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06 | 2019

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Energiewirtschaftliche

Energiewirtschaftliche Gesamtsituation Nordamerika Süd- und Mittelamerika Europa und Eurasia Mittlerer Osten Afrika Asien und Australien Ölreserven insgesamt davon: OECD Opec Non-Opec 2 ) Kanada Ölsand Venezuela Ölsand Öl- und Ölsandreserven Ende 1995 [Mrd. Barrel] 126,9 83,7 141,2 663,3 72,0 39,1 1 126,2 149,2 788,6 337,5 41,5 – 1 167,7 Ende 2005 [Mrd. Barrel] 223,6 103,9 139,5 755,5 111,3 43,4 1 377,4 244,0 932,1 445,3 173,6 1 ) R/P ist das Verhältnis, das entsteht, wenn die Ölreserven (R) durch die Ölproduktion (P) geteilt werden; 2 ) ohne die frühere Sowjetunion. – 1 551,0 Ende 2015 [Mrd. Barrel] 227,5 329,3 154,9 802,9 126,3 48,8 1 689,6 244,5 1 211,3 478,3 165,3 222,3 2 077,3 Ende 2016 [Mrd. Barrel] 227,7 328,9 157,9 807,7 126,5 48,3 1 697,1 244,0 1 217,4 479,6 164,4 223,0 2 084,5 [Mrd. Barrel] 226,1 330,1 158,2 807,7 126,5 48,0 1 696,6 242,6 1 218,8 477,8 163,4 224,0 2 084,1 Ende 2017 Anteil [%] 13,3 19,5 9,3 47,6 7,5 2,8 100,0 14,3 71,8 28,2 – – – R/P- Verhältnis 1 ) 30,8 125,9 24,3 70,0 42,9 16,7 50,2 27,8 84,7 24,6 – – – Tabelle 7 Ölreserven der Welt 1995 bis 2017. [Mio. t OE/a] 14 000 13 000 12 000 11 000 10 000 9 000 8 000 7 000 6 000 5 000 4 000 3 000 2 000 1 000 0 Kohlen Naturgase Mineralöle Wasserkraft Sonst. Erneuerbare Kernenergie liche Kapazitäten neuer fossiler Kraftwerke gebaut und geplant werden. Einen Hinweis zur zukünftigen Versorgungssituation und der Vergangenheitsentwicklung hinsichtlich der weltweiten Reserven des Schlüsselenergieträgers Rohöl gibt Tabelle 7 mit dem Stand der Ölreserven Ende des Jahres 2017 im Vergleich zu den Jahren 2016, 2015, 2005 und 1995 wieder. Erfasst sind bei diesen Daten laut Definition nur diejenigen Ölvorkommen, die gesichert bekannt sind und mit den heutigen Mitteln technisch und ökonomisch gefördert werden können. Bei der Bewertung dieser Daten ist zu beachten, dass sich technische und ökonomische Veränderungen (zum Beispiel neue Fördertechniken, Rohölpreise) mit entsprechender Verzögerung Jahr Bild 5 Primärenergieverbrauch der Welt nach Energieträgern. auf die Datenbasis auswirken. Zum Beispiel führt eine Erhöhung (beziehungsweise ein Fall) des sehr volatilen Ölpreises tendenziell zu einer Steigerung (beziehungsweise Senkung) der sicher gewinnbaren Reserven, da bisher nicht ökonomisch erschließbare Reserven neu (beziehungsweise nicht mehr) berücksichtigt werden können. Die veröffentlichten Daten zeigen, dass die Situation bei den Ölreserven mit insgesamt 1 697 Mrd. bbl Ende 2017 bei einem leichten Rückgang gegenüber 2016 fast gleichgeblieben ist. Innerhalb dieser kurzfristigen Betrachtung ergaben sich auch bei der regionalen Verteilung keine gravierenden Unterschiede. Wenn man die in Tabelle 7 erkennbaren langfristigen Trends betrachtet, wird jedoch klar, dass sich die Vorratssituation in Nordamerika, Afrika, Mittel- und Südamerika und Europa in den vergangenen Jahren verbessert hat, während sie in Asien und Australien ungefähr gleichgeblieben ist. Bei der Bewertung dieser Daten muss allerdings berücksichtigt werden, dass die absoluten Mengen in diesen Regionen im Vergleich zu den gesamten Ölreserven relativ gering sind. Die Bedeutung des Mittleren Ostens, der seine nutzbare Vorratsbasis trotz steigender Ausbeutung in den letzten 22 Jahren um + 21,8 % steigern konnte, zeigt sein Anteil von 47,6 % an den sicher gewinnbaren Reserven. In den Ländern Bahrain, Venezuela, Brasilien, Kanada, GUS und in Afrika konnten infolge verstärkter Prospektionsbemühungen in den letzten zehn Jahren nennenswerte neue Vorkommen identifiziert werden. Die Vormachtstellung der Opec auf dem Rohölmarkt wird dokumentiert durch den momentanen Anteil von 71,8 % bei den bekannten Ölreserven, während die OECD-Länder nur auf 14,3 % der Vorräte (ohne Ölsande) zurückgreifen können. Der R/P-Wert (Reichweite der gesichert gewinnbaren Reserven bei gleichbleibender Rohölproduktion) ist beim Rohöl Ende 2017 mit 50,2 Jahren signifikant größer als in den 1990er-Jahren und zu Beginn dieses Jahrtausends. Die vergleichbaren R/P-Daten für Erdgas ergeben für das Jahr 2017 einen Wert von 52,6 Jahren und für Kohle von 134,5 Jahren. Ergänzend erfasst sind in Tabelle 7 auch die zusätzlichen Vorräte der kanadischen und venezolanischen Ölsande, die die traditionellen Ölreserven um 22,8 % auf 2 084 Mrd. bbl vergrößern. 32 BWK Bd. 71 (2019) Nr. 6

Energiespeicher Bild: Siemens Gamesa Renewable Energy Power-to-Heat-to-Power-Demonstrationsprojekt (1,5 MW) in Hamburg. Energiespeicher sind Schlüsselelemente für eine erfolgreiche Energie wende. Sie ermöglichen ein defossilisiertes, erneuerbares und versorgungssicheres Energiesystem. Eine Vielzahl an Energiespeichertechnologien steht für den Einsatz im Markt zur Verfügung: von den klassischen Pumpspeichern, den Wärmespeichern, den Batterie - speichern mit derzeit starkem Marktwachstum bis hin zu Power-to-X-Lösungen. Allerdings lässt der deutsche Rechtsrahmen bisher wenig Raum zur vollen Potenzialentfaltung der Speicher zu. Um Energiespeicher als Schlüsselelement für die Energiewende zukünftig besser nutzen zu können, sind weiterhin neben regulatorischen Anpassungen auch technische Weiterentwicklungen und damit verbundene Kostensenkungen erforderlich. In Bezug auf die installierte Speicherleistung und -kapazität sind nach wie vor Pumpspeicher in Deutschland (6,2 GW/ 38,5 GWh) und auch weltweit die mit Abstand wichtigste Stromspeichertechnik. Einen Überblick zum Status von Pumpspeichern in Deutschland gibt Stenzel et al. [1]. Während der Zubau bei Pumpspeichern in Deutschland aufgrund der derzeit ungünstigen energiewirtschaftlichen Rahmenbedingungen nur sehr zögerlich verläuft, stellt sich die Situation im Bereich stationärer Batteriespeicheranwendungen deutlich anders dar. Autoren Dr.-Ing. Peter Stenzel, Dr.-Ing. Jochen Linssen, Dr.-Ing. Martin Robinius und Prof. Dr.-Ing. Detlef Stolten, alle Forschungszentrum Jülich, Institut für Energie- und Klimaforschung – Elektrochemische Verfahrenstechnik (IEK-3), Jülich. Valeska Gottke, M.A., und Dipl.-Vw. Helena Teschner, beide Bundesverband Energiespeicher e. V. (BVES), Berlin. Dr.-Ing. Alexa Velten und Dipl.-Ing. Frank Schäfer, beide EnergieAgentur.NRW, Düsseldorf. Dies gilt sowohl für den Markt für dezentrale Batteriespeicher in Kombination mit Photovoltaik (PV)-Anlagen zur Erhöhung des Eigenverbrauchs (PV-Heimspeicher) als auch für den Markt für stationäre Großbatteriespeicher, die in Deutschland derzeit überwiegend zur Bereitstellung von Primärregelleistung eingesetzt werden. Beide Märkte sind in den vergangenen Jahren stark gewachsen. Ende 2018 waren in beiden Anwendungsbereichen zusammen Batteriespeicher mit einer Leistung von rund 0,8 GW und einer Kapazität von etwa 1,5 GWh in Deutschland installiert (Details siehe Kapitel „Batteriespeicher in Deutschland“). Die Trends für diese beiden Märkte sind derzeit allerdings unterschiedlich. Während der Markt für Großbatteriespeicher zur Bereitstellung von Primärregelleistung derzeit eine Sättigung erfährt (siehe zum Beispiel [2; 3]), wird für den Heimspeichermarkt auch weiterhin mit einem stabilen Wachstum gerechnet. Dies gilt insbesondere auch für den potenziellen Markt der Nachrüstung von PV-Bestandsanlagen, die ab 2020 aus dem EEG fallen werden und in Kombination mit Batteriespeichern als Eigenverbrauchsanlagen weiter betrieben werden können. Deutsche Unternehmen besitzen im Bereich PV-Heimspeicher nach wie vor Technologie-Führerschaft. Die Marktbeobachtung lässt eine Konzentration auf einige Anbieter erkennen. Die Etablierung und das weitere Wachstum der Branche werden zudem durch die Übernahme einiger Anbieter von Heimspeichersystemen durch international tätige Großkonzerne (zum Beispiel EnBW, Shell) unterstützt. Die derzeitigen technischen und kostenseitigen Entwicklungen bei Batterie - speichern werden perspektivisch dazu führen, dass auch weitere Einsatzgebiete für Batteriespeicher wirtschaftlich werden können. Als Zukunftsmarkt für Großbatteriespeicher werden insbesondere „Behindthe-Meter“-Anwendungen im Industrieund Gewerbebereich gesehen. Hierunter fallen Anwendungen wie zum Beispiel Ei- BWK Bd. 71 (2019) Nr. 6 33

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