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11 | 2015

IT & Management

IT & Management Maßgeschneiderte Lösung für die Marktkommunikation Neue WiM-Software beschleunigt Meldeabläufe MESSWESEN | Für die Kehag Messtechnik GmbH, unabhängiger Messstellenbetreiber (MSB) und Messdienstleister (MDL), gestaltete sich der Einstieg in den frisch liberalisierten Markt des Messwesens als Hindernislauf. Anfangs waren die Netzbetreiber mit den Prozessen in der neuen Welt teilweise überfordert, inzwischen klappt die Prozessabwicklung gut. Als die Zahl der Kunden wuchs und die Nordhessen immer mehr Wechselprozesse zu bewältigen hatten, wurde die mangelnde Automatisierung zum Engpass. Seit Einführung der Marktkommunikationslösung Edition S von ArcMind ist auch diese Barriere überwunden. Bei Kehag Messtechnik sieht man sich für weiteres Wachstum gerüstet. Alle WiM-relevanten Informationen zu einem Zählpunkt werden in der Edition S übersichtlich gebündelt dargestellt. Aller Anfang ist schwer. Die Kehag Messtechnik GmbH kann die Gültigkeit des alten Sinnspruchs bestätigen. Das in Lohfelden (bei Kassel) angesiedelte Unternehmen zählt zu den ganz frühen MSB/MDL-Pionieren. Nachdem der Gesetzgeber das Zähl- und Messwesen zum 7. Juli 2005 für den Wettbewerb geöffnet hatte, wagte sich das Unternehmen – damals noch eine Zwei-Personen-Abteilung der Kasseler Energiehandel AG (Kehag) – 2008 auf das neue Parkett. Die heute etablierten Wechselprozesse im Messwesen (WiM) existierten damals in der heutigen Form noch nicht. Erste Aufträge im Bereich Messwesen wurden über Bestandskunden der damaligen Kehag gewonnen. Richtig los ging es 2009, als ein namhafter Baumarktfilialist Interesse bekundete, den Messstellenbetrieb all seiner Standorte und das Auslesen der Zähler einem externen Dienstleister anzuvertrauen. Im Juni 2010 wurden tatsächlich die ersten leistungsmessenden Stromzähler für diesen Filialisten fernausgelesen. 2011 wurde die Kehag Messtechnik GmbH gegründet und 2012 das komplette Geschäft Messstellenbetrieb und Messdienstleistung ausgegliedert. Doch die Prozesse liefen anfangs größtenteils zäh. Markus Wehlert, Mann der ersten Stunde und heute Geschäftsführer der Kehag Messtechnik GmbH, erinnert sich: „Die Stromnetzbetreiber hatten sich zwar schon mit dem Thema beschäftigt, aber eher theoretisch. Es gab noch keine Edifact-Prozesse, also wurden CSV-Dateien hin- und hergeschickt. In 20 % der Fälle klappte das von Anfang an recht gut, bei den anderen 80 % sehr holprig. Ständig musste man hinterhertelefonieren und erklären, wie was und warum funktioniert. Im Gasbereich war die Liberalisierung des Messwesens gedanklich noch viel weiter weg, und so schlug es in der Branche wie eine Bombe ein, als wir 2010 die ersten Gasmessstellen übernommen haben. Das war schon eine wilde Zeit, in der wir viele wertvolle Erfahrungen gesammelt haben. Heute verhalten sich die Netzbetreiber insgesamt kooperativ und professionell, 85 % der Anmeldeprozesse laufen störungsfrei durch.“ Mit dem Gewinn des Baumarktfilialisten war der Bann gebrochen, seitdem gewann Kehag Messtechnik weitere Kunden, die allermeisten namhafte Unternehmen verschiedenster Branchen mit bundesweit verstreuten Standorten beziehungsweise Filialen. Notwendigkeit zur Prozessoptimierung Doch mit dem Anwachsen der Kundenzahl wuchs auch die Notwendigkeit der Prozessoptimierung. Hier wartete die nächste Leidensstrecke und Lernkurve auf das Kehag-Messtechnik-Team. Daniela Duske, Leiterin Backoffice und Marktkommunikation, erläutert: „Um die Meldeprozesse nach den WiM-Regeln zu unterstützen, hatten wir die Lösung eines namhaften Softwarehauses erworben. Doch das System war nur auf dem Papier entwickelt und nichts ging wirklich vor- 30 BWK Bd. 67 (2015) Nr. 11

IT & Management wärts. Seinerzeit musste ich Edifact-Nachrichten manuell lesen und meine Daten quasi in die Meldungen hineinschmuggeln. Etwa ein Jahr lang haben wir improvisiert, dann schließlich einen Schlussstrich gezogen. Wir haben im Internet recherchiert, ob jemand Excel-Tabellen mit der Edifact-Welt verheiraten kann. So sind wir auf die ArcMind Technologies GmbH gestoßen. Im Mai 2014 wurde die alte Software abgeschaltet und die Edition D von ArcMind in Betrieb genommen.“ Damit klappte die Arbeit wesentlich besser, aber noch nicht automatisiert genug, zumal sich der Auftrag eines weiteren großen Kunden ankündigte. Nach wie vor war es nicht möglich, ein- und ausgehende Nachrichten zu einem Vorgang automatisiert in den zugehörigen Kontext zu setzen. „Man musste sich die einzelnen Bestandteile immer wieder umständlich manuell zusammensuchen“, schildert Duske, wo der Schuh drückte. „Diesen Aufwand galt es unbedingt zu minimieren. Wir haben uns dann mit den ArcMind-Spezialisten zusammengesetzt und überlegt, ob wir die ideale Lösung nicht gemeinsam entwickeln könnten. Denn ein Produkt, wie wir es brauchen, gab es noch nicht.“ Innerhalb weniger Wochen neue WiM-Software entwickelt Dann ging alles extrem schnell: Im September 2014 fand das Kick-off-Meeting statt. In einem gemeinsamen Workshop am 4. Dezember 2014 wurden die Markus Wehlert und Daniela Duske freuen sich, dass die Wechselprozesse bei der Kehag Messtechnik GmbH nun erheblich flüssiger ablaufen. Anforderungen an das neue System näher spezifiziert. Die ArcMind-Experten ergänzten in den folgenden Wochen das bestehende Marktkommunikationssystem Edition S um eine Workflow-Engine und ein Modellierungstool. Dadurch sollte es möglich werden, alle zusammengehörigen Nachrichten und Informationen im System regelkonform und gemäß den Anforderungen der Kehag Messtechnik gebündelt durch den WiM-Prozess zu schleusen. „Die Entwicklungsarbeit war angesichts der vielen Nachrichtentypen und komplexen Anforderungen keineswegs trivial“, erinnert sich ArcMind- Gründer Peter Meyer. Trotzdem konnte die neue WiM-Lösung schon im Februar 2015 implementiert und in den operativen Betrieb genommen werden. „Das war am Anfang ein bisschen kritisch, weil natürlich nicht gleich alles komplett rund lief“, berichtet Duske. „Aber wir wollten keinesfalls in zwei Systemen arbeiten und alles doppelt machen müssen. Seit dem Live-Gang haben wir ein halbes Jahr an der Feinjustierung gearbeitet. Mittlerweile läuft das System super, trotzdem wollen wir es wei- www.kisters.de/vk Ihr einfacher Weg zum Virtuellen Kraftwerk Schnell - zuverlässig - effizient Ihre Möglichkeiten: 1. Schlüsselfertige Lösung: KISTERS liefert die gesamte IT-Ausrüstung (Software und Hardware aus einer Hand) plus Installation für ein schnell einsatzbereites Virtuelles Kraftwerk. 2. Outsourcing: Die Software für Ihr Virtuelles Kraftwerk läuft im KISTERS Rechenzentrum und sorgt automatisiert für profitable Vermarktung. Profitieren Sie von unserer Erfahrung aus über 50 Projekten. 150118_AnzeigeEnergieVirtuellesKraftwerk_V2.indd 1 18.01.2015 21:18:04 BWK Bd. 67 (2015) Nr. 11 31

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