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07-08 | 2015

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Special Erneuerbare

Special Erneuerbare Energien AVE GmbH bietet Unterstützung für Backoffice-Prozesse virtueller Kraftwerke Komplettes IT- und Dienstleistungspaket DIREKTVERMARKTUNG | Die Direkt - vermarktung von Strom aus erneuerbaren Energiequellen ist auf dem Vormarsch. Allerdings haben die Player in diesem noch jungen Markt vielfach Schwierigkeiten mit Organisation und Abwicklung der komplexen Backoffice-Prozesse. Hier springt die AVE GmbH in die Bresche: mit einem neu entwickelten umfassenden IT- und Dienstleistungspaket für Direkt - vermarkter, das alle prozessualen und rechtlichen Anforderungen erfüllt und Betreibern virtueller Kraftwerke wirkungsvolle Unterstützung verspricht. Prozesse und Dienstleistungen rund um die Direktvermarktung im Überblick. Mit der Direktvermarktung von elektrischer Energie aus erneuerbaren Energiequellen versucht der Gesetzgeber seit 2012, grünen Strom aus dem Fördermodell per fixer EEG-Einspeisevergütung zu lösen und verstärkt in den Markt zu führen. Seit Inkrafttreten des EEG 2014 gilt die verpflichtende Direktvermarktung für alle Neuanlagen mit einer installierten Leistung von mehr als 500 kW. Am 1. Januar 2016 sinkt diese Grenze auf 100 kW. Eine weitere Forderung des EEG 2014 an die betroffenen Anlagen ist die Fernsteuerbarkeit. Dies zwingt die Betreiber von Erneuerbare-Energie-Anlagen (EE- Anlagen) zur verstärkten Systemintegrati- Steffen Hefter, Key Account Manager bei AVE: „Unser Produkt bietet ein komplettes IT- und Dienstleistungspaket für Direktvermarkter.“ Sabine Richter, Teamleiterin bei AVE: „Der Direktvermarkter kann sich ganz auf sein Kerngeschäft konzentrieren.“ on und fördert, weil sie die komplexen Direktvermarktungsprozesse allein meist nicht bewältigen können, die Zusammenarbeit mit spezialisierten Dienstleistern und damit das Entstehen virtueller Kraftwerke, also die Zusammenschaltung von dezentralen Erzeugungseinheiten. Komplexe Prozesse machen Direktvermarktern zu schaffen Inzwischen gibt es in Deutschland mehr als ein Dutzend Direktvermarkter, die Erzeugungsleistung von Betreibern verschiedenster EE-Anlagen bündeln und deren Strom an der Börse vermarkten. Dass sich im Zuge der Energiewende immer mehr Unternehmen für dieses Geschäftsfeld interessieren, legt den Schluss nahe, dass der Plan des Gesetzgebers aufgeht. Allerdings – das stellt jeder Direktvermarkter früher oder später fest – gibt es in diesem neuen Geschäftsfeld einen verstärkt spürbaren Hemmschuh: die komplexen mit der Direktvermarktung verbundenen Prozesse. Abrechnung, Marktkommunikation, Energiedatenund Kundenmanagement verlangen mit zunehmendem Transaktionsvolumen nach spezifischen IT-Systemen und Prozessautomatisierung. Als der Abrechnungs- und Service- Dienstleister AVE GmbH in Halle (Saale) bei seinen Kunden von diesen Herausforderungen erfuhr, erkannten die Verantwortlichen schnell, dass in der Prozessunterstützung von Direktvermarktern ein neues Betätigungsfeld liegen könnte. Die weitere Marktrecherche brachte die erstaunliche Erkenntnis, dass selbst große Unternehmen ihre Direktvermarktungsprozesse noch mit Excel, also quasi manuell, organisieren. Einhellig war die Einschätzung der kontaktierten Unternehmen, dass schon heute professionelle Prozessunterstützung wünschenswert wäre. Die Perspektive, dass die Senkung der Leistungsgrenze zur obligatorischen Direktvermarktung ab 2016 auf 100 kW installierter Leistung sinkt und somit der Lösungsbedarf bei einer wachsenden Zahl von Playern dynamisch wachsen wird, komplettierte das Bündel an Argumenten. Also machte man sich bei AVE an die Konzeption eines Dienstleistungsangebots, das Betreiber virtueller Kraftwerke bei allen Backoffice-Prozessen wirkungsvoll unterstützt. Neues Produkt strikt nach Praxisanforderungen entwickelt „Wir haben unser neues Produkt 30 BWK Bd. 67 (2015) Nr. 7/8

Erneuerbare Energien Special „e/e.kompakt“ 2014 im engen Austausch mit potenziellen Kunden entwickelt, sozusagen am offenen Herzen“, erläutert AVE-Geschäftsführerin Andrea Arnold. „Dazu mussten wir erst einmal Knowhow aufbauen. Dann haben wir einen Software-Lieferanten ausgewählt, der bereit war, diesen Weg mitzugehen.“ Die Wahl fiel auf die Somentec Software GmbH in Langen, mit der man schon im Bereich der Wärmeabrechnung für die envia Therm GmbH gute Erfahrungen gesammelt hatte. XAP, das Abrechnungssystem von Somentec, wurde auf die spezifischen Anforderungen der Direktvermarktung eingestellt und die Gesamtlösung zur Marktreife entwickelt. Seit Anfang 2015 existiert e/e.kompakt in einer funktionierenden Testversion, auf der Branchenmesse E-world in Essen wurde sie im Februar als Highlight-Produkt der Fachöffentlichkeit erstmalig vorgestellt. Hinter e/e.kompakt steckt technisch allerdings deutlich mehr als die Abrechnungssoftware, wenngleich sie das Herzstück ist. Ein nicht minder entscheidender Baustein ist das EDM-System, in dem alle eingehenden Daten gebündelt, abgeglichen und abrechnungsfertig gemacht werden. Im EDM-Bereich arbeitet AVE mit BelVis von Kisters. Darüber hinaus ist ein Marktkommunikations-Tool integriert, um die Daten zuverlässig und regelkonform austauschen zu können. Um den Die AVE GmbH … ... wurde 1993 in Halle (Saale) gegründet und unterstützt heute deutschlandweit mit rund 400 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für aktuell 40 Kunden aller Marktrollen sämtliche Geschäftsprozesse, die mit der Abrechnung von Leistungen und der Betreuung von Kunden zusammenhängen. Jährlich bearbeitet das AVE-Team 1,1 Mio. Calls, erstellt 990 000 Strom- und Gasrechnungen, fährt im Außendienst 1,1 Mio. km und liest dabei 2,3 Mio. Zähler ab. AVE agiert unabhängig von Konzernvorgaben und stellt sich flexibel auf Kundenbedürfnisse und vorhandene Systemlandschaften ein. Gesellschafter des Unternehmens sind envia Mitteldeutsche Energie AG (25,9 %), Mitgas Mitteldeutsche Gasversorgung GmbH (25,1 %), rhenag Rheinische Energie Aktiengesellschaft (25,1 %) und Stadtwerke Halle GmbH (23,9 %). Das nach DIN ISO 9001:2008 zertifizierte Unternehmen ist Gründungsmitglied des Bundesverbands der Energiemarktdienstleister e. V. (BEMD). Andrea Arnold: „Rennen offene Türen ein“ Wie kam es zur Entwicklung des neuen Produktes „e/e.kompakt“? Wir sind durch unsere Kunden darauf aufmerksam geworden, welche Herausforderung es bedeutet, die erneuerbaren Energien am Markt zu platzieren. Wir haben den Trend aufmerksam verfolgt und gesehen, dass hier Aufgaben zu lösen sind, die zu unseren Kernkompetenzen zählen. Deshalb haben wir uns überlegt, wie wir unsere Kunden unterstützen und von der Energiewende profitieren können. Jeder Direktvermarkter braucht ein Backoffice, das die komplexen Abrechnungs- und Kommunikationsprozesse abwickelt. So kam es zur Idee, ein Serviceangebot für Betreiber virtueller Kraftwerke zu entwickeln. Wir haben dieses Produkt nicht am Schreibtisch erfunden, sondern uns mit potenziellen Kunden zusammengesetzt und im Dialog anhand praktischer Anforderungen entwickelt und vermarktungsreif gemacht. Was zeichnet e/e.kompakt aus? Wo sehen Sie Alleinstellungsmerkmale? Meines Wissens sind wir der erste und bislang einzige Dienstleister, der Direktvermarkter sowohl mit einem auf die spezifischen Anforderungen konfigurierten IT-System als auch mit professionellen einschlägigen Backoffice-Dienstleistungen unterstützen kann. In dieser Kombination liegt unser herausragendes Alleinstellungsmerkmal. Auf der letzten E-world haben wir uns intensiv umgeschaut und konnten kein annähernd ähnliches Angebot entdecken. Der Kunde erhält bei uns das komplette Paket, das wir auf Wunsch allerdings auch beliebig modular ausgestalten können. Das hohe Maß an Transparenz, das wir bieten, ist ebenfalls nicht selbstverständlich. Wie bei allen von uns betriebenen Systemen gewähren wir unseren Kunden einen lesenden Zugriff auf die Daten. Welches Echo registrieren Sie aus dem Markt? Die erste Reaktion bei potenziellen Kunden ist immer wieder Überraschung, dass es ein solches Produkt schon gibt. Wir bekommen schnell einen Präsentationstermin und erleben in den Gesprächen ein absolut positives Feedback. Im Prinzip rennen wir offene Türen ein. Mit dem letzten Schritt, der Auftragsvergabe, tun sich die Interessenten allerdings im Moment noch schwer. Das hängt damit zusammen, dass durch das Auslagern vielfach eigenes Personal entbehrlich würde, das für die Direktvermarktungsprozesse schon aufgebaut wurde. Andererseits ist es aktuell noch möglich, mit Excel und anderen Behelfslösungen irgendwie über die Runden zu kommen. Aber der Handlungsdruck wächst. Wenn 2016 die Grenze zur obligatorischen Direktvermarktung von Neuanlagen von 500 kW auf 100 kW Erzeugungsleistung sinkt und das Transaktionsvolumen bei Direktvermarktern weiter wächst, wird ein quasi manuelles Prozessmanagement nicht mehr funktionieren. Der heute noch in den Kinderschuhen steckende Markt für Direktvermarktungsservices dürfte sich in absehbarer Zeit dynamisch entwickeln. Deshalb sind wir optimistisch, schon bald erste Referenzkunden überzeugen und unser Engagement mittel- und langfristig zum Erfolg führen zu können. Frau Arnold, vielen Dank für das Gespräch. Andrea Arnold, Geschäftsführerin der AVE GmbH: „Der Markt für Direktvermarktungsservices dürfte sich in absehbarer Zeit dynamisch entwickeln.“ Kundenservice abwickeln zu können, ist auch die Telefonanlage Bestandteil der Gesamtlösung. Technisch liegt das neue Produkt voll im Trend heutiger IT-Lösungen. Während BelVis im Rechenzentrum des Schwesterunternehmens Gisa GmbH läuft, wird XAP im Rechenzentrum der Stadtwerke Schwäbisch Hall gehostet, die an der Somentec Software GmbH mehrheitlich beteiligt ist. Das standortübergreifende Zusammenspiel der Softwaresysteme klappe völlig problemlos und werde auch bei den anderen sieben Abrechnungssystemen, die AVE in verschiedenen Rechenzentren betreibt, so praktiziert, betont Key Account Manager Steffen Hefter. „Alle Rechenzentren, mit denen wir zusammenarbeiten, sind zertifiziert und stehen in Deutschland.“ BWK Bd. 67 (2015) Nr. 7/8 31

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