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07-08 | 2015

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IT & Management wie zum

IT & Management wie zum Beispiel Big Data, Analytics, Mobile- und Cloud-Lösungen verlängert werden, um eine neue Kundengeneration („Prosumers“) für sich zu gewinnen. Digitale Transformation muss Chefsache sein Um neue Geschäftsmodelle entlang der digitalen Wertschöpfungskette proaktiv zu identifizieren und zu entwickeln, muss die digitale Transformation zur strategischen Priorität – zur Chef-, also Geschäftsführer- und Vorstandssache – erhoben werden. Denn nur mit der strategischen Steuerung des digitalen Umbruchs werden Unternehmen die Potenziale nach innen und außen für den eigenen langfristigen Erfolg am Markt systematisch erschließen und nutzen können. Das Management von digital getriebenen technologischen Innovationen wird damit Grundvoraussetzung für unternehmerischen Erfolg: Smarte Technologien und digitale Trends müssen dabei zunächst vom Management identifiziert, analysiert und bewertet werden. Diese strategische Steuerung bildet die Grundlage für den Aufbau eines zukunftsorientierten Produkt- und Dienstleistungsportfolios, dessen Werthaltigkeit, Skalierbarkeit und Nachhaltigkeit sich dann fortlaufend steigern lässt. Digitalstrategien für den Energiemarkt entwickeln Wenn Geschäftsmodelle auf dem Prüfstand stehen, muss auch die dem Geschäft folgende Informationstechnologie (Technologie, Daten und Anwendungen) systematisch immer wieder überprüft und angepasst werden. Versorgungsunternehmen brauchen IT-Lösungen, mit denen sie die technischen Innovationen der Digitalisierung für sich und die Gestaltung ihrer Geschäftsmodelle nutzen können. Für Energieversorger sind neben der Unterstützung unternehmensinterner Prozesse und Funktionen durch die Support-IT dabei zwei große IT-Handlungsfelder von Bedeutung: Smart Services sowie die neuen digitalen Möglichkeiten der Kundenkommunikation, die Business-IT. Im Bereich der Smart Services werden intelligente Zähler (Smart Meter) und darauf basierende Geschäftsmodelle als Teil Smart-Home-Applikationen zählen zu den neuen digitalen Services, die Energieversorger zukünftig erbringen können. der zukünftigen intelligenten Energienetze in den kommenden Jahren für Energieversorger und Stadtwerke stark an Bedeutung gewinnen. Dafür bieten IT-Dienstleister mittlerweile modulare ITK-Komplettlösungen an, die in sicheren Rechenzentren betrieben werden und die es den Versorgern ermöglichen, ihren Kunden neben hoher Servicequalität auch Energiesparpotenziale und neue Produkte zu bieten. Da der Gesetzgeber bisher noch keine finale Regelung für den Rollout der Smart Meter getroffen hat, steht dieses Marktsegment noch vor dem Durchbruch. Neue Konzepte sollten zügig umgesetzt werden Unabhängig davon sollten Versorgungsunternehmen trotzdem zügig mit der Umsetzung unternehmerischer Konzepte starten, da der Aufbau der dafür notwendigen IT-Infrastruktur und modernisierter IT-Architekturen Voraussetzung ist für neue attraktive Geschäftsmodelle im Rahmen der Digitalisierung. Stadtwerke- Kunden beispielsweise kaufen in einigen Jahren sicherlich vieles mehr als nur Strom, sie lassen dann vielleicht ein Elektroauto „managen“ oder nutzen andere Dienstleistungen im Bereich Smart Home. Die digitale Transformation stellt darüber hinaus auch immer neue Anforderungen an die Kundenkommunikation: Die Welt und das Verhaltensmuster von Kunden wird zunehmend digitaler – die medien- und zeitunabhängige Nutzung von web-basierten Servicekanälen selbstverständlich. Gleichzeitig steigt durch die Flexibilisierung des Marktes mit Lieferantenwechsel und smartem Verbrauchsmanagement der Kommunikationsbedarf der Kunden stark an. Energieversorger können hier durch die Investition in Multi-Channel-Plattformen und CRM- Lösungen den Anschluss an moderne Kundenkommunikation halten. Dienstleister hilft bei Planung und Umsetzung Durch den steigenden Bedarf an hochautomatisierten und digitalen Prozessen werden auch die Anforderungen an die IT immer höher und gewinnen eine strategische Bedeutung. Durch Modernisierung und Standardisierung ihrer IT-Systeme sichern Unternehmen eine hohe Verfügbarkeit und Performance. Darüber hinaus gilt es jetzt, sich mit Unterstützung eines passenden Dienstleisters neue Konzepte und Modelle anzueignen und zu nutzen – und einer Roadmap folgend umzusetzen. So zum Beispiel die Möglichkeiten im Bereich des Cloud-Computings sowie Big Data und Omni-Channel-Kommunikation. Unternehmen sind mit der richtigen Digitalstrategie damit selbst die Wegbereiter der digitalen Transformation für sich und ihre Kunden auf dem digitalen Versorgermarkt der Zukunft. i Matthias Moeller, Geschäftsführer, arvato Systems perdata GmbH, Leipzig www.utilities.arvato-systems.de Bild: fotolia.com 42 BWK Bd. 67 (2015) Nr. 7/8

IT & Management Effizienzservices verschaffen kleinen und mittelgroßen Stadtwerken Waffengleichheit Hilfe für David im Kampf gegen Goliath ENERGIEEFFIZIENZ | Im Wett - bewerb um Großkunden haben örtliche Strom- und Gasversorger in der Regel schlechte Karten, wenn überregionale Anbieter bei den Industriebetrieben mit Energieeffizienzdienstleistungen werben. Den lokalen Unternehmen fehlt es meist an Personal und Know-how für ein wettbewerbsfähiges eigenes Angebot. Die IfE GmbH will nun für Waffengleichheit sorgen, indem sie kleine und mittelgroße Stadtwerke beispielsweise bei der Einführung von Energiemanagementsystemen bei ihren Industriekunden unterstützt. Zahlreiche große Energieversorger haben Energieeffizienz als Geschäftsfeld und Wachstumsoption für sich entdeckt. Sie haben Tochterunternehmen gegründet, die bundesweit energieintensive Industrie- und Gewerbekunden akquirieren. Die Effizienzdienstleister sind damit erfolgreich, weil ihr Angebot auf fruchtbaren Boden fällt: Nur wenige Industrieunternehmen sind aus eigener Kraft in der Lage, ihren Energieeinsatz professionell zu optimieren, geschweige denn ein Energiemanagementsystem normgerecht einzuführen. Wer den Unternehmen anbietet, dies zu tun, rennt bei ihnen offene Türen ein, denn Energiekosten sind überall ein heißes Thema. Was den Effizienzdienstleistern zusätzlich in die Karten spielt: Industriebetriebe müssen ein zertifiziertes Energiemanagementsystem implementiert haben, um den Stromsteuer- Spitzenausgleich in Anspruch nehmen zu können. Wer einen Großkunden verliert, muss weitere Abgänge fürchten Natürlich geht es den Serviceanbietern nicht nur darum, Beratung zu verkaufen. Die Effizienzdienstleistung ist quasi der Schlüssel für das eigentliche Ziel: Industrieunternehmen sollen als Strom- und Gaskunden gewonnen werden. Oder man übernimmt für sie als Contractor sogar die gesamte Energiebereitstellung vor Ort. Dr.-Ing. Dirk Schramm, Geschäftsführer der IfE Ingenieurbüro für Energiewirtschaft GmbH: „Eine langfristige Zusammenarbeit zwischen Energieberater und Stadtwerk kann nur funktionieren, wenn beide Seiten ihre Interessen gewahrt sehen.“ Verlierer des Wettbewerbs sind kleine und mittelgroße Stadtwerke, in deren Versorgungsgebiet diese Industriebetriebe angesiedelt sind. Hat ein überregionaler Effizienzdienstleister dort erst einmal Fuß gefasst, besteht die Gefahr, dass in dieser Region angesiedelte Industriekunden für den lokalen Versorger oft auf Jahre hinaus verloren gehen. Und nicht nur das. Der Effizienzdienstleister hat mit diesem Kundengewinn vor Ort die Basis dafür geschaffen, in der Nachbarschaft zum Beispiel im Rahmen von Informationsabenden weitere Unternehmen anzusprechen. Dem kleinen und mittelgroßen regionalen Energieversorger oder Stadtwerk brechen also nicht nur einige wenige Kunden weg, sondern ihm droht ein schwerwiegender Substanzverlust. Es ist ein ungleicher Kampf, bei dem die örtlichen Versorger oft auf verlorenem Posten stehen. Denn sie haben den professionellen Effizienzservices der Konzerngesellschaften mangels personeller Kapazitäten und Know-how vielfach nur wenig entgegenzusetzen. Der örtliche Versorger steht als Verlierer da. Eine fatale Situation, denn wer den Eindruck vermittelt, seinen Kunden nicht adäquat helfen zu können, verliert schnell auf breiter Basis das Vertrauen. Bislang war das Vertrauen der Kunden ein Faustpfand der Lokalmatadore. Doch zählen regionale Nähe und Verbundenheit letztlich nichts, wenn beim Kunden starke finanzielle Argumente im Spiel sind. Umfangreiches Angebot zur Energieeffizienzberatung Laut Dr.-Ing. Dirk Schramm, Geschäftsführer der IfE Ingenieurbüro für Energiewirtschaft GmbH im thüringischen Steinbach-Hallenberg, müssen sich kleine und mittelgroße Stadtwerke keineswegs tatenlos in ihr Schicksal ergeben. Sein Unternehmen verfügt über langjährige Erfahrungen beim Einsatz mobiler Messtechnik und darauf basierender Energie- und Tarifberatung von Sondervertragskunden. Dieses Know-how hat IfE zu einem umfangreichen Angebot „Energieeffizienzberatung“ gebündelt und stellt es Stadtwerken als externe Dienstleistung zur Verfügung. Es beinhaltet unter anderem Unterstützung > bei der Auswahl technischer Energiemanagementsysteme (DIN EN ISO 50001- bzw. DIN EN 16247-konform), > bei der Einführung von Energiema - nagementsystemen gemäß DIN EN ISO 50001 bzw. zur Durchführung von Energieaudits nach DIN EN 16247, BWK Bd. 67 (2015) Nr. 7/8 43

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