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11 | 2015

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Scannen Sie den QR-Code für weitere Informationen zu Siemens PTI EMSG-A10005-00 Energiewende erfolgreich umsetzen Umfassende Kompetenz für zuverlässige und effiziente Energiesysteme Siemens Power Technologies International Neue Technologien und der Wandel unserer Energieversorgungssysteme stellen alle Beteiligten vor neue Aufgaben. Die Umsetzung der Energiewende führt zu stark zunehmender Einspeisung aus dezentralen Stromerzeugern und einem weit reichenden Umbau der Stromnetze, z. B. durch Integration von HGÜ-Leitungen und dem Zusammenwachsen von Strom-, Gas- und Wärmesystemen. Nur durch strategisches und vorausschauendes Handeln lässt sich dieser Wandel erfolgreich gestalten. Mit der Unterstützung unserer erfahrenen Netzplanungsexperten können Sie Ihre unternehmerischen Herausforderungen in Chancen verwandeln. Siemens Power Technologies International (Siemens PTI) verfügt über modernstes Fachwissen und fundierte Erfahrung. Dadurch können wir intelligentere, effizien - tere und höchst zuverlässige Energiesysteme für alle Versorgungsaufgaben auslegen. Mit umfangreichen Beratungsleistungen, Softwaretools und -lösungen sowie professioneller Aus- und Weiterbildung bieten wir ein Komplettangebot zu allen Themen der Erzeugung, Übertragung und Verteilung der Energie sowie zu Smart-Grid-Technologien. siemens.com/power-technologies

Gastkommentar Erneuerbare setzen Erneuerbare unter Druck ENERGIEWENDE | 1 : 1. Das ist nicht das Ergebnis eines Fußball-Länderspiels Deutschland gegen Österreich, sondern das sind die Auswirkungen der Energiewende in Deutschland auf die Energiewirtschaft in Österreich. Anders formuliert: Jede Maßnahme, die in Deutschland gesetzt wird, schlägt 1 : 1 auf Österreich durch, weil die beiden Länder einen gemeinsamen Markt bilden. An der gemeinsamen Grenze gibt es keine Netz - engpässe, das bedeutet gleiche Preise an den Strombörsen in allen Segmenten, sowohl im Langfrist- als auch im Kurzfristhandel. Eine Ausnahme bildet nur der Intraday-Handel, bei dem es immer öfter zu Einschränkungen kommt, verursacht von Netzengpässen innerhalb Deutschlands. Die Energiewende in Deutschland setzt die Wirtschaftlichkeit der Kraftwerke auch in Österreich unter Druck. Der mit Milliarden Euro geförderte Ausbau der Stromerzeugung aus Windkraft und Photovoltaik führt(e) zu einem Verfall der Preise an den Börsen und in weiterer Folge zu einem Verdrängen konventioneller Erzeugung aus dem Markt. Zur Illustration: Die Preise für Bandlieferungen für ein Folgejahr sind von 2012 bis heute um rund ein Drittel gesunken. Zur konventionellen Erzeugung gehört in Österreich auch die Wasserkraft. In Österreich sind derzeit Laufkraftwerke mit einer Gesamtleistung von 4 500 MW am Netz sowie Speicherkraftwerke mit einer Gesamtleistung von 7 700 MW. Dazu kommen noch 7 700 MW thermische Leistung und 2 000 MW Leistung aus Windkraft. Wegen der Stromerzeugung aus Wasserkraft stammen rund zwei Drittel der Stromerzeugung in Österreich aus Wasserkraft, also CO 2 -frei aus regenerativer Energie – und das seit Jahrzehnten. Eine Energiewende wie in Deutschland ist deshalb in Österreich nicht notwendig, obwohl auch für Österreich ehrgeizige klimapolitische Zielsetzungen gelten. Früher war der Einsatz der (Pump-) Speicherkraftwerke ausschließlich vom Bedarf der Kunden abhängig. In Zeiten geringer Nachfrage liefen die Pumpen, in Zeiten großer Nachfrage die Generatoren. Heute überlagert die volatile Erzeugung der Windkraft- und Photovoltaikanlagen die Bedarfskurve der Kunden bei weitem. Das führt über die Stundenpreise zu ganz anderen Betriebsweisen der flexibel einsetzbaren Pumpspeicherkraftwerke. Sie werden heute öfter, kurzfristiger aber in Summe kürzer eingesetzt, sind also geringer ausgelastet. Gleichzeitig führen die zahlreicheren Lastwechsel – Anfahren und Abschalten von Generatoren und Pumpen – zu einer höheren Beanspruchung der Maschinensätze, zu höheren Instandhaltungsaufwendungen und langfristig zu früher notwendigen Ersatzinvestitionen – und das bei geringeren Erlösen. Speicherkraftwerke und Pumpspeicherkraftwerke tragen im deutsch-österreichischen Strommarkt wesentlich zur Versorgungssicherheit und zur Netzstabilität bei, weil sie kurzfristig eingesetzt werden können. Kurzfristig heißt: Binnen weniger Minuten speisen Speicherkraftwerke Leistung ins Netz ein, und ebenfalls binnen weniger Minuten nehmen Pumpen Leistung aus dem Netz. Mit der Erzeugung von großen Mengen Strom aus Windkraft und Photovoltaik haben die Pumpspeicherkraftwerke für die Versorgungssicherheit deutlich an Bedeutung gewonnen. Aber bezahlt wird diese Dienstleistung nicht, im Gegenteil. Sie wird durch Netzgebühren sogar noch belastet. Was bedeutet das für die Kelag? Unser Unternehmen verfügt über beachtliche Pumpspeicherkapazitäten. Mit ihnen tragen wir dazu bei, dass die Energiewende in Deutschland funktionieren kann. Wie die Marktteilnehmer Verbund und Tiwag kann auch unser Unternehmen sowohl Überschüsse als auch Knappheiten im Markt ausgleichen. Mit unserer Erzeugung sind wir strategisch sehr gut aufgestellt, trotzdem belastet uns die Energiewende in Deutschland wirtschaftlich. Unsere Erlöse sind gesunken, Neuinvestitionen in Erzeugungskapazitäten sind im Moment wirtschaftlich nicht darstellbar. Langfristiges Planen in der Erzeugung ist derzeit schwierig, auch, weil niemand die Frage beantworten kann, ob nicht vielleicht in einigen Jahren neue und kostengünstige, dezentrale Speicherkapazitäten zur Verfügung stehen werden. Mit einem Wort: Es bleibt schwierig. Manfred Freitag, Mitglied des Vorstands der Kelag-Kärntner Elektrizitäts-Aktiengesellschaft in Klagenfurt / Österreich. „Die Energiewende in Deutschland setzt die Wirtschaftlichkeit der Kraftwerke auch in Österreich unter Druck.“ BWK Bd. 67 (2015) Nr. 11 3

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