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11 | 2015

Erneuerbare Energien

Erneuerbare Energien Pionier-Anlage zur Wärmeenergiegewinnung aus Tiefengeothermie Schwarze Zahlen mit heißem Wasser Bild: Wirtschaftsforum Geothermie e. V. 1984 ging in Waren an der Müritz das erste von bisher insgesamt 29 deutschen geothermischen Heizwerken an den Start. Seitdem sind kontinuierlich weitere Anlagen hinzugekommen, die stabile Energieversorgung, konstante Preise und aktiven Klimaschutz gewährleisten. Über 10 % der regenerativen Wärme-Energie Deutschlands stammt derzeit aus Erdwärme. Oberflächennahe Anlagen liefern 9,6 %. Die 29 deutschen Tiefengeothermie-Heizanlagen beziehen wie jene in Unterschleißheim ihre Energie aus einer Erdtiefe von mindestens 400 m. Sie steuern knapp 1 % zur erneuerbaren Wärme bei. TIEFENGEOTHERMIE | Die GTU Geothermie Unterschleißheim AG schreibt deutlich früher als erwartet schwarze Zahlen. Als die Pionier-Anlage für Fernwärme aus Tiefengeothermie im Jahr 2003 ans Netz ging, wurde ein Gewinn erstmals für 2028 prognostiziert. Nun weist das Unternehmen schon für 2014 eine positive Geschäftstätigkeit aus. Dr. Erwin Knapek, Vorsitzender des Wirtschaftsforums Geothermie e. V. (WFG) und Präsident des Bundesverbandes Geothermie e. V. (BVG), freut sich über die guten wirtschaftlichen Nachrichten aus Unterschleißheim: „Die Stadt Unterschleißheim zeigt, dass auch der Erste, der eine neue Technologie einsetzt, mit vernünftigen wirtschaftlichen Ergebnissen rechnen kann. Ich gratuliere der Geothermie Unterschleißheim für ihre Ausdauer und ihren Unternehmergeist. Die Geothermie-Heizanlage ist seit Jahren ein zuverlässiges und klimafreundliches Standbein der Wärmeversorgung in der Stadt. Daher freut es mich, dass sich dieser Pionier-Einsatz für eine klimaverträgliche Wärmeversorgung nun auch in der betriebswirtschaftlichen Bilanz niederschlägt.“ GTU-Vorstand Thomas Stockerl hat den Aufsichtsrat unter Vorsitz des Ersten Bürgermeisters Christoph Böck (SPD) in seiner jüngsten Sitzung über den fünfstelligen Gewinn informiert, den die Tiefen geothermie-Tochter der Stadt Unterschleißheim erstmals für das Jahr 2014 für ihre Geschäftstätigkeit ausweist. Dem Plus von 73 173 € steht die einstige Finanzprognose entgegen, die kurz nach dem Start der Förderung 2003 aufgestellt wurde: Erst im Jahre 2028 waren damals schwarze Zahlen erwartet worden. Knapek: „In Unterschleißheim wird der Beweis angetreten: Heißes Wasser ist bares Geld wert. Und es spart in Unterschleißheim dabei noch gut 8 500 t CO 2 sowie 120 Tanklastzüge voll Heizöl ein.“ Thermalwasser für das Fernwärmenetz Die Tiefengeothermie-Anlage in Unterschleißheim gewinnt die Wärmeenergie aus der fast 2 000 m tiefen Thermalquelle im Valentinspark. Das Thermalwasser ist knapp 80 °C heiß. Das städtische Unternehmen betreibt mit der Wärmeenergie ein gut 17 km langes Fernwärmenetz. Daran sind inzwischen über ein Viertel aller Wohnhaushalte angeschlossen (3 700 Wohneinheiten in 233 Gebäuden). Hinzu kommen 14 kommunale Objekte, zahlreiche Gewerbeimmobilien und öffentliche Einrichtungen wie Pfarrzentren oder das Sehbehinderten- und Blindenzentrum Südbayern „Edith Stein“. Der Anschlusswert aller Wärmekunden liegt nun bei 33,5 MW. Die Stadt Unterschleißheim war die erste, die im Münchener Umland in eine Tiefengeothermie-Anlage zur Wärme - versorgung investiert hat. Inzwischen gibt es alleine in Bayern 20 Anlagen, die Wärme, Kälte oder Strom erzeugen, zum Teil auch parallel. Deutschlandweit sind mittlerweile rund 30 solcher Anlagen in Betrieb. Die meisten befinden sich in kommunaler Hand. i www.unterschleissheim.de 58 BWK Bd. 67 (2015) Nr. 11

Produkte Neues Blatteiserkennungssystem für Windkraftanlagen Das fos4X-Blatteiserkennungssystem erfasst Vereisung an den Rotorblättern genauer als installierte Eismesssysteme auf der Gondel des Windrads. Bild: hykoe / Fotolia.com Um Eiswurf zu vermeiden, müssen Windkraftanlagen bei Eisbildung an den Rotorblättern abgeschaltet werden. Bisherige Messverfahren sind ungenau und verlangen großzügige Sicherheitsreserven. Die Folge: Windkrafträder stehen vielfach länger still als sie es eigentlich von der Eiswurf - gefahr her müssten. Das faseroptische Vibrationsmesssystem fos4Blade IceDetection der auf faseroptische Sensorik spezialisierten fos4X GmbH, München, war im September 2014 durch die für Windenergieanlagen zuständige weltgrößte Klassifikationsgesellschaft Germanischer Lloyd (DNV GL SE) zertifiziert worden. Als erstes System seiner Art erfüllt es außerdem die Norm IEC-61400-13 für die Schwingungsmessung auf Windkraftanlagen. Die umfangreiche Validierung unter Realbedingungen hat erwiesen, dass unnötige Abschaltungen deutlich reduziert werden können. Die fos4X-Spezialisten errechneten auf dieser Basis eine Mehrleistung von mehr als 40 MWh/MW Windkraftanlagenleistung. Anhand der so gewonnenen Erkenntnisse konnte fos4X für einen an der Nachrüstung seiner Anlage mit den faseroptischen Eiserkennungssystemen interessierten Betreiber die Amortisation kalkulieren. Bei den aktuellen Einspeisevergütungen macht sich die Nachrüstung innerhalb von zwei Jahren bezahlt. i www.fos4x.de Neues Monitoringsystem für Mittelspannungsschaltanlagen Mit Assetguard MVC hat Siemens ein neues Monitoringsystem für Leistungsschalter in Mittelspannungsschaltanlagen entwickelt. Das System überwacht vor allem die Funktionsfähigkeit des Leistungsschalterantriebs. Es prüft die Zuverlässigkeit der Auslösetechnik, die Wirksamkeit der geschlossenen Schaltverbindung und die Beschaffenheit der Primärkontakte. Entsprechen die Messwerte nicht den vorgegebenen Werten, informiert das System über die notwendige Wartung beispielsweise eines Schalters oder des Antriebs. Wartungsroutinen und ein möglicher Austausch von Komponenten können effizienter geplant werden. Dies erhöht die Zuverlässigkeit der Schaltanlagen und vermeidet Kosten für ungeplante Eingriffe. Zur einfacheren Installation und Konfiguration des Monitoringsystems sind alle funktionalen Komponenten als Schaltschrank-Einschub in einem 19-Zoll-Gehäuse untergebracht. Der integrierte Datenspeicher zeichnet Messdaten auf, analysiert die Messkurven und vergleicht charakteristische Punkte mit den vorher konfigurierten Grenzwerten. Mit einem Einschub lassen sich sechs Leistungsschalter überwachen. Jede Erweiterung sorgt dafür, dass sich bis zu 54 weitere Leistungsschalter überprüfen lassen. i www.siemens.de/energy Premium-Turbinenöle Moderne Turbinen müssen höchste Ansprüche erfüllen – ebenso die Turbinenöle. Shell setzt daher auf die Einführung der Shell-Turbo-S4- Produktreihe, die vom Gas - verflüssigungsprozess Gas-to- Liquids (GTL) profitiert. Die neuen Hochleistungsturbinenöle Shell Turbo S4 GX und Shell Turbo S4 X basieren auf hochreinen und kristallklaren Grundölen der Shell-GTL- Technologie. Insbesondere eine längere Ölstandzeit im Vergleich zu marktüblichen Produkten, ein hervorragender Komponentenschutz sowie eine herausragende Anlageneffizienz zeichnen dabei die beiden Premiumprodukte aus. Shell Turbo S4 GX weist zudem eine verbesserte Lasttragfähigkeit auf. Die beiden neuen Turbinenöle erfüllen und übertreffen die Spezifikationen führender Turbinenhersteller. Shell S4 GX ist grundsätzlich für den Einsatz in Turbinen mit Getriebe vorgesehen: Dazu zählen industrielle Dampf- und Gasturbinen sowie Combined-Cycle-Anlagen mit Getrieben, die hohe Anforderungen an das Lasttragevermögen stellen. Für Turbinen ohne Getriebe kann auch Shell S4 X verwendet werden. i www.shell.de BWK Bd. 67 (2015) Nr. 11 59

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