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07-08 | 2015

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EnergieForum

EnergieForum Persönliches >> Der Aufsichtsrat der Stadtwerke Düsseldorf AG hat beschlossen, dass Hans-Günther Meier im Vorstand die Funktion des Arbeitsdirektors übernimmt. Er folgt damit Rainer Pennekamp, der am 30. September 2015 in den Ruhestand treten wird. Neu im Vorstand ist Manfred Abrahams, der die Bereiche Vertrieb, Kundenmanagement und IT, Wasser und Fernwärme verantwortet. i www.swd-ag.de >> Der neue Vorstand des Forums Netztechnik/ Netzbetrieb im VDE (VDE|FNN) nahm zum 27. April 2015 seine Arbeit auf. Neuer Vorsitzender des FNN- Vorstands ist Dr. Stefan Küppers, Geschäftsführer Technik Westnetz GmbH. Seine Stellvertreter sind Dipl.-Ing. Ludger Meier, Prokurist Amprion GmbH, und Prof. Dr. Bernd Engel, Senior Vice President Technology SMA Solar Technology AG. Von VDE- Seite gehört dem Vorstand weiter Prof. Dr. Helmut Klausing an, stellvertretender Vorstandsvorsitzender des VDE. Mit der Berufung des neuen Vorstands und der Lenkungskreise ist die Neubesetzung aller FNN- Gremien für die dritte Wahlperiode abgeschlossen. i www.vde.com >> Die Wago Kontakttechnik GmbH & Co. KG hat ihre Geschäftsleitung erweitert. Christian Sallach verantwortet seit dem 1. April 2015 als Chief Marketing Officer neben allen globalen Marketing- Aktivitäten auch den Bereich Online Business International des Unternehmens. i www.wago.com Neue BHKW-Anlage Gleichzeitige Verwertung von Klär-, Deponie- und Biogas Die Abfallwirtschaftsbetriebe Münster (AWM) haben Anfang Juni das Blockheizkraftwerk (BHKW) in Münster- Coerde offiziell vorgestellt. Die neue BHKW-Anlage besteht aus vier Modulen mit einer elektrischen und thermischen Leistung von insgesamt jeweils rund 3,2 MW. Der Gesamtwirkungsgrad der BHKW- Anlage beträgt etwa 85 %. Insgesamt werden rund 7,6 Mio. m 3 Gas pro Jahr verwertet. Die jährliche Stromproduktion beläuft sich auf rund 18 200 MW. Davon nutzen die AWM und das Tiefbauamt der Stadt Münster rund 8 183 MW. Der überschüssige Strom wird in das öffentliche Netz eingespeist. Die Besonderheit dieser Anlage: Methanhaltiges Deponiegas aus der benachbar- Deutschland Energieverbrauch im 1. Quartal Der Energieverbrauch in Deutschland lag in den ersten drei Monaten des laufenden Jahres knapp 5 % höher als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Für den Zuwachs ist vor allem die gegenüber dem sehr milden Vorjahr deutlich kühlere Witterung verantwortlich. Besonders hohe Zuwächse verzeichneten deshalb Heizenergien wie das Erdgas und das Mineralöl, teilte die Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen auf Basis erster Berechnungen mit. Außergewöhnlich hoch lag außerdem der Zuwachs bei der Windenergie. Insgesamt erreichte der Energieverbrauch im 1. Quartal 2015 eine Höhe von 3 700 PJ beziehungsweise 126,2 Mio. t SKE. Der Mineralölverbrauch erhöhte sich im 1. Quartal insgesamt um rund 7 %. Etwa Blick vom Gasbehälter auf das Betriebsgebäude und die Gasmotoren. zwei Drittel der Zunahme entfielen auf leichtes und schweres Heizöl, deren Absatz um 18 % beziehungsweise 29 % anstieg. Der positive Konjunkturverlauf sorgte zudem für einen Anstieg der Nachfrage der Industrie nach Rohbenzin um rund 8 %. Der Absatz von Kraftstoffen stieg insgesamt um rund 3 %. Der Erdgasverbrauch lag mit 12 % im Plus. Vor allem die im Vergleich zum Vorjahr deutlich niedrigeren Temperaturen im Februar und März führten zu einem höherem Erdgaseinsatz im Wärmemarkt. Der Einsatz von Erdgas in den Kraftwerken der Stromversorger lag leicht über dem Vorjahresniveau. Von der Industrie gingen keine verbrauchssteigernden Impulse aus. Der Verbrauch an Steinkohle in Deutschland lag im 1. Quar- ten Mülldeponie sowie Klärund Biogas aus der nahegelegenen Klär- und Bioabfallvergärungsanlage versorgen die BHKW-Anlage gleichzeitig. Das Consulting- und Engineering-Unternehmen Pöyry hat für die AWM Planung, Bauüberwachung und Beratungsleistungen übernommen und eine innovative Lösung für den Neubau der Anlage entwickelt. Geplant war zunächst, die in der Nähe befindliche Anlage aus dem Jahr 1989 lediglich umzubauen. Pöyry schlug 2012 jedoch den kompletten Neubau der BHKW-Anlage neben dem alten Standort vor. Dadurch konnten die Bauabläufe und nachhaltigen Investitionen optimiert werden. i www.poyry.de tal 2015 um 2 % niedriger als im Vorjahreszeitraum. Sowohl in der Stromerzeugung wie auch in der Eisen- und Stahlproduktion ging der Einsatz zurück. Die um etwa 1 % geringere Stromerzeugung der inländischen Braunkohlenkraftwerke sorgte für einen leichten Rückgang bei der Braunkohlenförderung, weil erneut mehr als 90 % der Gewinnung zur Erzeugung von Strom und Fernwärme genutzt wurden. Die erneuerbaren Energien steigerten ihren Beitrag am gesamten Energieverbrauch im ersten Quartal 2015 um knapp 4 %. Außergewöhnlich stark war der Zuwachs bei der Windenergie mit einem Plus von 32 %. Die Photovoltaik verzeichnete dagegen ein Minus von 11 %. i www.ag-energiebilanzen.de Bild: AWM 52 BWK Bd. 67 (2015) Nr. 7/8

EnergieForum Reduzierung des Energieverbrauchs im privaten Wohngebäudesektor Wege zu einem klimaneutralen Wohngebäudebestand FORSCHUNGSPROJEKT | Der gebäuderelevante Anteil aller Verbrauchssektoren am gesamten Endenergieverbrauch beträgt derzeit knapp 38 % und wird zu mehr als als 90 % für die Erzeugung von Raumwärme und Warmwasser eingesetzt. Der gebäuderelevante Anteil des privaten Wohngebäudebestandes am Endenergieverbrauch aller Verbrauchssektoren beträgt etwa 24 % und macht somit den Hauptanteil aus. Um die ambitionierten Klimagasreduktionsziele bis zum Jahr 2050 zu erreichen, favorisiert die Bundesregierung in ihrem Energiekonzept für den Gebäudebestand eine Strategie, die sich vor allem auf eine Verbesserung der Energieeffizienz fokussiert. Es stellt sich die Frage, ob es sich hierbei auch um eine kosten - effiziente Strategie handelt. Im Rahmen eines vom Deutschen Verein des Gas- und Wasserfaches e. V. (DVGW) initiierten Forschungsprojektes wurden für den privaten Wohngebäudesektor verschiedene Strategien analysiert und verglichen, mit denen sich ein klimaneutraler Wohngebäudebestand erreichen lässt. Das Projekt wurde durchgeführt vom Forschungszentrum Jülich (IEK-STE), DBI Leipzig, Fraunhofer IWES, Gas- und Wärme-Institut Essen, Engler Bunte Institut sowie dem E.on Research Center der RWTH Aachen. Bild: Thorben Wengert / pixelio.de Autoren Dr.-Ing. Patrick Hansen, Dr.-Ing. Peter Markewitz, Dr. Wilhelm Kuckshinrichs, Prof. Jürgen-Friedrich Hake, Institut für Energie- und Klimaforschung, Systemforschung und Technologische Entwicklung (IEK- STE), Forschungszentrum Jülich GmbH. i p.hansen@fz-juelich.de Dipl.-Ing. Norman Gerhardt, Fraunhofer-Institut für Windenergie und Energiesystemtechnik (IWES), Kassel. Dipl.-Ing. Wolfgang Köppel, DVGW-Forschungsstelle am Engler-Bunte-Institut (ebi) des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT). Prof. Dr.-Ing. Hartmut Krause, DBI – Gastechnologisches Institut gGmbH Freiberg. M.Eng. Michael Schmidt, Gas- und Wärme- Institut e. V. (GWI), Essen. Dipl.-Wirt.-Ing. Michael Schumacher, Dipl.- Ing. Sebastian Stinner, E.on Energy Research Center der RWTH Aachen. Neben Maßnahmen zur Steigerung der Energieeffizienz, die auf eine Reduktion des spezifischen Energiebedarfs zielen, stellen die forcierte Nutzung von erneuerbaren Energien (zum Beispiel erneuerbare Gase) sowie der Einsatz neuer moderner Heizungssysteme weitere Strategieelemente dar. Hierzu zählt auch der Einsatz von kleinen Kraft-Wärme-Kopplungs-Anlagen (Klein-KWK-Anlagen). Insbesondere die Abschätzung des möglichen Erzeugungspotenzials von Klein- KWK-Anlagen erfordert eine systemanalytische Betrachtung, die neben der Raumwärme- und Warmwassernachfrage auch das gesamte Stromerzeugungssystem in den Blick zu nehmen hat. Nur so ist gewährleistet, dass für Klein-KWK-Systeme sowohl strom- als auch wärmeseitig ein konsistentes Zukunftsbild gezeichnet werden kann. Eine solche Analyse erfordert zudem eine hohe räumliche und zeitliche Auflösung sowie eine detaillierte Betrachtung der technischen Heizungssysteme auf Komponentenebene unter Berücksichtigung energieeffizienzsteigernder Maßnahmen. Gegenüber vergleichbaren Untersuchungen [1 bis 5] unterscheidet sich die im Nachfolgenden vorgestellte Studie insbesondere dadurch, dass > ein Zeithorizont bis zum Jahr 2050 unter Berücksichtigung der Bestandsdynamik (Heizungen, Gebäude, Stromerzeugung) auf Jahresbasis untersucht wird, > für den Einsatz von Klein-KWK eine Systembetrachtung erfolgt, die eine Kopplung der Wärme- und der Stromseite beinhaltet, > durch eine detaillierte Voranalyse eine Eingrenzung von KWK-Technik-Gebäudekombinationen erfolgt sowie > ein Fokus auf die Rolle erneuerbarer Gase gelegt wird. Vorgehensweise und Methodik Ein wesentlicher Ausgangspunkt der Analysen ist der heutige Gebäude- und Heizungsanlagenbestand, der nach Haus- BWK Bd. 67 (2015) Nr. 7/8 53

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