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11 | 2015

Organgesellschaft

Organgesellschaft Aktuelle Fakten Der Fachausschuss „Regenerative Energien“ (FaRE) der VDI-Gesellschaft Energie und Umwelt (GEU) begleitet die Entwicklung der Nutzung des regenerativen Energieangebots in Deutschland und global seit vielen Jahren. Dazu behandelt er neben technischen, ökonomischen und ökologischen auch energie-, wirtschafts-, umwelt- und agrarpolitische sowie soziale Aspekte im Zusammenhang mit der Nutzung der erneuerbaren Energien als Teil des Energiesystems. Der Statusreport „Regenerative Energien in Deutschland“, der nun in der fünften Auflage vorliegt, stellt eine derartige Aktivität des FaRE dar. Er zeigt den Stand der Technik und die sich abzeichnenden Tendenzen beziehungsweise die deutlich werdenden Herausforderungen auf. Dieser Statusreport soll helfen, die politische Diskussion um die sich laufend verändernden Möglichkeiten und Grenzen des regenerativen Energieangebots zu versachlichen und um aus Sicht des FaRE wesentliche Sachargumente zu ergänzen, die in der laufenden Diskussion gegebenenfalls „zu kurz kommen“. Auch soll er aus ingenieurstechnischer Sicht Hinweise Kontakt VDI-Gesellschaft Energie und Umwelt (VDI-GEU) VDI-Platz 1 40468 Düsseldorf Fax: 0211/6214-177 geu@vdi.de www.vdi.de/geu geben, wo sich einerseits begrüßenswerte Entwicklungen abzeichnen und andererseits Tendenzen erkennen lassen, denen gegengesteuert werden sollte. Der Statusreport kann unter www.vdi.de/ statusreport-RE-2015 kostenfrei heruntergeladen werden. Gegen eine Schutzgebühr von 30 € ist der gedruckte Report bei der VDI-Gesellschaft Energie und Umwelt erhältlich. i geu@vdi.de VDI 2048 Blatt 1 Qualität von Prozessdaten Der neue Richtlinienentwurf der VDI 2048 Blatt 1 erscheint unter dem Titel „Kontrolle und Verbesserung der Qualität von Prozessdaten und deren Unsicherheiten mittels Ausgleichsrechnung bei Betriebs- und Abnahmemessungen“. Das Verfahren bietet die Möglichkeit, komplette Messungen an Anlagen so auszuwerten, dass die Energie- und Stoffbilanzen erfüllt und mit Hilfe der mathematischen Statistik Hinweise auf fehlerhafte Messungen oder Bilanzen erkennbar sind. Im Ergebnis der Auswertung findet man den wahrscheinlichsten Zustand einer Anlage. Dieses Verfahren hat sich bei der Prozessüberwachung sowie bei Abnahmemessungen an energietechnischen Anlagen vielfach bewährt. Das neue Richtlinienblatt führt eine Untergrenze für die bezogene Fehlerquadratsumme ein. Damit wird verhindert, dass die Rechnung mit zu großen Startwerten für Unsicherheiten der Einzelmessgrößen durchgeführt und somit die Aussagekraft der Ergebnisgrößen geschwächt wird. Diskutiert werden die Einflussgrößen Nebenbedingungen (Bilanzgleichungen), erfasste Messgrößen und Schätzwerte auf die Unsicherheit von Ergebnisgrößen. Für Software, die nach VDI 2048 zertifiziert werden soll, liefert die Richtlinie einen umfassenden Kriterienkatalog. Die Richtlinienreihe VDI 2048 enthält zurzeit zwei weitere Blätter, die sich mit speziellen Fragestellungen bei Abnahmemessungen beschäftigen. So zeigt das Blatt 2, wie zugesicherte Eigenschaften im Fall von Retrofitmaßnahmen nachgewiesen werden können. Blatt 3 hingegen befasst sich mit der Planung von Messstellen bei der Vorbereitung einer Abnahmemessung. In Bearbeitung befindet sich derzeit Blatt 4. Es soll anhand von Beispielen die vielfältigen Anwendungsmöglichkeiten der Ausgleichsrechnung – auch für die Prozessindustrie – aufzeigen. i www.vdi.de/geu Bild: RainerSturm / pixelio.de VDI 2045 Überarbeitung Mitarbeiter zum Thema Verdichter gesucht Die VDI-Gesellschaft Energie und Umwelt betreut im VDI Richtlinienarbeiten zum Thema Strömungsmaschinen. Im Rahmen dieser Arbeiten erschien im Jahr 1993 die Richtlinie VDI 2045 „Abnahme- und Leistungsversuche an Verdichtern (VDI-Verdichterregeln)“ in zwei Blättern: > Blatt 1: Versuchsdurchführung und Garantievergleich, > Blatt 2: Grundlagen und Beispiele. Diese Richtlinien sind sowohl für Turbo- als auch für Hubkolbenverdichter anwendbar. Obwohl die Richtlinien bei Abnah- memessungen häufig angewendet werden, ist eine Überarbeitung angezeigt, insbesondere hinsichtlich der Einbindung der modernen Rechentechnik sowie der Anpassung der Behandlung von Mess unsicherheiten an die VDI 2048 sowie an internationale Standards. Interessenten aus der Fachwelt an einer Mitwirkung bitten wir um eine Mitteilung bis zum 31. Dezember 2015 unter: i geu@vdi.de 54 BWK Bd. 67 (2015) Nr. 11

Erneuerbare Energien Kurz notiert >> Windpark. Senvion hat 18 seiner 2-MW-Turbinen mit Martifer Renewables S.A. in Polen in Betrieb genommen. Der Windpark befindet sich in Gizalki, rund 90 km südöstlich von Posen. Dieser ist der drittgrößte Senvion-Windpark in Polen und der größte mit MM100-Turbinen von Senvion. i www.senvion.com >> Onshore-Windenergie. Die seebaWind Service GmbH hat die Ausschreibung des Energiekonzerns Engie gewonnen. Der herstellerunabhängige Servicedienstleister ist verantwortlich für Service und Wartung sowie die 24/7-Fernüberwachung des Windparks Karstädt-Blüthen (Brandenburg). Der Windpark mit 32 Anlagen vom Typ Nordex N60 hat eine Gesamtleistung von knapp 42 MW. i www.seebawind.de >> Biogasanlage übernommen. BayWa r.e. hat die Biogasanlage Pliening von der insolventen AC Biogas GmbH übernommen. Die bisherige Zusammenarbeit von BayWa r.e. mit dem Maschinenring und rund 80 Landwirten kann somit auch in Zukunft weiter geführt werden. i www.baywa-re.com >> Offshore-Windenergie. ABB hat die Offshore-Netzanbindung DolWin1 in Betrieb genommen und an den deutsch-niederländischen Übertragungsnetz - betreiber TenneT übergeben. Die 800 MW starke HGÜ-Netzanbindung bindet Offshore-Windparks im DolWin-Cluster an das Übertragungsnetz des Landes an. i www.abb.com Voith StreamDiver treibt schwedisches Wasserkraftwerk an Nach rund einem Jahr Rehabilitierungsarbeiten haben das schwedische Versorgungsunternehmen Skellefteå Kraft AB und Voith Mitte September das Wasserkraftwerk Bruksfors nahe der Stadt Robertsfors im Nordosten des Landes, rund 700 km von Stockholm entfernt, eingeweiht. Anfang 2014 beauftragte Skellefteå Kraft das Kompetenzzentrum Kössler des Geschäftsbereichs Small Hydro von Voith mit der Lieferung einer 250-kW- StreamDiver-Turbine, die Anfang 2015 in Betrieb genommen wurde. Das Projekt ist beispielhaft dafür, wie ökologische und ökonomische Aspekte miteinander verflochten werden können. Skellefteå Kraft als Betreiber von Bruksfors musste strenge Umweltschutzauflagen erfüllen: Weder Öl noch Schmiermittel oder andere giftige Substanzen durften bei der Errichtung ins Wasser gelangen. Das gilt nun auch im Betrieb. Zudem musste der StreamDiver in die vorhande- Power-to-Gas Pilotanlage in Pirmasens eingeweiht Das in Pirmasens ansässige Prüf- und Forschungsinstitut (PFI) hat Ende Juni eine neue Power-to-Gas-Pilotanlage eingeweiht. Die im Energie-Park Pirmasens-Winzeln errichtete Anlage gehört zu einer Bioraffinerie für Forschung und Entwicklung. Deren technologische Grundlage ist die biologische Methanisierung und damit ein neues Verfahren, das das PFI in Kooperation mit der Mainzer Johannes Gutenberg- Universität entwickelt hat. Die Pilotanlage besteht aus Hochleistungsreaktoren zur Mit dem StreamDiver hat Voith eine Turbinen-Generator-Einheit für Kleinwasserkraftanlagen entwickelt, die kompakt und einfach aufgebaut ist und daher kaum Wartungsarbeiten erfordert. Die neue Pilotanlage zur Energiegewinnung auf Grundlage biologischer Methanisierung. Biosynthese von Methan aus Kohlendioxid (CO 2 ) und Wasserstoff (H 2 ). In Abgrenzung zu laufenden Vorhaben, die eine technische Methansynthese durchführen, erfolgt hier ne Infrastruktur eingefügt werden – in diesem Fall in einen bislang nicht genutzten Turbinenschacht –, um Auswirkungen durch zusätzliche Bauarbeiten zu vermeiden. Skellefteå Kraft sieht Vorteile durch wenige bewegliche Teile in der Maschine im Vergleich mit herkömmlichen Lösungen, da sich dadurch Wartungsaufwand und -kosten reduzieren lassen. Forscher der Technischen Universität Luleå haben zudem ein einzigartiges Fischwandersystem entwickelt, durch das für die Wanderung flussabwärts eine Umführung geschaffen wird. Das Kernstück der Stream - Diver-Technologie bildet das Aggregat mit einem in eine ölfreie Rohreinheit eingebauten Dauermagnetgenerator, das in den Bereichen von 50 bis 800 kW verfügbar ist. Die Stärke dieser Technologie ist ihre flexible Einsatzfähigkeit: Das Aggregat kann sich vollständig unter Wasser befinden, so dass unabhängig von vorhandenen Strukturen ein eigenständiger Betrieb möglich ist. Es kann zudem in bestehende Kraftwerke integriert werden, so dass eine wirtschaftliche Rehabilitation möglich wird und die Investitionskosten auf ein Minimum beschränkt werden können. So können beispielsweise vorhandene Wehre und Staudämme zur Stromerzeugung genutzt werden. i www.voith.com/hydro die Synthese mittels spezieller methanbildender Mikroorganismen. Als CO 2 -Quelle für die Methanogenese dient der CO 2 -Anteil des von der PFI- Forschungsbiogasanlage produzierten Biogases. Der Wasserstoff schließlich wird aus Wind- und Sonnenenergie durch Elektrolyse gewonnen und dem Biogas beigemischt. Im Anschluss an die Pilotphase beabsichtigt das PFI, gemeinsam mit Partnern ein Konzept zur großtechnischen Herstellung von Methan aus Stromüberschüssen zu entwickeln und dieses in Rheinland-Pfalz an geeigneten Standorten anzuwenden. i http://pfi-group.org BWK Bd. 67 (2015) Nr. 11 55

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