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07-08 | 2015

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Gastkommentar Das hohe Potenzial der industriellen Abwärme ENERGIEEFFIZIENZ | „Sparen ist eine gute Einnahme“ – das wusste bereits Cicero. Das Sprichwort ist besonders in Kombination mit dem Wort „Energie“ im heutigen 21. Jahrhundert topaktuell. Speziell im industriellen und gewerblichen Bereich gilt das Energiesparen als sehr wichtiger Aspekt, um die Wettbewerbsfähigkeit zu sichern. Gleichzeitig werden damit die hohen, energiepolitischen Anforderungen der Bundesregierung hinreichend erfüllt. Besonders in der Industrie jedoch fällt beim Einsatz bestimmter Verfahren oder Wärmeerzeuger zwangsläufig nach wie vor eine große Menge an Wärme an, die oft ungenutzt an die Umgebung abgegeben wird, quasi „zum Fenster raus“. Gerade in dieser Wärme steckt aber ein ungeheures Potenzial: Ihre Nutzung kann in einem erheblichen Maß zur weiteren Energieeinsparung beitragen. Einen Lösungsansatz bildet der Einsatz von Systemen zur Wärmerückgewinnung wie speziellen Abgaswärmeaustauschern. Mit ihnen lässt sich der Wirkungsgrad des Wärmeerzeugers erheblich erhöhen, da die in den industriellen Abgasen enthaltene Energie weiter genutzt wird. Dies geschieht beispielsweise durch die Rückführung zur prozessinternen Nutzung, die betriebsinterne Verwendung, zum Beispiel bei der Warmwasserversorgung oder auch der Kälteerzeugung, und schließlich durch die Abgabe an Dritte, etwa an ein Nahwärmenetz. In der Praxis können so angegliederte Büroräume und Lagerhallen kostengünstig beheizt oder der (komplette) Warmwasserbedarf gedeckt werden. Auf diese Weise werden die Brennstoffkosten spürbar gesenkt. Lohnenswert ist dies vor allem für Betreiber von Wärmeerzeugern, die mit hohen Abgastemperaturen arbeiten. Dazu zählen ein Großteil der Industrieöfen, Back- und Brennöfen oder Thermoölkessel. Auch bei BHKW und Biomassekesseln kann der Einsatz eines Abgaswärmeaustauschers Sinn machen. Dass durch den Einsatz solcher Produkte die Erfüllung der energiepolitischen Ziele vorangetrieben wird, hat auch die Bundesregierung erkannt: Sie fördert daher den Einsatz von Systemen zur Wärmerückgewinnung in kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) durch das BAFA- Programm „Investitionszuschüsse zum Einsatz hocheffizienter Querschnittstechnologien im Mittelstand“ mit bis zu 30 % der Investitionssumme. Energieberatungen mit dem Ziel der wirtschaftlich sinnvollen Energieeinsparung – zum Beispiel durch den Einsatz von Systemen zur Wärmerückgewinnung – werden dank des BAFA-Programms „Energieberatung im Mittelstand“ mit bis zu 80 % bezuschusst. Interessant wird diese Förderung für KMU auch für Unternehmen, die ein Energiemanagement nach DIN EN ISO 50001 einführen oder ein Energieaudit nach DIN EN 16247 durchführen. Für KMU ist letzteres Voraussetzung für einen Spitzenausgleich für Energie- und Stromsteuer nach Spitzenausgleich-Effizienzsystemverordnung (SpaEfV), also eine steuerliche Rückvergütung. Nicht-KMU haben für den Spitzenausgleich eine Zertifizierung nach DIN EN ISO 50001 nachzuweisen. Zusätzlich hierzu ist am 22. April 2015 das Energiedienstleistungsgesetz (EDL-G) in Kraft getreten. Es verpflichtet Nicht-KMU dazu, bis zum 5. Dezember 2015 ein Energieaudit nach DIN EN 16247 durchzuführen, wenn sie noch nicht nach DIN EN ISO 50001 zertifiziert sind. Dies könnte nach ersten Einschätzungen zwischen 50 000 und 120 000 Unternehmen betreffen, die sich damit einem zur Zertifizierung nötigen Energieaudit unterziehen müssen. Dabei werden unter anderem auch Effi- „In der industriellen Abwärme steckt ein ungeheures Energiesparpotenzial, das durch den Einsatz von Systemen zur Wärmerückgewinnung, wie speziellen Abgaswärme - austauschern, gehoben werden kann.“ zienzmaßnah- men, Informationen zu Zuschüssen und eine Wirtschaftlichkeitsanalyse in Bezug auf die Empfehlungen gegeben. Gerade vor diesem Hintergrund ist davon auszugehen, dass dem Thema Nutzung industrieller Abwärme mehr Aufmerksamkeit geschenkt wird, als dies in der Vergangenheit üblich war. Produkte wie Abgaswärmeaustauscher rücken dabei in den Fokus. Denn in Bezug auf Energiesparpotenziale haben Industrie und Gewerbe – besonders im Hinblick auf die hohen Anforderungen, die die Energiewende mit sich bringt – nichts zu verschenken. Dipl.-Wirt.-Ing. Matthias Hanschke, Vertriebsleiter bei Schräder Abgastechnologie in Kamen. BWK Bd. 67 (2015) Nr. 7/8 3

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