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06 | 2019

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Kraft-Wärme-Kopplung

Kraft-Wärme-Kopplung werke verursachen nur etwa die Hälfte der Emissionen eines Kohlekraftwerks. Die Hälfte des Weges hin zu einer CO 2 -freien Anlage ist also geschafft. Die andere Hälfte kann langfristig mit Hilfe synthetischer Kraftstoffe geleistet werden. Vor dem Hintergrund eines langfristig klimaneutralen Betriebs wird die Investition in die Umrüstung von Kraftwerken nachhaltig. Bislang fehlen aber die regulatorischen Rahmenbedingungen, die nötig wären, um Investitionen in diese Langfristperspektive auszulösen. Ich glaube, wir stehen hier an einem Wendepunkt. Was muss geschehen? Zum einen brauchen wir eine Verlängerung der KWK-Fördermittel über das Jahr 2025 hinaus, denn neue Kapazitäten werden auch danach noch benötigt. Bisher erfolgen überwiegend Ersatzinvestitionen, bei denen ein älteres Kraftwerk stillgelegt wird, aber der Wärmebedarf weiter gedeckt werden muss. Was wir perspektivisch brauchen, sind aber zusätzliche, proaktive Investitionen, um die Versorgungs - sicherheit nach dem Kohleausstieg zu gewährleisten. Das wird erst passieren, wenn die Herstellung klimaneutraler, synthetischer Kraftstoffe, also Power-to-X, eine wirtschaftliche Perspektive hat. Wir müssen Power-to-X von den regulatorischen Ketten befreien, denn wir brauchen diese Technologie für die Energiewende. Die Jugendprotestbewegung „Fridays for Future“ nennt Erdgas im gleichen Atemzug wie Kohle. Hat die Gaskraft nicht auch ein Image-Problem? Nehmen wir die Menschen genug mit? Ein wichtiger Punkt. Letztlich muss die Öffentlichkeit den Energiewandel unterstützen, und deshalb muss man transparent und informativ vorgehen. Hier haben wir sicherlich noch Aufklärungsarbeit zu leisten. Es wäre ein gefährliches Missverständnis, wenn die Illusion entstünde, dass sich nach Kernenergie und Kohle auch ein Gasausstieg schnell realisieren ließe. Zur Sicherstellung einer sicheren und effizienten Energieversorgung brauchen wir regelbare, flexible Gaskraftwerke noch auf sehr lange Zeit – sowohl für die Strom- als auch für die Wärmeerzeugung. Im Gegensatz zur Situation bei Kohlekraftwerken gibt es aber die Möglichkeit, diese Gaskraftwerke völlig emissionsfrei mit erneuerbarem Gas zu betreiben. Diese Botschaft müssen wir vermitteln und vor allem den Weg dahin über die nächsten 20 Jahre aufzeigen. Das ist zum einen ein politischer Auftrag, aber es ist auch ein Auftrag für unsere Branche. Wir müssen erklären, warum Erdgas als Brückentechnologie wichtig ist Herr Zelinger, vielen Dank für das Gespräch. Diese Vision kann aber erst Realität werden, wenn klimaneutrale Kraftstoffe leicht verfügbar sind: „Deutschland ist weltweit führend bei der Power-to-X (PtX)-Technologie, ein Verfahren mit dem erneuerbare Energien in synthetische Kraftstoffe umgewandelt werden. Ich glaube, dass diese Technologie für zukünftige Energielösungen gesellschaftspolitisch erforderlich ist. Aber im Moment belasten wir sie mit Abgaben und verhindern die Wirtschaftlichkeit von Investitionen. Unser Energiesystem ist vielfältig, deshalb benötigen wir intelligente Lösungen und einen politischen Rahmen, der die Forschung und die Umsetzung der vielversprechendsten Ergebnisse fördert“. MAN treibt mit KWK den Kohleausstieg voran Auch für MAN Energy Solutions ist der Ersatz von Kohlekraftwerken durch moderne KWK-Anlagen ein Zukunftsgeschäft. Im April wurde der Lösungsanbieter von der Stadtwerke Frankfurt (Oder) GmbH mit der Planung und Lieferung eines neuen Kraftwerks zur Kraft-Wärme-Kopplung beauftragt. Die Anlage wird von fünf MAN-20V35/44G-Gasmotoren betrieben werden, die neben 51 MW elektrischer Energie auch 50 MW Fernwärme bereitstellen. Zusätzlich installiert MAN einen Heiß- Das Heizkraftwerk Gaisburg. wasserkessel mit einer Kapazität von 20 MW, der die thermische Gesamtkapazität der Anlage auf 70 MW erhöht. Die Inbetriebnahme ist in der Heizperiode 2021/22 geplant. Auch hier profitieren nicht nur rund 50 000 Haushalte und gewerbliche Kunden von der gesicherten Versorgung mit Strom oder Wärme, sondern auch das Klima: Bis zu 35 000 t CO 2 pro Jahr wird die Gasmotorenanlage einsparen. Hajo Hoops, Senior Sales Manager bei der MAN Energy Solutions SE, Augsburg: „Aufgrund ihrer hohen Brennstoffausnutzung sind Kraft-Wärme gekoppelte Gasmotorenkraftwerke die effizienteste Lösung für eine sichere, umweltschonende und wirtschaftliche Versorgung mit Elektrizität und Wärme.“ i www.man-es.com Bilder (2): MAN ES 14 BWK Bd. 71 (2019) Nr. 6

Aktuell Basiszähler Bereit für den Rollout Die devolo AG in Aachen hat für ihren 3. HZ-Basiszähler die Zulassung für den deutschen Markt und die MID-Zertifizierung erhalten. Damit kann das Gerät sowohl als moderne Messeinrichtung als auch als Basiszähler im intelligenten Messsystem eingesetzt werden. Mit der optional verfügbaren Grid-Funktionalität bietet der Devolo-Zähler netzdienliche Zusatzleitungen. Erfasst werden insgesamt zwölf verschiedene Parameter, darunter Spannungs- und Stromwerte, Phasenwinkel sowie daraus ableitbare Werte, die zur Ermittlung des Netzzustandes ver- Blockchain Speichervernetzung erfolgreich erprobt Über eine Blockchain vernetzte und in das Energieversorgungssystem eingebundene dezentrale Heimbatteriespeicher können das Stromnetz stabilisieren. Dies hat das Pilotprojekt des Übertragungsnetzbetreibers TenneT und des Speicherspezialisten Sonnen GmbH nachgewiesen. „Die Ergebnisse sind so vielverspre- wendet werden können. Die Datenkommunikation wird über die Wide Area Network (WAN)-Schnittstelle des Smart Meter Gateways sichergestellt. Auch als moderne Messeinrichtung bringt der 3. HZ-Basiszähler von Haus aus einen Mehrwert mit: die Doppeltarif- Funktion. Somit kann der Energieversorger seinen Kunden Doppeltarife anbieten, ohne dafür ein intelligentes Messsystem installieren zu müssen. Liegt beim Endkunden (noch) keine Verpflichtung zum Einbau eines intelligenten Messsystems vor, kann der Messstellenbetreiber auf den Devolo- Basiszähler mit der Doppel - tarif-Funktion zurückgreifen. i www.devolo.de chend, dass wir dies nun in weiteren Blockchain-Projekten tiefer untersuchen wollen“, kündigte Manon van Beek, CEO von Tennet, an. Sie sieht großes Potenzial in der Nutzung von Batteriespeichern für die Flexibilisierung des Stromsystems. Voraussetzung dafür, dass kleine dezentrale Flexibilitäten das Stromsystem stabilisieren können, sei allerdings, so van Beek, dass sich der Regulie- Bild: devolo Der FNN-Lastenheft-konforme Basiszähler von devolo wurde in enger Zusammenarbeit mit der ADD Grup, Chisinau, Moldawien, entwickelt. rungsrahmen weiterentwickele und die richtigen Anreize für diese Flexibilitäten schaffe. Im Pilotprojekt nutzte TenneT ein virtuelles Kraftwerk aus Heimspeichern, das Sonnen bereitstellte. Die Blockchain- Lösung wurde von IBM entwickelt. Getestet wurde, inwieweit sich bei Engpässen im Stromnetz Notmaßnahmen wie das Abregeln von Windparks reduzieren lassen. i www.sonnen.de, www.tennet.eu Kurz notiert >> Dreier-Allianz. Die SIV.AG in Roggentin, die Cursor Software AG in Gießen und die Dresdner ITC AG haben eine Allianz geschlossen. Unter dem Namen „Three For Utility“ kündigen sie eine Gesamtlösung für die Energiewirtschaft an, die eine Alternative zu etablierten Systemen wie SAP bieten soll. i www.threeforutility.de >> AI-Kompetenzen gebündelt. Die Arvato Systems GmbH in Gütersloh bündelt die Anwendungskompetenz rund um Applied Artificial Intelligence (AI) in einem virtuell kooperierenden Team, dem „AI-Competence Cluster“. i www.arvato-systems.de >> Software für die Energiewende. Aus dem Fraunhofer-Institut für Techno- und Wirtschaftsmathematik in Kaiserslautern ist ein neues Spin-off hervorgegangen. Die Wendeware AG will Software zur Umsetzung der Energiewende in Eigenregie marktreif machen und vertreiben. i www.itwm.fraunhofer.de Über allen Gipfeln; bleib ruhig ... Ihr kompetenter Partner für die intelligente Versorgungswirtschaft ... aber warte nicht: Mache Dich auf den Weg! Denn der Weg ist das Ziel. Egal ob bei den Themen Cloud for Energy Kunden Management Analytics/Reporting Marktkommunikation-as-a-Service selbstlernende Systeme Automatisierung User Experience Innovation-Platform End-to-End-Prozess Mensch. Qualität. Sicherheit. cortility gmbh - www.cortility.de

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