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05 | 2019

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Special Smart Energy

Special Smart Energy ZMP-Kongress vor dem Start des Rollouts intelligenter Messsysteme „Tschüss Labor, hallo Welt“ ZMP | Vom 14. bis 16. Mai werden beim Fachkongress „Zählen – Messen – Prüfen“ (ZMP) des Forums Netztechnik/Netzbetrieb im VDE wieder mehr als 1 000 Experten über intelligente Messsysteme und ihre Rolle bei der Digitalisierung der Energiewende diskutieren. Die im Zwei-Jahres-Turnus in Leipzig ausgetragene Veranstaltung bezieht ihre besondere Spannung 2019 aus der Koinzidenz, dass der Rollout intelligenter Messsysteme (iMSys) voraussichtlich im Sommer dieses Jahres starten kann und Praxisthemen im Fokus stehen. Mit dem Kongressmotto „Tschüss Labor, hallo Welt“ haben die Macher der Veranstaltung die aktuelle Situation auf eine treffende Formel gebracht. Die gesetzlichen Grundlagen zum Rollout intelligenter Messsysteme sind gelegt. Standards, Geräte und IT-Lösungen stehen bereit, die verbleibenden Hürden muten überschaubar an. Der politische Wille ist klar: Intelligente Messsysteme sollen eine der Lösungen werden, um die Flexibilisierung und Steuerung in der künftigen Energiewelt zu ermöglichen. Der Stromverbrauch wird bald digital gemessen – mit ganz neuen Nutzenoptionen für Energieversorger und Endkunden. Die digitale Schnittstelle zu den Letztverbrauchern bringt auch neue Player auf den Markt des Zähl- und Messwesens. Stichworte hier sind beispielsweise Elektromobilität und Smart-Home-Anwendungen. Für Standortbestimmung und Kontaktpflege ein idealer Ort Kurzum: Die entscheidende Phase der Markteinführung intelligenter Messsysteme hat begonnen. Messstellenbetreiber müssen demnächst Investitionsentscheidungen treffen, Technikanbieter und Dienstleister sich in Erinnerung bringen. In dieser Situation bietet der ZMP-Kongress (www.z-m-p.de) mit seinem umfangreichen Vortragsprogramm, aber auch durch großzügige Möglichkeiten zum persönlichen Austausch (am Eröffnungsabend und im Ausstellungsbereich) für die Teilnehmer ideale Bedingungen für ZMP 2017: Blick in die zum Kongresssaal umfunktionierte Messehalle. 2019 werden wieder mehr als tausend Teilnehmer erwartet. Informationstransfer, Standortbestimmung und Kontaktpflege. Welche Bedeutung hat der ZMP-Kongress für aktive Marktteilnehmer, und mit welchen Erwartungen reisen sie nach Leipzig? BWK bat einige Teilnehmer um Stellungnahme. „Die ZMP ist für uns eine der Leitmessen zum Thema Smart Energy und ein wichtiger Marktplatz, um mit unseren Leistungen zu Smart Metering, Smart City und IoT-Lösungen präsent zu sein.“ Ingo Schöbe, Leiter Smart Utilities, Gisa GmbH „Gemäß dem Kongressmotto schätzen wir den Branchendialog und möchten den Rollout in Deutschland im Schulterschluss mit unseren Kunden zum Erfolg führen. Dafür braucht es Mut und Entschlossenheit. Wir verstehen uns nicht nur als Technologieanbieter, sondern als Treiber der Digitalisierung in der Energiewirtschaft.“ Dr. Bardia Rostami, Head of Sales Deutschland, Energy Solutions, Landis+Gyr GmbH „Wir fahren mit der Erwartung zur ZMP, uns mit unseren Kunden und Partnern intensiv über die Herausforderungen des bevorstehenden Rollouts intelligenter Messsysteme und der Energiewende in Bezug auf Messen, Abrechnen, Steuern usw. austauschen zu können.“ Ruwen Konzelmann, Head of Business Unit Smart Energy, Theben GmbH „Die ZMP ist die erste große Veranstaltung nach der E-world. Sie geht mehr ins Detail und fokussiert praktische Themen der Energiewirtschaft. Für uns ist der Kongress ein zentrales Forum, um uns mit allen Beteiligten der Branche über aktuelle Marktentwicklungen auszutauschen, neue Kontakte zu knüpfen und uns als Anbieter in bestehenden Geschäftsfeldern, aber auch im Umfeld von Digitalisierung und Smart-City-Services zu präsentieren.“ Thomas Hemmer, Geschäftsführer, co.met GmbH „Es ist jetzt der ideale Zeitpunkt, sich auf den Rollout vorzubereiten. Denn es geht ja nicht nur um die Gateways: Zunächst müssen die GWA-Prozesse sauber implementiert und vor allem integriert werden. Und Mehrwertmodelle für CLS-Management, Mehrsparten- oder Sub-Metering bieten Chancen, die sich die Unternehmen jetzt schon erschließen können.“ Dr. Michał Sobótka, Geschäftsführer GWAdriga GmbH & Co. KG Bild: VDE/FNN 6 BWK Bd. 71 (2019) Nr. 5

Smart Energy Special Bild: geralt / pixabay.com Was Marktteilnehmer bei der Umstellung ihrer IT-Systeme beachten müssen Gravierende Änderungen durch die MaKo 2020 MARKTKOMMUNIKATION | Mit dem Gesetz zur Digitalisierung der Energiewende, dem Messstellen betriebsgesetz und dem neuen erweiterten Rollenmodell zur Marktkommunikation 2020 (MaKo 2020) kommen erhebliche Än derungen auf alle Teilnehmer im deutschen Energiemarkt zu. Start des neuen Zielmodells ist bereits der 1. Dezember 2019. Die MaKo 2020 bringt eine nicht zu unterschätzende Vielzahl an neuen Prozessen, Datenformaten und Aufgaben – nicht nur für Messstellenbetreiber (MSB), sondern auch für Verteilnetzbetreiber (VNB), Lieferanten und Übertragungsnetzbetreiber (ÜNB). Bis zum 1. Dezember 2019 müssen alle IT-Systeme die neuen Regeln beherrschen, damit die EVU weiterhin am Markt agieren können. Das will gründlich geplant und effizient umgesetzt sein. Änderungen für VNB und ÜNB sowie Lieferanten Die Marktrolle VNB erfährt zunächst mit der MaBiS 3.0 (auch ab 1. Dezember 2019) für die Strom-Bilanzierung eine erhebliche Erweiterung zur Einbeziehung und Synchronisation des ÜNB auf Basis analoger Grundmechanismen der bisherigen MaBiS. Der ÜNB übernimmt die Bilanzierung der intelligenten Messsysteme und Einspeiseanlagen. Durch diese Aufteilung wird ein Clearing-Mechanismus zwischen ÜNB und VNB notwendig, um die Qualität der Gesamtbilanzierung auf VNB-Gebietsebene abzusichern. Neben unterstützenden Anpassungen in der MPES und der GPKE bedeutet die WiM Strom eine entscheidende Systematik- Änderung für den VNB: Weil er nun die Verantwortung für Messdatenaufbereitung und -versand in der Sparte Strom an den MSB abgibt, sind zusätzliche Datenaustauschprozesse zwischen VNB und MSB erforderlich. Die ÜNB werden als zusätzliche Rolle in die Marktkommunikation miteinbezogen, was umfangreiche Datenweitergabe- Prozesse mit den VNB, Bilanzkreiskoordinatoren und -verantwortlichen sowie Lieferanten erfordert. Für Lieferanten ergeben sich konsequente Prozessergänzungen/-anpassungen, damit sie weiterhin alle für ihr Geschäft benötigten Informationen erhalten und neue Möglichkeiten nutzen können (zum Beispiel für die Bilanzkreisabrechnung oder die Rechnungsabwicklung des Messstellenbetriebs für den MSB). Insgesamt folgen Mehraufwände für alle Marktrollen und Änderungen nicht nur in den Kommunikationsprozessen, sondern auch in Datenstrukturen beziehungsweise Zeitreihen, Clearing-Listen, Versionierung und vielen weiteren Bereichen. Änderungen für MSB: Trennung vom VNB und Startpunkt der Sternkommunikation Der MSB als eigenständige Marktrolle wird massiv gestärkt. Ihm kommt eine zentrale Rolle zu. Er ist zukünftig unter anderem für Datenempfang, -aufbereitung und -weiterleitung an die Marktteilnehmer aus seinem Back-End-System heraus zuständig. Insbesondere übernimmt er die Funktion der Datendrehscheibe vom VNB und muss den sternförmigen Datenversand für alle Messwerte aufbauen. Er verantwortet die Datenqualität am Markt, muss alle Messwerte plausibilisieren und gegebenenfalls Ersatzwerte bilden. Die sternförmige Kommunikation startet also im MSB-System und nicht, wie ursprünglich geplant, direkt im Gateway. Die Weitergabe der aufbereiteten Werte muss mit Bezug auf ihre Marktlokation (MaLo) und bei Bündelentnahmen unter Verrechnung der Messlokationen (MeLo) erfolgen. Das erfordert die Entgegennahme von Berechnungsformeln des VNB für komplexe Messungen zur Bildung der MaLo. Die neuen Datenaufbereitungs- und -versandaufgaben betreffen alle Messstellen, also neben den intelligenten Mess - systemen (iMSys) auch die für konventionelle Zähler (SLP, RLM). Möglichkeiten für die neue Systemlandschaft des MSB Das Back-End-System des MSB wird zur zentralen Messdatendrehscheibe, deren Dimensionierung und strategische Ausrichtung entsprechend zu gestalten ist BWK Bd. 71 (2019) Nr. 5 7

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