraftwerk am Rhein. Das Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden- Württemberg (ZSW) koordiniert das Vorhaben. Betreiber der kommerziellen Anlage ist der Energieversorger Energiedienst AG. Wirtschaft und Forschung beteiligen sich ebenfalls an diesem Projekt zur Zukunft der Mobilität. Das Land Baden-Württemberg fördert das Vorhaben mit 4,5 Mio. €. i www.zsw-bw.de Energieversorgung Das intelligente Kraftwerk denkt mit Das neue Industriekraftwerk in Grenzach-Wyhlen wird künftig selbst entscheiden, wie viel Energie es zu welchem Zeitpunkt produziert. Das neue Programm „IQ CHP – Das intelligente Kraftwerk“ von E.on macht das möglich. Dazu haben E.on und DSM Nutritional Products, ein weltweit tätiges Unternehmen in den Bereichen Ernährung und Gesundheit, das Kraftwerk Grenzach Wyhlen im Dreiländereck bei Basel modernisiert. In den nächsten Monaten werden die Partner Digitalisierung und Automatisierung Schritt für Schritt umsetzen. Im Kern geht es darum, den Energiebedarf von Kunden mit dem Strommarkt zu koppeln. Das intelligente Kraftwerk wird dafür rund um die Uhr Echtzeitinformationen aus der Produktion verarbeiten und gleicht sie mit dem Strommarkt ab. Je nach Situation legt die Anlage fest, ob es Energie allein für die Produktion einsetzt oder zusätzlich am Strommarkt teilnimmt. Auf der Datenbasis erstellt eine Optimierungssoftware auch gleich eine Prognose für den Fahrplan des nächsten Tages. Zusätzlich wird der Automatisierungsgrad der Anlage deutlich erhöht, was zu einer noch besseren Verfügbarkeit, erhöhter Prozessstabilität und schnelleren Reaktionszeiten führen wird. Das System kann dann zu einer frühzeitigen Störungserkennung und -analyse genutzt werden. Dies kann für eine zustandsorientierte Instandhaltung eingesetzt werden. Das schafft höchstmögliche technische Verfügbarkeit und maximale Energieeffizienz bei reduzierten CO 2 -Emissionen. E.on und DSM haben das dezentrale Kraftwerk in Grenzach-Wyhlen grundlegend modernisiert. Dabei wurde unter anderem eine hochmoderne Gasturbine mit einer elektrischen Leistung von 22 MW, eine Dampfturbine mit 8 MW elektrischer Leistung sowie ein neuer Spitzenlastkessel installiert. i www.eon.com Abfallkraftwerk RZR Herten Energiezentrale III in Betrieb genommen Über 150 Gäste aus Politik, Wirtschaft sowie der Abfallund Energiebranche feierten am Donnerstag, dem 6. Dezember 2018, die Inbetriebnahme der neuen Energiezentrale am Abfallkraftwerk RZR in Herten. Seit Januar 2019 wird von hier aus klimafreundliche Fernwärme für umgerechnet 25 000 Haus - halte in die Fernwärmeschiene Ruhr der Steag fließen. Nachdem die beteiligten Unternehmen, AGR, Hertener Stadtwerke, Steag Fernwärme und Uniper Wärme im Dezember 2016 die Verträge für die Fernwärmelieferung unterzeichnet hatten, konnte die erfolgreiche Realisierung des Großprojekts nun bei einer symbolischen Inbetriebnah- me in Herten gefeiert werden. Die Bauzeit der auf einer Fläche von 20 · 30 m entstandenen Energiezentrale hat inklusive Vorlauf rund zwei Jahre betragen. Für Turbinen, Pumpen, Heizkondensatoren, Dampfumformstationen sowie Leit- und Elektrotechnik und weitere Bauteile wurden zusammen mit dem Gebäude über 20 Mio. € investiert. Damit wird das AGR-Abfallkraftwerk RZR Herten in den kühleren Monaten dazu beitragen, die Menschen in der Region mit Wärme zu ver - sorgen – in den Sommermonaten liefert das Abfallkraftwerk schwerpunktmäßig weiter Strom über seinen exklusiven Energie-Vertragspartner Hertener Stadtwerke. Bei der Fernwärme werden es bis zu 600 GWh/a sein. i www.agr.de Nordex Windparkprojekt in Schweden Die Nordex Group hat zum wiederholten Mal einen Auftrag für die Errichtung eines Windparks mit Großturbinen in Schweden gewonnen. Für den internationalen erneuerbare Energien Kunden BayWa r.e. wird das Unternehmen sechs Turbinen vom Typ N131/3900 für den Park „Slageryd“ liefern. Der Auftrag umfasst zudem einen Premium Service über 15 Jahre mit Verlängerungsoption. Nach Fertigstellung Anfang 2020 geht der 23,4-MW-Windpark an einen vom finnischen Vermögensverwalter Taaleri Energia verwalteten Fonds. i www.nordex-online.com Bild: Nordex 44 BWK Bd. 71 (2019) Nr. 1/2

EnergieForum Sektorenkopplung: Entscheidender Faktor in der Energiewende Mobil mit erneuerbaren Energien Bild: Deutsche Messe Messe 2019 vorstellen. Derweil nimmt, unabhängig von den Aktivitäten in Nordfriesland, der Aufbau eines Wasserstoff-Tankstellennetzes durch das Unternehmen H2 Mobility, hinter dem das Konsortium aus Air Liquide, Daimler, Linde, OMV, Shell und Total steht, weiter an Fahrt auf. Der anvisierte Fahrplan, bis Ende 2019 deutschlandweit hundert Tankstellen errichtet und in Betrieb genommen zu haben, halte man ein, bestätigt Sybille Riepe, Pressesprecherin der H2 Mobility. Auch dieses Unternehmen präsentiert sich als Aussteller auf der Hannover Messe. ENERGIEWENDE | Der Begriff Sektorenkopplung ist in den Chefetagen der Industrie bisher nur unzureichend bekannt. Dabei ist sie im Kontext der Energiewende, weg von den fossilen wie atomaren hin zu den erneu - erbaren und klimaneutralen Energien, derzeit eines der zentralen Themen in der Energiebranche. Aus diesem Grund wird sich auch die Leitmesse „Integrated Energy“ im Rahmen der Hannover Messe 2019 genau diesen energietechnischen Inhalten widmen. Dabei geht es vornehmlich darum, Wege zu finden, um den Strom aus Wind-, Solar-, Wasserkraft und Biogas erfolgreich in die Bereiche Wärme und Mobilität zu transformieren. Wenngleich es vielen Experten angesichts von weniger als 100 000 Elektroautos auf Deutschlands Straßen mit der Verkehrswende nicht schnell genug vorangeht, bewegt sich derzeit doch einiges. Beispielsweise verfolgt GP Joule als eines der aktivsten Pionierunternehmen in der Sektorenkopplung im Kreis Nordfriesland im Norden Deutschlands eines der bemerkenswertesten Modellprojekte. Das Unternehmen errichtet als Inhaber von Solarund Windparks bis Ende des nächsten Jahres fünf Elektrolyseure von je 225 kW Kapazität, die dann mit Strom aus erneuerbaren Energien „grünen“ Wasserstoff herstellen. Dieser beschickt in der ersten Stufe zwei Wasserstofftankstellen in Nordfriesland. Damit rückt die nachhaltige Mobilität dem Bereich der Stromerzeugung aus Windenergie ziemlich nahe – ganz im Sinne der Idee einer Sektorenkopplung. Im Fall des nordfriesischen Modellprojektes namens „eFarm“ dient der beginnende Aufbau einer zukünftigen Wasserstoff-Infrastruktur zunächst einmal zur Versorgung der wichtigsten Buslinie im Kreis zwischen Niebüll südlich der dänischen Grenze bis hin zur Kreisstadt Husum. Auf dieser Strecke kommen ab dem Jahr 2020 zwei Brennstoffzellenbusse zum Einsatz. Der Tankvorgang benötigt nur wenige Minuten und eine Tankfüllung reicht aus, um mit einem Bus etwa 350 km zurückzulegen. Darüber hinaus will GP Joule mit der Wasserstoffinfrastruktur auch dem regionalen Individualverkehr einen Startimpuls geben. Die Resonanz sei positiv, so GP Joule. Wenn die Wasserstofftankstellen in Betrieb genommen werden, würden sich viele Unternehmen aus der Region Brennstoffzellenfahrzeuge anschaffen und den Wasserstoff aus Windstrom vor Ort zu beziehen, heißt es in einer aktuellen Pressemitteilung der GP Joule. „Wenn der Zusammenhang zwischen erneuerbarer Energieerzeugung und -verbrauch hergestellt, die Vielfalt an Nutzen sichtbar wird, an dem viele auch in punkto Wertschöpfung und Wohlstand partizipieren können – dann akzeptieren die Bürger den Wandel zur Energiewende“, ist GP-Joule-Geschäftsführer Ove Petersen von der Strategie überzeugt. „Hierfür wird eFarm eine direkte Bürgerbeteiligung ermöglichen, viele Akteure einbinden und diese fit für die Teilnahme am Sektorenkopplungsmarkt machen.“ Das Unternehmen wird dieses Konzept auf der Hannover Steigende Absatzzahlen bei Elektrofahrzeugen Dabei geht es bei der Sektorenkoppelung im Hinblick auf Mobilität nicht nur um die Nutzung von grünem Wasserstoff. Im Mittelpunkt steht nach wie vor der elektrische Antrieb, auf den sich die Automobilindustrie weltweit einlässt. Wenngleich das einst deklarierte Ziel „eine Million E-Autos bis 2020“ fast in Vergessenheit geraten ist, schnellen die Neuanmeldungen für E-Autos nun doch in die Höhe. Das Wachstum werde dabei nicht linear, sondern einer S-förmigen Innovationskurve folgen, heißt es dazu in einer Analyse. Danach dürfte der Umsatz von Elektrofahrzeugen innerhalb von zehn Jahren von weniger als 10 % auf über 90 % ansteigen. Nachhaltig wird das elektrische Fahrzeug aber letztlich erst durch den grünen Strom, nicht durch die Privilegierung von Parkräumen oder gar, wie in Kalifornien, dem Freihalten von Fahrbahnen (E-Lanes), auf denen nur E-Fahrzeuge fahren dürfen. Erst durch die erneuerbaren Energien wird die Mobilität auch grün – und da wäre man dann wieder beim Begriff Sektorenkopplung, der am Ende dann doch bei den Entscheidern der Automobilindustrie ankommen wird. „Das Wachstum der Elektrofahrzeuge signalisiert echte Fortschritte bei der Reduzierung unserer weltweiten CO 2 -Emissionen. Um die Herausforderungen der Branche zu meistern, muss die Entwicklung von Elektrofahrzeugen und der damit verbundenen Infrastruktur von einer rein politikorientierten zu einer markt orientierten Entwicklung übergehen“, meint unterdessen Ditlev Engel, Vorstand von DNV GL Energy. i www.hannovermesse.de BWK Bd. 71 (2019) Nr. 1/2 45

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