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07-08 | 2015

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Special Erneuerbare

Special Erneuerbare Energien noch gibt es aktuell eine Pipeline von deutlich über 50 GW beantragter aber noch nicht installierter PV-Kraftwerke. Zum Vergleich: In Deutschland haben wir derzeit knapp 40 GW installierte PV-Leistung, perspektivisch wird Japan uns an dieser Stelle bald überholen. Das japanische Fördermodell unterscheidet sich von den europäischen Förderprogrammen dadurch, dass dort der Tag der Beantragung für die Höhe der Förderung relevant ist. In Europa hingegen zählt der Tag des Netzanschlusses. Sollte auch nur der größere Teil davon in den nächsten Jahren tatsächlich realisiert werden, ist der Ausblick für die Photovoltaik in Japan weiterhin sehr positiv. Für das japanische Netz wiederum bedeutet dies, dass dem Netzausbau parallel zum Ausbau der Erneuerbaren die notwendige Aufmerksamkeit zukommen muss. Dieses Thema kennen wir aus der aktuellen Diskussion in Deutschland. Welchen Beitrag leistet Weidmüller genau vor Ort? Unser Angebot im Bereich Photovoltaik umfasst die Gleichspannungsseite einer Photovoltaikanlage zwischen Modul und Wechselrichter – die so genannten Generator-Anschluss-Kästen (GAK), im PV- Umfeld auch englisch Combiner Boxen oder String-Combiner-Boxen genannt. Insbesondere in den großen PV-Parks, die in Japan einen wesentlichen Teil der installierten Leistung ausmachen, sind diese Generator-Anschluss-Kästen das Herzstück der Verbindungstechnik und -überwachung der Leistung des Photovoltaik- Parks. Wie erfolgreich sind Sie mit Ihren Produkten in Japan? Weidmüller ist seit 1980 auf dem japanischen Markt vertreten und die Entwicklung verläuft äußerst erfreulich. Derzeit zählen wir zu den Marktführern im japanischen Photovoltaik-Markt. Wir sind Lieferant Nummer eins für PV-Parks bis zu 1 000 Volt DC sowie die Nummer eins als Lieferant für Generator-Anschluss-Kästen unter den internationalen Anbietern und die Nummer drei insgesamt, also inklusive der lokalen Anbieter. Unser Fokus liegt auf Vertrieb, technischer Unterstützung und Service vor Ort sowie lokaler Logistik. Warum kann gerade Weidmüller diesen Beitrag leisten? Dafür gibt es verschiedene Gründe. Zum einen sind wir schon sehr lange auf dem japanischen Markt aktiv und verfügen über bestehende Beziehungen zu Kunden. Dadurch verstehen wir Kundenanforderungen und -wünsche auch im PV- Markt sehr gut. Hinter dem Erfolg steckt aber auch unsere langjährige Expertise und unsere Erfahrung auf diversen Photovoltaik-Märkten weltweit. Das spüren auch unsere Kunden in Japan: Sie begeistern sich mit uns für die Möglichkeit, mit unseren Produkten und Lösungen einen Beitrag zur erneuerbaren Energieversorgung zu leisten, was insbesondere vor dem Hintergrund der Katastrophe von Fukushima wichtig ist. „Rasant wachsender Photovoltaik-Markt“ aus anderen Märkten punkten, aber auch auf die Unterstützung der japanischen Organisation durch unser globales PV- Team bauen. Der japanische Markt ist geprägt durch klassisch hohe Qualitätsanforderungen, die immer eine Herausforderung sind, die wir jedoch durch jahrelange Präsenz und enge Zusammenarbeit mit unseren Kunden bereits kennen. Wie schätzen sie die zukünftige Entwicklung des japanischen Energiesystems ein? Ganz gleich, wohin man schaut: Die Dr.-Ing. Rolf Sohrmann, Business Unit Leiter im Bereich Applikationsspezifische Lösungen bei Weidmüller in Detmold: „Die Entwicklung hin zu erneuerbaren Energien steht global gesehen noch relativ am Anfang ihrer Entwicklung. Marktforscher rechnen weltweit nachhaltig mit zweistelligen Wachstumsraten – das Marktpotenzial auch für deutsche Anbieter ist also gigantisch.“ Zwischen den Solarmodulen und dem Wechselrichter montiert sorgen Generator-Anschluss-Kästen für eine Zusammenschaltung der erzeugten Ströme. Mit welchen Herausforderungen kämpfen Sie in Japan? Die Photovoltaik-Märkte sind volatil, das heißt, sie entstehen manchmal sehr schnell, meist angestoßen durch kurzfristig eingeführte attraktive Förderbedingungen. Hier muss man schnell reagieren. In Japan war ganz klar Fukushima der Auslöser für den Fokus auf die Erneuerbaren. Die konkrete Förderung der PV-Kraftwerke durch den Einspeisetarif hat dann die Industrie in Bewegung gesetzt. So entstand ein rasant wachsender Markt, es mussten Kapazitäten geschaffen werden, Wissen musste aufgebaut und multipliziert werden, von der Planung bis zur Installation. Hier konnten wir durch unsere umfangreiche Erfahrung im PV-Geschäft Entwicklung hin zu erneuerbaren Energien ist weltweit nicht mehr zu stoppen, und sie steht global gesehen noch relativ am Anfang ihrer Entwicklung. Die einschlägigen Marktforscher rechnen weltweit nachhaltig mit zweistelligen Wachstumsraten – das Marktpotenzial auch für deutsche Anbieter ist also gigantisch. In Japan gehen wir davon aus, dass die Regierung die Weitsicht hat, die Förderung der Erneuerbaren nicht abrupt zu stoppen, wie in einigen europäischen Ländern geschehen. Vielmehr rechnen wir mit der langfristigen Orientierung der japanischen Kultur, diese Formen der Energieerzeugung nachhaltig zum wesentlichen Teil der Energieversorgung des Landes zu machen. Herr Dr. Sohrmann, vielen Dank für das Gespräch. 38 BWK Bd. 67 (2015) Nr. 7/8

IT & Management Metering Zählerablesung per Smartphone Die Verbrauchsablesung ist ein arbeitsintensiver und fehleranfälliger Prozess, der Energie- und Wasserversorgern trotz Smart Metering noch lange erhalten bleiben wird. Erleichterung verspricht „Pixometer“, eine App für Endkunden zur Selbstablesung per Smartphone- oder Tablet-Kamera. Das von der Kölner Pixolus GmbH entwickelte Produkt erkennt Zählerstände automatisch über die Kamera im Smartphone und digitalisiert diese auf dem Gerät – ohne Internetverbindung. In der Anwendung durch Stadtwerke, Energieversorger und Messdienstleister können die korrekt erfassten Daten direkt aus dem Keller des Verbrauchers in das Ab- SaaS Bayernwerk Natur verlagert Software- Betrieb in die Cloud Die Bayernwerk Natur GmbH, langjährige Anwenderin der Billing-Lösung XAP.heat von Somentec, hat den Betrieb der Software ins Rechenzentrum der Stadtwerke Schwäbisch Hall ausgelagert. Das kommunale Unternehmen ist Mehrheitsgesellschafter der Somentec Software GmbH in Langen. Als der Applikationsserver noch in der Firmenzentrale in Unterschleißheim stand, musste der Wärmedienstleister selbst für den zuverlässigen Betrieb und die regelmäßige Datensicherung sorgen, was mit Sicherheitsdefiziten verbunden war. Ein zweites Argument für den Umzug der Software ins Rechenzentrum war die Anforderung, zukünftig auch von anderen Unternehmensstandorten aus auf das System zugreifen zu können. Dies soll der Abteilung Messwesen ermöglicht werden, die Mit der Zählerstandserfassung per Smartphone-Kamera wandern erfasste Verbrauchsdaten direkt in das Abrechnungssystem des Versorgungsunternehmens. rechnungssystem des Versorgers eingespeist werden. „Mit Pixometer kann das bisherige Vorgehen zur Erfassung und Weiterleitung von Verbrauchsdaten beschleunigt und vor allem kostenoptimiert werden“, sagt Pixolus- außerhalb des Firmensitzes angesiedelt ist. Der Systemumzug stellte keine große Herausforderung dar und war nach zwei Tagen bewerkstelligt. Inzwischen arbeiten die XAP.heat-Anwender bei Bayernwerk Natur seit einem halben Jahr online. Die Kommunikation zwischen Arbeitsplatz und der XAP-Umgebung im Rechenzentrum läuft über einen VPN-Tunnel. „Der Betrieb klappt absolut reibungslos“, bestätigt Klaus Jantos, bei Bayernwerk Natur für die Systemadministration verantwortlich. i www.somentec.de Camt Rechtzeitig auf neue Kontonutzungsdaten umsteigen An Camt führt kein Weg vorbei, nur die Wahl des Zeitpunkts bleibt den Unternehmen überlassen. Bis spätestens Geschäftsführer Dr. Stefan Krausz. „Druck- und Portokosten fallen ebenso weg wie der Aufwand, der nötig ist, um fehlerhafte oder unleserliche Werte von Ablesekarten nachträglich zu korrigieren.“ i www.pixolus.de zum 1. April 2016 muss die Vorbereitung für „Cash- Management-Nachrichten“ (Camt) abgeschlossen sein. Camt, ein „Neffe“ von Sepa, ist ein XML-basiertes Format für Kontoauszugsdateien. Camt-Daten werden aktuell schon von den Banken geliefert, viele Unternehmen aber nutzen das Format und damit seine Vorteile noch nicht. „In den Projekten, die wir bereits bei Kunden – zum Beispiel in der Energiewirtschaft – umgesetzt haben, zeigt sich, dass es sinnvoll ist, bereits jetzt Camt einzuführen“, sagt Klaus Nitschke, Geschäftsführer der Cortility GmbH in Ettlingen. Vorteilhaft sei, dass die Daten ein einheitliches Format erhalten, außerdem gebe es keinen Dateninformationsverlust bei Sepa-Zahlungen und -Rückläufern mehr. Cortility stehe mit Workflows und Lösungen bereit, um den Umstieg auf Camt in den SAP-Systemen der Kunden vorzunehmen. i www.cortility.de Kurz notiert >> IT für Remit-Transaktionen. Die Seven2one Informationssysteme GmbH in Karlsruhe implementiert für die Europäische Energiebörse EEX eine IT-Lösung, mit der diese ihre Remit-Transaktionsdaten an die Agentur für die Zusammenarbeit der Energieregulierungs - behörden (ACER) senden kann. i www.seven2one.de >> Erfolgreiche G3- PLC-Tests. Nach erfolgreich abgeschlossenen Tests erweitert Landis+Gyr das Produktportfolio um eine Smart-Metering- Lösung mit der G3-Power - line-Communication (PLC)- Technologie. Sie ermöglicht eine besonders effiziente Übertragung von Messdaten über das Stromnetz. i www.landisgyr.com >> Neues Energie - logistiksystem. Die Natgas Aktiengesellschaft in Potsdam organisiert ihre Energielogistikprozesse nach GPKE und GeLi Gas seit April 2015 mit dem Aktif dataService der Senftenberger Aktif Technology GmbH. Besonders überzeugt hatte Natgas die Abbildung der Rechnungsprüfung. i www.aktif-technology.com >> Zusammenarbeit vereinbart. Der Metering- Dienstleister co.met GmbH, Saabrücken, und der Software-Anbieter Wilken GmbH, Ulm, haben ihre Zusammenarbeit beschlossen. Beide Unternehmen haben bereits gemeinsame Kunden und wollen sich gegenseitig bei weiteren Bestandskunden ins Gespräch bringen. i www.co-met.info, www.wilken.de BWK Bd. 67 (2015) Nr. 7/8 39

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