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05 | 2019

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IT & Management

IT & Management Dienstleister stellt Stadtwerken vor Ort Konnektivität zur Verfügung Deutschlandweites LoRaWAN-Netz im Visier IOT-NETZE | Die Minol Zenner Connect GmbH bietet Stadtwerken und Industriebetrieben Unterstützung beim Long-Range-Wide-Area- Network (LoRaWAN)-Aufbau an. Das neue Unternehmen hat sich ein ambitioniertes Ziel gesteckt: Lokale Infrastrukturen sollen deutschlandweit zu einem möglichst flächendeckenden Funknetz verknüpft werden. Wer ehrgeizige Pläne verfolgt, erregt zwangsläufig Aufsehen. Kein Wunder also, dass die Minol Zenner Connect GmbH (MZ Connect) auf der jüngsten E-world im Mittelpunkt vieler Gespräche stand. Dabei war das Tochterunternehmen der Zenner International GmbH & Co. erst wenige Tage vorher aus der Taufe gehoben worden. Die in Leinfelden-Echterdingen ansässige neue Firma plant Großes: den Aufbau und Betrieb eines flächendecken Funknetzes auf Basis der LoRaWAN-Funktechnologie. Damit können Stadtwerke und Kommunen auf vorteilhafte Art und Weise vielfältige Prozesse in der Gebäudewirtschaft, in der Stadt und der Kommunalwirtschaft und darüber hinaus digitalisieren. Lückenlos die gesamte IoT-Prozesskette abgedeckt Für Zenner markierte der Messeauftritt des jüngsten Tochterunternehmens das Erreichen eines weiteren Meilensteins der eigenen Agenda. Zenner deckt nun lückenlos die Prozesskette für Anwendungen im Bereich „Internet of Things“ (IoT)- basierter Prozesse ab. Die Saarbrücker Dr.-Ing. Hartmut Ritter, Geschäftsführer der Minol Zenner Connect GmbH: „Im Gegensatz zum Mobilfunk kommen bei LoRaWAN keine SIM-Karten zum Einsatz. Dadurch ist ein Wechsel zwischen LoRaWAN-Netzen einfach möglich.“ können als Full Service Provider nicht nur bei Planung, Bau und Betrieb von LoRa- WAN-Netzen umfassend unterstützen, sondern sie stellen auch sämtliche Hardware, Backend-Systeme und zahlreiche Applikationen aus eigener Entwicklung zur Verfügung. MZ Connect-Geschäftsführer Marcus Kirchdörfer registrierte auf der Messe und in zahlreichen weiteren Gesprächen denn auch ein „sehr positives Feedback“. Zu den wesentlichen Erkenntnissen zähle, dass große Stadtwerke den Aufbau und Betrieb von LoRaWAN-Netzen tendenziell eher in Eigenregie bewerkstelligen möchten. Beim Gros der kleinen und mittelgroßen Versorger, die nicht über die nötigen eigenen Ressourcen verfügen oder bewusst einen partnerschaftlichen Weg anstreben, sei das Interesse am MZ Connect-Angebot besonders lebhaft. Niedrige Einstiegsbarrieren durch flexible Kooperationsmodelle Auch wenn mittlerweile zahlreiche Stadtwerke und Energieversorger teils umfangreiche LoRaWAN-Vorhaben gestartet haben – allein Zenner betreut in ganz Deutschland rund 80 operative IoT- Projekte – sei an vielen Stellen noch Überzeugungsarbeit zu leisten. „Wir versuchen, die IoT-Einstiegsbarriere für Kunden so niedrig wie möglich zu halten und sind für viele Formen der Zusammenarbeit offen“, so Kirchdörfer. „Wir unterstützen Unternehmen, denen es ausschließlich um die Nutzung von IoT- Konnektivität geht, ebenso wie solche, die LoRaWAN-Endgeräte und -Gateways selbst erwerben, einbauen und warten wollen. In diesem Fall fokussieren wir uns auf alle Systeme und Prozesse im Hintergrund: also den Betrieb der Backend-Systeme und das gesamte Datenmanagement, vom Gateway-Management bis zur IoT-Anwendung.“ MZ Connect will mit Flexibilität und partnerschaftlichem Miteinander punkten – und mit der Aussicht für die Versorger, beim Zukunftsthema IoT selbst die Kontrolle zu behalten. „Gerade im Stadtwerkeumfeld ist es so, dass die Unternehmen den Betrieb der Endgeräte in der eigenen Hand behalten wollen“, weiß Bild: Scanrail – stock.adobe.com 20 BWK Bd. 71 (2019) Nr. 5

IT & Management „Konnektivität dort, wo sie benötigt wird“ Herr Kirchdörfer, ist das Thema Aufbau von LoRaWAN-Netzen und IoT-Applikationen bei den Versorgungsunternehmen schon angekommen? Die Wissensbasis bei den Versorgern ist sehr unterschiedlich. Größere Stadtwerke, die eine eigene IT-Abteilung haben und gegebenenfalls einen Betriebsfunk unterhalten, sind schon voll im Bilde. Diese stellen uns in Gesprächen sehr konkrete Fragen zu technischen und organisatorischen Details. Wir erleben aber auch Stadtwerke, die noch ganz am Anfang der Lernkurve stehen und zunächst mal ihre Wissensbasis stärken wollen. Kirchdörfer aus zahlreichen Gesprächen. „Wir ermöglichen es den Kunden, sich auf die für IoT wichtigen Endgeräte zu konzentrieren, und nehmen ihnen den Betrieb der LoRaWAN-Gateways und das Erfüllen regulatorischer Anforderungen ab.“ Zum Beispiel gegenüber der Bundesnetzagentur. Auch wenn LoRaWAN noch eine Nischenanwendung ist, rückt der Betrieb der Netze ins Blickfeld der Bundesnetzagentur. Das heißt, es gibt eine Meldepflicht, es sind gewisse Sicherheitskriterien zu erfüllen, und es ist eine saubere Trennung von Verkehrs- und Personendaten zu gewährleisten. Darüber hinaus besteht Auskunftspflicht, wenn beispielsweise Bundeskriminalamt oder Staatsanwaltschaft im Falle einer Straftataufklärung Dateneinsicht verlangen. Diese Pflichten bestehen allerdings nur, sofern externe Anwendungen auf dem stadtwerkseigenen LoRaWAN-Netz laufen – egal ob entgeltlich oder unentgeltlich, klärt Kirchdörfer auf. „Wenn ein Stadtwerk beispielsweise nur die eigenen Zähler abliest und nichts anderes mit diesem Netz macht, handelt es sich meist um eine interne Anwendung, die nicht unter die Regulationsbestimmungen fällt. Werden damit allerdings für das Rathaus beispielsweise die Feuerwehrzufahrten überwacht, greifen die regulatorischen Regeln.“ Wie sieht es bei Industriebetrieben aus? Hier sind viele Unternehmen schon weiter. In der Immobilienbranche haben wir bereits ein erstes LoRaWAN-Netzprojekt realisiert. Der Start weiterer Piloten unter anderem im Einzelhandel steht unmittelbar bevor. Wie erklärt sich das höhere Tempo? Industrieunternehmen haben in der Regel kein Interesse, sich mit Kommunikationsinfra - strukturen und deren Betrieb zu befassen. Sie möchten, dass wir Konnektivität zur Verfügung stellen, damit bestimmte Prozesse, die bisher nicht optimal ablaufen, rasch digitalisiert, automatisiert und damit optimiert werden können. Welche konkreten Anwendungen stehen im Mittelpunkt? Bei den Anwendungen konzentriert sich das Interesse gegenwärtig vor allem auf das Fern - auslesen von Energiezählern, konkret Mehrspartenauslesung und Submetering. Das gilt übrigens über alle Branchen hinweg. Sie haben sich den Aufbau eines flächendeckenden LoRaWAN-Netzes in Deutschland zum Ziel gesetzt. Wie eng wird es geknüpft sein? Flächendeckend bedeutet nicht, dass es bis in den letzten Winkel Realität wird. Das wäre in Deutschland mit seiner Topologie und verteilten Siedlungsstruktur schwierig und wenig sinnvoll. Wir bringen Konnektivität dorthin, wo sie benötigt wird. Unser Rollout-Plan bewegt sich deshalb entlang den Standorten unserer Zielgruppe, sprich Stadtwerke, Immobilienwirtschaft und Industriesektor. Herr Kirchdörfer, vielen Dank für das Gespräch. Marcus Kirchdörfer, Geschäftsführer der Minol Zenner Connect GmbH. Bilder (3): Zenner Lokale LoRaWAN-Netze durch Roaming verknüpfen Für einen deutschlandweiten Netzbetrieb müssen die lokalen IoT-Infrastrukturen per Roaming verknüpft werden. Doch wie funktioniert dies bei LoRa- WAN? Und für welche Anwender ist das interessant? „Im Gegensatz zum Mobilfunk kommen bei LoRaWAN keine SIM- Karten zum Einsatz“, erläutert Dr.-Ing. Hartmut Ritter, Kollege von Kirchdörfer in der MZ Connect-Geschäftsführung. „Dadurch ist ein Wechsel zwischen LoRaWAN-Netzen einfach möglich. Es reicht, dass die Netzanbieter im Backend Datenweiterleitung vereinbaren – wobei die Verschlüsselung der Daten selbstverständlich erhalten bleibt.“ LoRaWAN-Roaming sei zum Beispiel für Industrieunternehmen interessant, die den Standort beweglicher Güter wie Fahrzeuge oder Baumaschinen verfolgen wollen. In Südwestdeutschland, wo MZ Connect für die Minol Messtechnik W. Lehmann GmbH & Co. KG zahlreiche LoRaWAN-Gateways betreibt und damit vielerorts schon heute durchgängig Netzabdeckung bereitstellt, ist das sogar ohne Roaming möglich. Deutschlandweit wäre ein solcher Service aber nur durch einen Schulterschluss der verschiedenen LoRaWAN-Netzbetreiber möglich, die ihre Infrastrukturen verbinden. Ein anderes Szenario für Roaming entsteht beispielsweise, wenn MZ Connect bereits ein LoRaWAN-Netz für einen Kunden (etwa aus der Wohnungswirtschaft) betreibt, und das örtliche Stadtwerk parallel ein eigenes LoRaWAN-Netz aufbaut. „In dieser Situation wäre es ressourcentechnisch nicht klug, Infrastrukturen doppelt zu errichten“, erläutert Kirchdörfer. „Von einem Roaming- Agreement profitieren beide Seiten. Wir erreichen so auch Bereiche, in denen wir wegen mangelnder Kundendichte keine eigenen LoRaWAN-Gateways aufstellen würden. Das Stadtwerk andererseits braucht in den von uns mit LoRa- WAN-Antennen ausgestatteten Liegenschaften keine eigene Hardware zu verbauen, um zum Beispiel Energiezähler fernauslesen zu können. Durch Roaming lassen sich die Ziele beider Unternehmen also intelligenter und kostengünstiger realisieren.“ i www.mz-connect.com BWK Bd. 71 (2019) Nr. 5 21

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