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05 | 2018

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Gastkommentar Kritik am langen Gateway- Zulassungsverfahren wird immer lauter SMART METERING | Der Smart Meter Rollout kommt einfach nicht voran. Die Akteure haben erhebliche Vorleistungen erbracht: Marktprozesse sind beschrieben, Prozesse definiert, Verträge mit Dienstleistern geschlossen. Beim BSI sind 26 zugelassene Gateway-Administratoren gelistet – mit abgeschlossener ISMS- und BSI-Zertifizierung und großen Investitionen in Rechenzentren, Software und Personal. Eigentlich könnte es losgehen. Jedoch hat bisher immer noch kein Gateway-Anbieter ein Zertifikat bekommen. Die Kritik an dem langen Zulassungsverfahren wird immer lauter. Unter der Verzögerung leiden insbesondere die grundzuständigen Messstellenbetreiber (MSB), das heißt Verteilnetzbetreiber und Stadtwerke, die aufgrund gesetzlicher Umsetzungspflichten handeln mussten. Sie meistern derzeit das Messen und Steuern mit „Alternativtechnologien“, also mit Geräten und Gateways ohne BSI-Zu - lassung. Denn Kunden mit PV-Anlagen oder Speichern müssen ja bedient werden. Je länger die Zertifizierung dauert, umso mehr Geräte ohne Zertifizierung werden eingebaut, eine „Parallelwelt“ entsteht. Im Projekt „Messsystem 2020“ des VDE|FNN wurden von Anwendern und Herstellern die Lastenhefte für moderne Messeinrichtungen, Smart Meter Gateways und Steuerboxen erarbeitet – inklusive der zugehörigen Prozesse, der Testfälle für die Gerätekonformitätsprüfung sowie eines Teststufenplans. Die Funktionalitäten der Messsysteme (iMSys) werden derzeit im größten bundesweit aufgesetzten Test erprobt, um Praxistauglichkeit und Interoperabilität zu prüfen. Die Ergebnisse der Labortests und des kleinen Feldtests liegen inzwischen vor. Die Gateways werden nun dringend benötigt, um damit den großen Feldtest und den Rollout zu starten. Für die MSB sind auch Bestandsschutz und Upgrade-Fähigkeit der Gateways der ersten Generation von großer Bedeutung. Bei vorgegebenen Preisobergrenzen ist es wirtschaftlich erforderlich, dass die Gateways auch im Zielmodell verwendet werden können und damit Fehlinvestitionen vermieden werden. Weiterhin müssen die Erkenntnisse des Interimsmodells und die - jenigen der aktuellen Forschungs- und Schaufensterprojekte bei der Gestaltung des Zielmodells berücksichtigt werden. Insbesondere beim verstärkten Einsatz von Flexibilitäten im neuen Marktmodell mithilfe der iMSys kommt dem örtlichen Netzbetreiber beziehungsweise Stadtwerk eine entscheidende Rolle zu. In Kürze werden die ersten standardisierten Steuerboxen beziehungsweise Steuerfunktionalitäten nach FNN-Lastenheft am Markt erhältlich sein, mit denen es möglich sein wird, das sichere Steuern in der Praxis umzusetzen und Flexibilitäten einzusetzen. Die Ankündigung der Bundesnetzagentur Anfang März, zum 1. Januar 2020 mit einem „Zielmodell-1“ zu starten, ist ein nachvollzieh - barer Schritt. Man kann davon ausgehen, dass die MSB Ersatzwertbildung, Plausibilitätsprüfung und sternförmige Kommunikation fach- und sachgerecht umsetzen werden. Um diese Aufgabe vollumfänglich zu erfüllen, muss der MSB ein eigenes Backendsystem (MDM-System) betreiben, dessen Kosten – der Logik des Messstellenbetriebsgesetzes folgend – nicht über die Preis - obergrenzen aufgefangen werden können. Eine weitere Problematik besteht in der freien Wahl des MSB durch den Anschlussnutzer, das heißt, der MSB ist keine stabile Größe im Marktmodell. Nur eine Marktrolle kann als zentrale stabile Datendrehscheibe agieren: der Verteilnetzbetreiber als re gulierter diskriminierungsfreier Dienst - leister. Auch besteht jetzt die historische Gelegenheit, beim Strom- und Gas- Datenmanagement eine Gleichbehandlung herbeizuführen. Die Digitalisierung der Energiewende mit dem Smart Meter Rollout ist ein Mammutprojekt, das nicht das Schicksal anderer deutscher Großprojekte teilen sollte. Dafür ist das Thema für die Energiewirtschaft und die Kunden zu wichtig. Eine zielorientierte Umsetzungskoordination ist jetzt entscheidend. Die Energiewirtschaft benötigt die iMSys als Bausteine der Energiewende und als Chance, die Umsetzung der Digitalisierung mit optimierten Prozessen und kunden - orientierten Anwendungen umzusetzen. Peter Zayer, Geschäftsführer der Voltaris GmbH, Maxdorf. „Die Digitalisierung der Energiewende sollte nicht das Schicksal anderer deutscher Großprojekte teilen.“ Bild: Voltaris BWK Bd. 70 (2018) Nr. 5 3

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