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07-08 | 2015

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EnergieForum Literatur

EnergieForum Literatur [1] Beer, M.: Regionalisiertes Energiemodell zur Analyse der flexiblen Betriebsweise von Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen. München: Technische Universität München; 2012. [2] Krzikalla, N.; Achner, S.; Brühl, S.: Möglichkeiten zum Ausgleich fluktuierender Einspeisungen aus erneuerbaren Energien. Aachen: Büro für Energiewirtschaft und technische Planung GmbH (BET); 2013. [3] Schulz, W.; Brandstätt, C.; Hagemeister, A.; Holzfuss, T.; Gabriel, J.: Flexibilitätsreserven aus dem Wärmemarkt Bremen: Fraunhofer-Institut für Fertigungstechnik und Angewandte Materialforschung, IFAM – Abteilung Energiesystemanalyse; 2013. [4] UBA: Umweltwirkung von Heizungssystemen in Deutschland. Dessau: Ecofys; 2011. [5] Wünsch, M.; Klotz, E.-M.; Koepp, M.; Steudle, G.: Maßnahmen zur nachhaltigen Integration von Systemen zur gekoppelten Strom- und Wärmebereitstellung in das neue Energieversorgungssystem. Berlin: Prognos AG; 2013. [6] Diefenbach, N.; Cischinsky, H.; Rodenfels, M.; Clausnitzer, K.-D.: Datenbasis Gebäudebestand – Datenerhebung zur energetischen Qualität und zu den Modernisierungstrends im deutschen Wohngebäudebestand, Forschungsprogramm Zukunft Bau. Darmstadt: Bremer Energie-Institut (BEI) und Institut für Wohnen und Umwelt (IWU) im Auftrag des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR); 2010. [7] Walberg, D.; Holz, A.; Gniechwitz, T.; Schulze, T.: Wohnungsbau in Deutschland – 2011, Modernisierung oder Bestandsersatz. Kiel: Bauforschungsbericht der Arbeitsgemeinschaft für zeitgemäßes Bauen e. V.; 2011. [8] BDH: Europäische und deutsche Rahmenbedingungen für den Wärmemarkt sowie Marktentwicklung, Vortrag von Andreas Lücke, Hauptgeschäftsführer Bundesindustrieverband Deutschland Haus-, Energie- und Umwelttechnik e.V., Berlin, 17. Mai 2013. [9] Destatis: Bevölkerung Deutschlands bis 2060, 12. koordinierte Bevölkerungsvorausberechnung, Statistisches Bundesamt, Wiesbaden, 2010. [10] Prognos, EWI, gws: Energieszenarien für ein Energiekonzept der Bundesregierung. Berlin, 2010. (Barwerte im Zeitraum 2013 bis 2050) Szenario Energiekonzept Mehrinvestitionen in Mrd €. 181 76 davon – Heizungserneuerungen im Bestand – Heizungserneuerungen im Neubau – Wärmedämmungen im Bestand – Wärmedämmungen im Neubau 0 0 175 6 Energiekosteneinsparungen in Mrd. € 96 16 Mehrerlöse (Strom aus Klein-KWK) in Mrd. € 6 55 Mehrkosten (Strom in Heizpatronen) in Mrd. € 0,4 3 Änderung der Gesamtkosten in Mrd. € 80 7 Zusätzliche CO 2 -Emissionseinsparung in Mio. t 643 607 Spezifische CO 2 -Vermeidungskosten in €/t CO 2 124 12 Szenario Innovationsoffensive Gas 75 1 0 0 Tabelle 3 Kumulierte Kosten der Szenarien „Energiekonzept“ und „Innovations - offensive Gas“ im Vergleich zum Szenario „Trend“. in beiden Szenarien die direkten CO 2 -Emissionen gegenüber dem Basisjahr 1990 um mehr als 80 % verringert werden. Anstelle der Verdopplung der energetischen Sanierungsrate und Verschärfungen der Energiestandards von Bestandsgebäuden im Szenario Energiekonzept werden die Ziele im Szenario Innovationsoffensive Gas durch den forcierten Einsatz erneuerbarer Gase, die verstärkte Nutzung hocheffizienter Heizungssysteme (zum Beispiel Klein-KWK- Systeme) und einer energetischen Sanierung der Wohngebäude im normalen Renovierungszyklus erreicht. Die Untersuchungen verdeutlichen, dass das Szenario Innovationsoffensive Gas kosteneffizienter als das Szenario Energiekonzept ist. Zwar bewirken die im Energiekonzept-Szenario unterstellten Maßnahmen eine erhebliche Energieeinsparung, die mit einer Verringerung der Energiekosten korreliert. Allerdings vermögen diese Kosteneinsparungen nicht die hohen Investitionskosten zu kompensieren. Von großer Bedeutung ist hierbei die Sanierungsrate bzw. der unterstellte Sanierungsfahrplan, der im Szenario Energiekonzept auch die Durchführung von Wärmedämmmaßnahmen außerhalb des üblichen Renovierungszyklus erfordert, was zu einer signifikanten Erhöhung der Investitionskosten führt. Für das Szenario Innovationsoffensive Gas zeigen die Analysen, dass ein signifikantes Potenzial insbesondere zur Deckung positiver Residuallast besteht. Die kostenseitigen Auswirkungen hängen jedoch stark von dem unterstellten Förderregime ab. Es bleibt zu betonen, dass die energetische Gebäudesanierung in allen Szenarien eine wichtige Rolle spielt. Allerdings bietet die Wahl und die unterschiedliche Gewichtung aller möglichen Maßnahmen ein erhebliches Kostenminderungspotenzial gegenüber einer Strategie, die fast ausschließlich auf energetische Gebäudesanierung setzt, wie sie derzeit von der Bundesregierung favorisiert wird. Die Auswirkungen des novellierten Energiedienstleistungsgesetzes Pflicht zur Durchführung von Energieaudits ENERGIEDIENSTLEISTUNGEN | Neben den verschiedenen Maßnahmen zur Förderung von erneuerbaren Energien soll sich die Energieeffizienz zu einer tragenden Säule der Energiewende entwickeln. Die am 22. April 2015 in Kraft getretene Änderung des Energiedienstleistungsgesetzes (EDL-G) verpflichtet Unternehmen noch im Jahr 2015 zur Durchführung von Energieaudits, sofern diese nicht als kleine und mittlere Unternehmen (KMU) einzuordnen sind. Das Gesetz sieht bei nicht fristgemäßem Handeln Bußgelder von bis zu 50 000 € vor. Bild: James Hardy 58 BWK Bd. 67 (2015) Nr. 7/8

EnergieForum Von den Vorgaben des novellierten EDL-G sind alle Unternehmen betroffen, die nicht im Sinne der Empfehlung 2003/361/EG der Europäischen Kommission als so genannte KMU eingeordnet werden. Diese Unternehmen müssen bis zum 5. Dezember 2015 erstmalig ein Energieaudit durchführen, das mindestens alle vier Jahre zu wiederholen ist. Ein Unternehmen gilt als Nicht-KMU, wenn es mehr als 250 Personen beschäftigt oder wenn es weniger als 250 Personen beschäftigt, aber mehr als 50 Mio. € Jahresumsatz und eine Jahresbilanzsumme von mehr als 43 Mio. € aufweist 1 ). Den KMU-Status erwirbt oder verliert ein Unternehmen aber erst dann, wenn es in zwei aufeinander folgenden Geschäftsjahren die genannten Schwellenwerte unter- bzw. überschreitet. Bei der Berechnung der Beschäftigtenzahl gelten bestimmte Anforderungen, wie beispielsweise Teilzeitbeschäftigte oder Auszubildende. Entscheidend bei der Ermittlung der finanziellen Schwellenwerte kann zudem die Feststellung sein, ob es sich um ein eigenständiges Unternehmen handelt oder weitere Unternehmen als „Partnerunternehmen“ bzw. „verbundene Unternehmen“ eine gemeinsame Bewertungsgrundlage darstellen. Es werden erstmals nicht nur Unternehmen des produzierenden Gewerbes, sondern auch Unternehmen aus dem Handels- und Dienstleistungsbereich von den Rechtsvorgaben erfasst. Es steht zu erwarten, dass Unternehmen aus diesen Wirtschaftssektoren daher vor besonderen personellen und strukturellen Herausforderungen stehen. Das EDL-G setzt die europäische Energieeffizienzrichtlinie (2012/27/EU) verbindlich in deutsches Recht um. Entsprechende Regelungen sind für die nächste Zeit daher auch in den anderen europäischen Mitgliedsstaaten zu erwarten, was besonders für Unternehmen mit Standorten im europäischen Ausland von Bedeutung ist. Viele europäische Mitgliedsstaaten können jedoch aktuell noch keine Umsetzung der Richtlinienvorgaben melden. Während beispielsweise in Polen und Spanien derzeit zumindest entsprechende Entwürfe von Gesetzesnovellen vorliegen, ist in Ungarn noch keine Konkretisierung erfolgt. Inhaltliche Anforderungen der Energieaudits in Deutschland Nach der gesetzlichen Definition des EDL-G ist ein Energieaudit insbesondere ein systematisches Verfahren zur Erlangung ausreichender Informationen über das bestehende Energieverbrauchsprofil eines Betriebsablaufs in der Industrie bzw. einer Industrieanlage oder privater oder öffentlicher Dienstleistungen. Dabei muss das angewandte Verfahren die Ermittlung und Quantifizierung der Möglichkeiten für wirtschaftliche Energieeinsparungen zulassen. Die Ergebnisse sind in einem schriftlichen Bericht zusammenzufassen. Gemäß § 8a Abs. 1 EDL-G muss das Energieaudit den Anforderungen der DIN EN 16247-1 entsprechen. Hierin werden Anforderungen an den Ablauf des Energieaudits, insbesondere an die Datenerfassung, die Vor-Ort-Prüfung und die Datenanalyse, sowie die Berichtsform des Energieaudits beschrieben. Darüber hinaus muss das Energieaudit auf aktuellen, kontinuierlich oder zeitweise gemessenen, belegbaren Betriebsdaten zum Energieverbrauch und zu den Lastprofilen basieren. Ist eine Messung bei gängigen Geräten nicht oder nur mit erheblichem Aufwand möglich, so kann der Energieverbrauch durch nachvollziehbare Hochrechnungen von bestehenden Betriebs- und Lastkenndaten ermittelt werden. Für Geräte zur Beleuchtung und für Bürogeräte darf hingegen eine Schätzung mittels nachvollziehbarer Methoden vorgenommen werden. Das Energieaudit hat zudem eine eingehende Prüfung des Energieverbrauchsprofils von Gebäuden oder Gebäudegruppen und Betriebsabläufen oder Anlagen in der Industrie einschließlich der Beförderung zu beinhalten und nach Möglichkeit auf einer Lebenszyklus-Kostenanalyse anstatt auf Amortisationszeiten zu basieren. Multi-Site-Verfahren Bei einer Vielzahl von vergleichbaren Standorten/Filialen kann im so genannten Multi-Site-Verfahren eine Clusterbildung erfolgen. In den jeweiligen Clustern werden vergleichbare Standort zusammengefasst. Es sollte dabei beachtet werden, dass die Clusterbildung möglichst unternehmerfreundlich erfolgt. Nach jetzigem Umsetzungsstand ist die Anzahl der Standorte/Filialen, die pro Cluster auditiert werden müssen, durch rechnerische Vorgaben vorgegeben, während dem Energieauditor bei der Clusterbildung selbst, das heißt bei der Einschätzung, welche Standorte als vergleichbar einzustufen sind, Spielräume eingeräumt werden. Anforderungen an den Auditor Das Energieaudit darf sowohl von externen Dienstleistern als auch von unternehmensinternen Personen durchgeführt werden. Zur Vermeidung von Interessenkonflikten dürfen unternehmensinterne Personen aber nicht operativ an Tätigkeiten beteiligt sein, die einem Energieaudit unterzogen werden. Als Energieauditor darf zudem nur tätig werden, wer über eine bestimmte, im Gesetz benannte technische Qualifizierung, praktische Erfahrung sowie über die erforderliche Fachkunde verfügt. Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) stellt auf seiner Homepage eine Liste zur Verfügung, auf denen die zugelassenen Energieauditoren eingetragen sind 2 ). Freistellung von der Umsetzungspflicht noch in 2015: Energiemanagementsystem oder EMAS Alternativ können betroffene Unternehmen auch ein Energiemanagementsystem (EnMS) nach DIN EN ISO 50001 oder ein Umweltmanagementsystem nach EMAS einführen. Hier genügt bis zum 31. Dezember 2016 der Nachweis über den Beginn der Einrichtung des Managementsystems, danach muss ein entsprechendes Zertifikat vorliegen. Fazit Es ist Eile geboten. Der notwendigen Bewertung, ob das Unternehmen als „Nicht- KMU“ zur Durchführung eines Energieaudits verpflichtet ist, schließt sich unmittelbar die Fragestellung an, wie ein Energieaudit rechtskonform bis zum 5. Dezember 2015 durchgeführt werden kann bzw. ob die Implementierung eines EnMS vorzugswürdig ist. Es empfiehlt sich daher, die notwendigen Maßnahmen zeitnah, gegebenenfalls unter Hinzuziehung externer Fachdienstleister, zu veranlassen. i Dr. Antonia Goldner und Markus Ludwig, Ass. jur., BfU Dr. Poppe AG, Kassel/Hamburg. www.bfu-ag.de 1 ) Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA): Merkblatt für Energieaudits, S. 7. 2 ) www.bafa.de/bafa/de/energie/energie_audit/ index.html BWK Bd. 67 (2015) Nr. 7/8 59

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