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05 | 2018

Energiewirtschaftliche

Energiewirtschaftliche Gesamtsituation Nordamerika Süd- und Mittelamerika Europa und Eurasia Mittlerer Osten Afrika Asien und Australien Ölreserven insgesamt davon: OECD OPEC Non-OPEC 2 ) Kanada Ölsand Venezuela Ölsand Öl- und Ölsandreserven Ende 1995 Tausend Millionen barrels 126,9 83,7 141,2 663,3 72,0 39,1 1 126,2 149,2 786,6 218,1 41,5 – 1 167,7 Ende 2005 Tausend Millionen barrels 223,6 103,6 139,5 755,5 111,3 40,8 1 374,4 244,0 927,8 324,4 173,6 1 ) R/P ist das Verhältnis, das entsteht, wenn die Ölreserven (R) durch die Ölproduktion (P) geteilt werden; 2 ) ohne die frühere Sowjetunion. – 1 548,0 Ende 2015 Tausend Millionen barrels 227,5 329,0 154,9 803,0 128,2 48,8 1 691,5 244,5 1 210,3 340,0 165,3 222,3 2 079,1 Tausend Millionen barrels 227,5 327,9 161,5 813,5 128,0 48,4 1 706,7 244,0 1 220,5 338,0 165,3 222,3 2 094,3 Ende 2016 Anteil [%] 13,3 19,2 9,5 47,7 7,5 2,8 100,0 14,3 71,5 19,8 – – – R/P-Verhältnis 1 ) 32,3 > 100 24,9 69,9 44,3 16,5 50,6 28,8 84,7 24,0 – – – Tabelle 7 Ölreserven der Welt 1995 bis 2016. ringerte, gegenüber 2015 gab es eine Reduktion um – 0,4 %-Punkte. Dagegen stieg der Anteil der Nicht-OECD-Länder auf 58,4 % an. Innerhalb der OECD-Ländergruppe hat Nordamerika mit 21,0 % weiterhin den größten Anteil, während die EU-Staaten nur mit 12,4 % beteiligt sind. Die höchsten Steigerungsraten ergaben sich wie in den Vorjahren mit + 0,4 %-Punkten in den Regionen Asien und Australien, die mittlerweile mit einem Anteil von 42,0 % am Welt energieverbrauch beteiligt sind. In Afrika wurde + 1,2 % mehr Energie nachgefragt und im Nahen Osten + 2,1 %, die Staaten in Mittel- und Südamerika reduzierten die Energienachfrage um – 1,0 %. Der Anteil dieser drei Regionen am Weltenergieverbrauch beträgt jedoch nur 15,3 %. In den Nachfolgestaaten der ehemaligen Sowjetunion wurde ein Rückgang um – 0,5 % festgestellt, und in der Gesamtregion Europa und Eurasien verringerte sich der Energieverbrauchsanteil um – 0,1 %-Punkte auf einen Anteil von 21,6 %, während es in Nordamerika zu einem Rückgang der Energie - nachfrage um – 0,4 % kam. In der Europäischen Union (EU-28) stieg die Nachfrage um + 0,7 % an. Bei der Energienachfrage der einzelnen Länder in den unterschiedlichen Regionen waren auch 2016 wieder als wesentliche Einflussgrößen die jeweilige Wirtschaftsentwicklung und die Auswirkungen der unterschiedlichen nationalen Energie- und Umweltpolitiken maßgeblich bestimmend. Daneben war das Jahr 2016 durch besondere Effekte geprägt, die sich signifikant auf einzelne Länder und ihre Energienachfrage auswirkten, im wesentlichen Naturkatastrophen und politische Unruhen mit instabilen Verhältnissen. Die verheerenden Auswirkungen der Tsunami-Welle in Japan 2011 wirkte sich immer noch auf die Wirtschaftstätigkeit Japans aus. Dies führte in Japan auch 2016 zu einem Rückgang der Energienachfrage von – 0,4 %. Infolge der verhaltenen Wirtschaftsentwicklung und der Krisensituationen traten in wichtigen industriell hoch entwickelten Ländern ein Verbrauchsrückgang oder eine Stagnation der Energienachfrage auf, wie zum Beispiel in der Schweiz (– 5,5 %), in Venezuela (– 5,5 %), Bulgarien (– 5,2 %), Katar (– 2,3 %), Griechenland (– 2,2 %), Brasilien (– 1,8 %), Frankreich (– 1,7 %), Großbritannien (– 1,7 %) oder Schweden (– 1,7 %). Die weiterhin positive wirtschaftliche Entwicklung in den großen sogenannten Schwellenländern bewirkte dagegen Steigerungen bei der Nachfrage nach Energieträgern. Spitzenreiter waren die Philippinen mit + 11,3 %. Signifikant war 2016 wiederum der Anstieg in China mit + 1,3 % und in Indien mit + 5,4 %. Dadurch erhöhte sich der Anteil Chinas am Weltenergieverbrauch auf mittlerweile 23,0 % und liegt jetzt deutlich vor den USA mit 17,1 %. Beide Länder zusammen haben einen Anteil von 40,1 % am Welt energieverbrauch und damit einen markanten Einfluss auf die internationalen Rohstoff- und Energiemärkte. Indien steht mit 5,5 % bereits an dritter Stelle, gefolgt von den Staaten der Russischen Föderation mit 5,1 %, Japan (3,4 %), Kanada (2,5 %) und Deutschland (2,4 %). Der in vielen Ländern in den arabischen, südamerikanischen und asiatisch-pazifischen Regionen anhaltende Trend einer stabil steigenden Wirtschaftsentwicklung lässt auch für die nähere Zukunft eine höhere Energienachfrage in diesen Staaten als sehr wahrscheinlich erscheinen. Bei der Nachfrage nach den einzelnen Energieträgern ergaben sich 2016 gegenüber dem Jahr 2015 folgende Veränderungen (die prozentualen Veränderungen beziehen sich auf den Vorjahresverbrauch): > Der Mineralölverbrauch stieg um + 3,8 %, > der Erdgasverbrauch wuchs um + 4,3 %, > der Kohleverbrauch verringerte sich um – 4,0 %, > die Energiegewinnung aus Wasserkraft legte um + 3,5 % zu, > das Energieangebot aus Kernenergie stieg um + 3,0 % und > die Nutzung sonstiger regenerativer Energien wuchs um + 32,2 %. Durch diese Veränderungsraten traten kaum Verschiebungen bei den Anteilen der Energieträger am Gesamtverbrauch 2015 auf (Bild 5): > Der Mineralölanteil verharrte bei 33,3 %, > der Erdgasanteil betrug 24,1 %, > der Anteil der Kohlen reduzierte sich auf 28,1 %, > der Kernenergieanteil blieb bei 4,5 % annähernd gleich, > der Anteil der Wasserkraft stieg leicht auf 6,9 % und > der Anteil der sonstigen erneuerbaren Energieträger deckte 3,2 % weltweit. Im Zusammenhang mit der weltweiten Diskussion über die Problematik des Klimawandels und den zu ergreifenden Maßnahmen fällt auf, dass der Anteil der kohlenstoffhaltigen Energieträger mit 85,5 % nahezu stagniert und weiterhin den dominanten Anteil am Energieverbrauch darstellt. Dabei hat sich auch noch der Anteil der Kohlen in den letzten Jahren mit Schwerpunkt in den Schwellenländern immer weiter vergrößert. 2000 betrug er noch 25,3 % und ist bis 2016 auf 28,1 % gestiegen, mit zuletzt wieder fallender Tendenz. 32 BWK Bd. 70 (2018) Nr. 5

Energiewirtschaftliche Gesamtsituation BWK Bd. 70 (2018) Nr. 5 Bild 5 Primärenergieverbrauch der Welt nach Energieträgern. [Mio. t OE/a] 14 000 13 000 12 000 11 000 10 000 9 000 8 000 7 000 6 000 5 000 4 000 3 000 2 000 1 000 0 Kohle Naturgase Mineralöle Wasserkraft Sonst. Erneuerbare Kernenergie Diese Entwicklung wird sich voraussichtlich weiter fortsetzen, da in vielen Schwellenländern (verstärkt in Asien), aber auch in Industrieländern, erhebliche Kapazitäten neuer fossiler Kraftwerke gebaut und geplant werden, trotz der bei der COP 23 vereinbarten Allianz für den Ausstieg aus der Kohle. Einen Hinweis zur zukünftigen Versorgungssituation und der Vergangenheitsentwicklung hinsichtlich der weltweiten Reserven des Schlüsselenergieträgers Rohöl gibt Tabelle 7 mit dem Stand der Ölreserven Ende des Jahres 2016 im Vergleich zu den Jahren 2015, 2005 und 1995 wieder. Erfasst sind bei diesen Daten laut Definition nur diejenigen Ölvorkommen, die gesichert bekannt sind und mit den heutigen Mitteln technisch und ökonomisch gefördert werden können. Bei der Bewertung dieser Daten ist zu beachten, dass sich technische und ökonomische Veränderungen (zum Beispiel neue Fördertechniken, Rohölpreise) mit entsprechender Verzögerung auf die Datenbasis auswirken. Zum Beispiel führt eine Erhöhung (beziehungsweise ein Fall) des sehr volatilen Ölpreises tendenziell zu einer Steigerung (beziehungsweise Senkung) der sicher gewinnbaren Reserven, da bisher nicht ökonomisch erschließbare Reserven neu (beziehungsweise nicht mehr) berücksichtigt werden können. Die veröffentlichten Daten zeigen, dass die Situation bei den Ölreserven mit insgesamt 1 707 Mrd. bbl Ende 2016 bei einem leichten Zuwachs gegenüber 2015 fast gleichgeblieben ist. Innerhalb dieser kurzfristigen Betrachtung ergaben sich auch bei der regionalen Verteilung keine gravierenden Unterschiede. Wenn man die in der Tabelle 7 erkennbaren langfristigen Trends betrachtet, wird jedoch klar, dass sich die Vorratssituation in Nordamerika, Afrika, Mittel- und Südamerika und Europa in den vergangenen Jahren verbessert hat, während sie in Asien und Australien ungefähr gleichgeblieben ist. Bei der Bewertung dieser Daten muss allerdings berücksichtigt werden, dass die absoluten Mengen in diesen Regionen im Vergleich zu den gesamten Ölreserven relativ gering sind. Die Bedeutung des Mittleren Ostens, der seine nutzbare Vorratsbasis trotz steigender Ausbeutung in den letzten 20 Jahren um + 22,6 % steigern konnte, zeigt sein Anteil von 47,7 % an den sicher gewinnbaren Reserven. In den Ländern Bahrain, Venezuela, Brasilien, Kanada, GUS und in Afrika konnten infolge verstärkter Prospektionsbemühungen in den letzten zehn Jahren nennenswerte neue Vorkommen identifiziert werden. Die Vormachtstellung der Opec auf dem Rohölmarkt wird dokumentiert durch den momentanen Anteil von 71,5 % bei den bekannten Ölreserven, während die OECD-Länder nur auf 14,3 % der Vorräte (ohne Ölsande) zurückgreifen können. Der R/P-Wert (Reichweite der gesichert gewinnbaren Reserven bei gleichbleibender Rohölproduktion) ist beim Rohöl Ende 29. Mai: Köln Köln Marrio Hotel Johannisstrasse 76-80 50668 Köln Jahr 2016 mit 50,6 Jahren signifikant größer als in den 1990er-Jahren und zu Beginn dieses Jahrtausends. Die vergleichbaren R/P-Daten für Erdgas ergeben für das Jahr 2016 einen Wert von 52,5 Jahren und für Kohle von 153,3 Jahren. Ergänzend erfasst sind in Tabelle 7 die zusätzlichen Vorräte der kanadischen und venezolanischen Ölsände, die die traditionellen Ölreserven um 22,7 % auf 2 094 Mrd. bbl vergrößern. Wir kommen zu Ihnen in Ihre Region! Wir werden in diesem Jahr dreimal bei Ihnen vor Ort sein und uns sowie unsere Produkte vorstellen. Bi e merken Sie sich folgende Termine und Orte vor: 30. Mai: Leipzig The Wes n Leipzig Gerberstraße 15 04105 Leipzig 7. Juni: Salzburg Wyndham Grand Salzburg Conference Centre / Fanny-von-Lehnert-Straße 7 5020 Salzburg 00 00 Die Roadshows finden jeweils in der Zeit von 10 bis 15 sta . Die Teilnahme ist kostenlos! Aus organisatorischen Gründen bi en wir jedoch um vorherige Anmeldung. Es erwarten Sie kompetente Ansprechpartner und interessante Vorträge sowie Workshops zu tragbarer und sta onärer Prü echnik und zu Transformator-Überwachungssystemen! Kontakt EMH Energie-Messtechnik GmbH Vor dem Hassel 2 21438 Brackel Tel. +49-4185-58 57 0 / Fax +49-4185-58 57 68 E-Mail: training@emh.de

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