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06 | 2019

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Gastkommentar „Zwei-Energieträger-Welt“ für einen bezahlbaren Klimaschutz ENERGIEVERSORGUNG | Die Energiemärkte befinden sich im Wandel. So ist auch für Wintershall Dea 2019 ein besonderes Jahr. Es markiert die Fusion zu dem neuen Gemeinschaftsunternehmen und zugleich den Rückblick auf 125 Jahre Wintershall-Unternehmensgeschichte. Nun geht der Blick nach vorn. Mehr denn je richtet sich Wintershall Dea auf die Energiemärkte der Zukunft aus. Der Wandel vollzieht sich im Kleinen wie im Großen. Nicht nur einzelne Unternehmen sind in Bewegung, grundlegende Umwälzungen haben auch die nationalen und internationalen Energiemärkte erfasst. So markiert 2019 auch das Jahr, in dem Deutschland den Ausstieg aus der Kohleverstromung eingeleitet hat. Spätestens 2038 soll hierzulande das letzte Kohlekraftwerk vom Netz gehen. Offen ist, wie dieser Wegfall an Stromerzeugungskapazitäten kompensiert werden soll, zumal in drei Jahren auch das letzte deutsche Atomkraftwerk die Produktion einstellen wird. Der Ausbau der erneuerbaren Energien alleine reicht dafür nicht aus. Immerhin ist klar: Eine „all electric world“ wird Deutschland und Europa nicht ausreichend mit Energie versorgen können. Die Vollelektrifizierung des Energiesystems auf Basis erneuerbarer Energien ist schlicht der falsche Weg und weder technologisch noch wirtschaftlich umsetzbar. Diese Einsicht ist mittlerweile auf allen Ebenen angekommen. Die Schlussfolgerung: Nur mit einer „Zwei-Energieträger-Welt“, die Strom und Gas verbindet, können wir Versorgungssicherheit gewährleisten. Das ermöglicht Klimaschutz zu bezahlbaren Kosten und sichert die gesellschaftliche Akzeptanz bei der Neustrukturierung des Energiesektors durch die Weiternutzung bestehender Infrastrukturen. Gaskraftwerke können perspektivisch weg - fallende Stromerzeugungskapazitäten ersetzen. Durch seine Vielseitigkeit ist der Energieträger Gas aber auch ein entscheidendes Puzzleteil für die angestrebte Sektorenkopplung. Wichtig ist, dass alle zur Verfügung stehenden Formen von Gas eine Berücksichtigung finden, also Erdgas, Biogas und auch Wasserstoff – egal ob dieser aus Power-to-Gas-Erzeugung stammt oder aus der Dekarbonisierung von Erdgas. Als günstiger Klimaschutzmotor kommt Erdgas eine Schlüsselrolle zu. Studien zufolge ließe sich in Deutschland der CO 2 -Ausstoß pro Jahr durch einen „Fuel-Switch“ zu Erdgas um 188 Mio. t verringern, das entspricht rund 20 % der jährlichen Gesamtemissionen. Auch Wasserstoff hat Potenzial für die neue Energiewelt: als Treibstoffalternative im Mobilitätssektor, in der Erzeugung elektrischen Stroms mit Brennstoffzellen, durch den Umbau bestehender Gaskraftwerke sowie als Speichermedium für Strom aus Erneuerbaren. Als Unternehmen begrüßen wir die diversen Nutzungs- und Erzeugungsansätze für „grüne“ und „blaue“ Gase. Damit auch diese sauberen Energieträger einen wesentlichen Beitrag zum Energiemix beisteuern können, sind allerdings politische und wirtschaftliche Weichenstellungen nötig. Die Förderung von Brennstoffzellen durch die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) oder der Ausbau des Wasserstoff-Tankstellennetzes sind richtige Ansätze. Es geht darum, den Zugang zu bezahlbarer und sauberer Energie zu gewährleisten. Einen wichtigen Beitrag dazu wird Nord Stream 2 leisten. Wenn wir Deutschland und Europa als Industriestandorte nicht aufs Spiel setzen wollen, benötigen wir Pipelinegas auch langfristig als Eckpfeiler unserer Energiegrundversorgung. Vor dem Hintergrund, dass Energiepreise – sei es für Strom oder Kraftstoffe – hierzulande, aber auch bei unseren europäischen Nachbarn ein Thema sind, das die Menschen umund auf die Straße treibt, erschließt es sich nicht, ein wirtschaftlich vernünftiges Projekt wie Nord Stream 2 zugunsten teurer und im Übrigen auch aus Klima schutz sicht problematischer LNG- Importe auszubremsen. Die EU ist in der glücklichen Lage zwei der führenden Gasproduzenten in Pipelinedistanz zu haben: Allein Russland und Norwegen liefern zusammen über 60 % des Erdgases für die EU. Auf diesen strategischen Vorteil gilt es auch in Zukunft aufzubauen. Nur so bleiben wir zukunfts - fähig und schützen gleichzeitig das Klima. Mario Mehren, Vorstandsvorsitzender der Wintershall Dea GmbH, Kassel. „Versorgungssicherheit, Bezahlbarkeit und Klimaschutz bilden eine Trias, die es in der neuen Energiewelt in Einklang zu bringen gilt. Mit erneuerbaren Energien allein wird dies nicht gelingen.“ Bild: Wintershall DEA BWK Bd. 71 (2019) Nr. 6 3

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