Aufrufe
vor 4 Jahren

11 | 2015

EnergieForum Kurz

EnergieForum Kurz notiert >> Erdgas. Anfang Juli ist die ungarische Elmü- Émász-Gruppe, Budapest, eine Tochtergesellschaft von RWE, in den ungarischen Erdgasmarkt eingetreten. Attraktiv wurde der Einstieg durch grundlegende Veränderungen in Ungarns Gasindustrie. Elmü- Émász verfolgt das Ziel, in den kommenden Jahren bei kleinen und großen Industriekunden einen Markt - anteil von 10 bis 15 % zu erreichen. Im Jahr 2014 hatte RWE seinen Minderheitsanteil am Budapester Gasversorger Fögáz verkauft. i www.rwe.de >> Energieversorgung. Die Papierfabrik Schoellershammer, Heinr. Aug. Schoeller Söhne GmbH & Co. KG, Düren, wird künftig von der Getec heat & power AG mit Wärme und Strom aus einer hocheffizienten Kraft-Wärme-Kopplungs - anlage versorgt. Dazu errichtet Getec die Anlage im Contracting und investiert einen zweistelligen Millionenbetrag am Standort Düren. Die neue Anlage wird im Februar 2017 in Betrieb gehen. i www.getec-heat-power.de >> Süddeutschland. Wintershall baut die traditionelle Erdölförderung in Süddeutschland aus. Neben der Weiterentwicklung des bayerischen Standortes Aitingen bei Augsburg prüft die BASF- Tochter eine Wiedererschließung der Altfelder Mönchsrot sowie Hauerz in Baden-Württemberg und testet die Erdölförderung im Unterallgäu. Außerdem soll der Standort Landau in Rheinland-Pfalz gestärkt werden. i www.wintershall.com Strom-Direktvermarktung IT-Lösung aus Dänemark Das Energie-Handelshaus Neas Energy bringt eine Lösung für den Ausgleich von Schwankungen erneuerbarer Stromquellen auf den deutschen Markt. Sie trägt dazu bei, Kosten für Ausgleichsenergie zu reduzieren, und senkt den Aufwand bei der Direktvermarktung erneuerbaren Stroms. Dazu balanciert der Stromhändler einen Großteil der natürlichen Schwankungen mit Hilfe flexibler Kraftwerke intern aus, bevor sie sich auf die tatsächliche Stromeinspeisung auswirken. Die Anforderungen an die eingesetzten Kraftwerke sind dabei wesentlich geringer als etwa bei der Teilnahme am Wasserstofferzeugung Neues Power-to-Gas- Leuchtturmprojekt Die baden-württembergische Landesregierung fördert ein Power-to-Gas-Projekt im Megawatt-Maßstab zur Herstellung von regenerativem Wasserstoff. Das Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff- Forschung Baden-Württemberg (ZSW) koordiniert das ambitionierte Leuchtturmprojekt. Maßgeblich beteiligt sind neben verschiedenen Unternehmen das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR), das Fraunhofer- Institut für Solare Energiesysteme (ISE) und die DVGW- Forschungsstelle am Engler- Bunte-Institut des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT). Die Projektpartner aus Forschung und Industrie wollen nachweisen, dass die Wasserstoff-Erzeugung durch Power-to-Gas effizient und wirtschaftlich ist. In einem öffentlichen Wettbewerb sollen nun Standort und Betreiber der Power-to-Gas-Anlage ermittelt werden, die perspektivisch Wasserstoff für mehr Neas Energy setzt die zugrundeliegende Softwaretechnologie bereits seit 2005 erfolgreich in Dänemark ein und ist dort nach eigenen Angaben mit rund 1 660 MW Leistung in über 200 dezentralen Kraftwerken und rund 1 200 MW Windenergie im Portfolio Marktführer. In Deutschland vermarktet Neas rund 3 000 MW Windenergieleistung. als 1 000 Brennstoffzellenfahrzeuge erzeugen kann. i www.zsw-bw.de Batteriespeicher Neues kobaltfreies Kathodenmaterial für Lithium-Ionen-Batterien Wissenschaftler am Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden Württemberg (ZSW) haben ein neues Kathodenmaterial für Hochenergie-Lithium- Ionen-Batterien mit heraus - ragenden Eigenschaften entwickelt. Das Lithium-Nickel- Manganoxid erreicht eine bis zu 40 % höhere Energiedichte als bisherige Materialien. Kostengünstiger ist das Material außerdem: Es verzichtet auf das teure und seltene Kobalt und nutzt weniger Nickel. Darüber hinaus ist es einfach zu produzieren. Die Entwicklung einer günstigen und sicheren Regelenergiemarkt. Zusätzlich profitieren ihre Betreiber von Zusatzeinnahmen für die zeitweise Bereitstellung ihrer Anlagenleistung. i www.neasenergy.de Hochenergiebatterie, mit denen Elektroautos länger fahren können, rückt damit in Reichweite. Für die künftige Material- und Zellfertigung sucht das ZSW jetzt Entwicklungspartner. Das Material mit der Formel Li 1+x Mn 1.5 Ni 0.5 O 4 besitzt mit mehr als 210 mAh/g eine deutlich größere Speicherkapazität als heute verwendete oder in Entwicklung befindliche Kathodenmaterialien. Da die Entladespannung zum Großteil bei über 4,5 V liegt, ist auch eine bis zu 40 % höhere Energiedichte der gesamten Batterie möglich. Batterien mit einer derart verbesserten Energiedichte verlängern die Reichweite von Elektrofahrzeugen signifikant. Li 1+x Mn 1.5 Ni 0.5 O 4 hat auch noch weitere Vorteile: Die thermische Stabilität im geladenen Zustand ist deutlich besser als bei den gängigen Kathodenmaterialien. Das führt zu einer höheren Sicherheit 42 BWK Bd. 67 (2015) Nr. 11

EnergieForum der Zellen. Auch die Lebensdauer-Werte des neuen Batteriematerials sind erfreulich. Trotz der frühen Entwicklungsphase konnte eine gute Zyklenstabilität mit mehr als 150 Zyklen ohne Kapazitätsverlust in kompletten Zellen mit Graphit als Anode demonstriert werden. Das Manganoxid lässt sich einfach über bekannte Verfahren herstellen. Erste Muster im Kilogrammmaßstab mit hoher Qualität haben die Forscher am ZSW bereits produziert. Das Pulver enthält sphärische Partikel mit einer hohen Klopfdichte von 2,4 g/cm 3 . Die Partikel sind ähnlich groß wie die heute verwendeter Kathodenmaterialien und können daher gut in kommerziellen Elektrodenbeschichtungsprozessen eingesetzt werden. i www.zsw-bw.de Power-to-Gas RWE nimmt Anlage in Betrieb RWE hat am 17. August ihre Power-to-Gas-Anlage im nordrhein-westfälischen Ibbenbüren offiziell in Betrieb genommen. Die Anlage ist Teil einer erstmalig verwendeten Systemlösung, die die örtliche Strom-, Erdgas- und Fernwärmeversorgung effizient miteinander verbindet. Überschüssiger Strom aus regenerativen Quellen wird hierbei in Wasserstoff umgewandelt, um ihn anschließend im Erdgasnetz zu speichern. Von dort aus kann er zu einem späteren Zeitpunkt für die Stromproduktion eingesetzt werden – und das bei einem Nutzungsgrad von 86 %. Zentrales Element der Powerto-Gas-Anlage ist ein Elektrolyseur in der Größe eines Schiffscontainers, der von dem britischen Unternehmen ITM Power gebaut wurde. Der Elektrolyseur wandelt nicht unmittelbar benötigten Strom Nahmen die Power-to-Gas-Anlage offiziell in Betrieb: Dr. Heinrich Dornbusch, Vorsitzender Geschäftsführer der Landesinitiative Klima- Expo.NRW, Garrelt Duin, Minister für Wirtschaft, Energie, Industrie, Mittelstand und Handwerk des Landes Nordrhein-Westfalen, Dr. Arndt Neuhaus, Vorstandsvorsitzender der RWE Deutschland AG, Heinz Steingröver, Bürgermeister der Stadt Ibbenbüren und Dr. Joachim Schneider, Technikvorstand der RWE Deutschland AG (v.l.n.r.). aus regenerativen Quellen, wie Photovoltaik oder Windkraft, in Wasserstoff um, der anschließend über eine Gasdruckregelstation dem Erdgasnetz beigemischt wird. In dieser Gasdruckregelstation wird zudem die Abwärme des Elektrolyseurs eingesetzt. In Zeiten niedriger regenerativer Stromproduktion werden die zuvor eingelagerten Erdgasmengen dem Erdgasspeicher wieder entnommen und in einem BMBF Forschungsinitiative zur Energiewende gestartet Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) startete am 17. September seine größte Forschungsinitiative zur Energiewende. Mit den „Kopernikus- Projekten für die Energiewende“ sollen Wissenschaft, Industrie und Anwender gemeinsam neue Energiesysteme und -konzepte soweit entwickeln, dass sie im großtechnischen Maßstab angewendet werden können. Die Projekte widmen sich vier zentralen Themen der Energiewende: der Speicherung überschüssiger erneuerbarer Energie durch Umwandlung in andere Energieträger wie beispielsweise Wasserstoff, der Entwicklung von Stromnetzen, die an einen hohen Anteil erneuerbarer Energien angepasst sind, der Neuausrichtung von Industrieprozessen auf eine fluktuierende Energieversorgung und dem Zusammenspiel von erneuerbarer und konventioneller Ener- Blockheizkraftwerk am RWE- Fernwärmenetz in Ibbenbüren zur Stromerzeugung eingesetzt. Die hierbei praktizierte Kraft-Wärme-Kopplung führt zu einer deutlich verbesserten Energieausnutzung in dieser Systemlösung. Die Power-to-Gas-Anlage in Ibbenbüren hat eine elektrische Nennleistung von 150 kW und erzeugt den Wasserstoff mit einem Druck von 14 bar. i www.rwe.com gie, um die lückenlose Versorgung mit Energie sicherzustellen. Zu jedem dieser Themen wird ein Konsortium von Forschungspartnern an den Start gehen. Das BMBF stellt für die erste Förderphase bis 2018 bis zu 120 Mio. € bereit, bis 2025 sollen dann weitere 280 Mio. € folgen. Hochschulen, außeruniversitäre Forschungseinrichtungen und vergleichbare Institutionen sowie Unternehmen sind eingeladen, ihre Vorschläge einzubringen. i www.bmbf.de Richtigstellung In der BWK-Ausgabe 9-2015 auf Seite 23 hat sich leider der Fehlerteufel eingeschlichen. Bei dem Beitrag „Die Energieversorgung in den Nachbarländern Deutschlands“ handelt es sich nicht um einen Vortrag im Rahmen des VGB- Kongresses „Kraftwerke 2015“. Wir bitten unsere Leser um Beachtung. Persönliches >> Dr. Heiko Sanders (46) schied zum 30. September auf eigenen Wunsch aus dem Vorstand der EWE AG, Oldenburg, aus. Der Auf - gabenbereich von Sanders (Ressort Finanzen) wird bis zum Eintritt eines Nachfolgers kommissarisch von dem neuen EWE- Vorstandsvorsitzenden Matthias Brückmann übernommen. i www.ewe.de >> GE hat Prof. Dr.-Ing. Stephan Reimelt zum President und CEO des Geschäftsbereichs GE Power Conversion ernannt. Reimelt wird damit Nachfolger von Joe Mastrangelo, der zum 1. Oktober 2015 President und CEO von Power Generation Products bei GE Power & Water wurde. Reimelt wird alle globalen Geschäfte des Unternehmensbereichs leiten und die Wachstumsstrategie vorantreiben. Nachfolger von Reimelt als President und CEO von GE in Europa wird Mark Hutchinson, der an John Rice, Vice Chairman von GE, berichten wird. Gleichzeitig bleibt Hutchinson auch weiterhin Integration Leader bei der industriellen Akquisition von Alstom. In dieser Funktion wird er weiterhin an Jeff Immelt, CEO und Chairman von GE, berichten. i www.ge.com >> Alexander Kmita (39) tritt zum 1. Dezember 2015 seine neue Stelle als Geschäftsführer der swb Vertrieb GmbH, der Vertriebstochter der swb AG an. Kmita ist zurzeit als Prokurist bei der Stadtwerke Osnabrück AG und als Geschäftsführer der Stadtwerke Tecklenburger Land GmbH & Co. KG tätig. i www.swb-gruppe.de BWK Bd. 67 (2015) Nr. 11 43

Ausgabenübersicht