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3 | 2012

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IT & Management „Es

IT & Management „Es gibt noch immer Kommunikationsprobleme“ Der Leiter der Akademie der EVB Energy Solutions GmbH aus Velbert,Andreas Kremer, kann dies nur unterstreichen: „Im Rahmen der Unterstützungseinsätze unserer MaBiS-Anwendungsspezialisten zeigte sich wiederholt, dass Kommunikationsprobleme zwischen VNB und BKV noch nicht vollständig ausgeräumt werden konnten. Hier kommt es mitunter sogar zu Fehlbuchungen in den Delta-Zeitreihen, weil zum Beispiel auf die Korrekturanmeldungen der VNB seitens der BKV zu spät reagiert wird.“ Teilweise erfolge das sogar erst nach der Ablauf der M+29WT-Frist. Trotz erfolgreich umgesetzter Lösungen der Softwarehersteller kommt es bei der operativen Umsetzung der Datenaustauschprozesse immer wieder zuVerzögerungen. BKV bemängeln zum Beispiel fehlende Automatisierungen beim Versand der IFTSTA. Zeitreihen müssen teilweise noch mit erheblichemAufwand manuell gezogen und berechnet werden, das bedeutet, dass auch die Antwortstatusmeldung manuell generiert werden muss: ein Erklärungsansatz für die oben seitens der VNB bemängelten Verzögerungen. Als eine der dringendsten Aufgaben, die es von allen Marktpartnern sukzessive zu lösen gilt, kristallisiert sich zudem inder Bereinigung von Dateninkonsistenzen in den jeweiligen IT- Systemen heraus. Verluste drohen an den Schnittstellen Besondere Herausforderungen ergeben sich zudem aufgrund der Vielzahl Ablesung MESS- DIENSTLEISTER WiM VERTEILNETZ- BETREIBER GPKE/GeLi von eingesetzten IT-Lösungskomponenten. Schnittstellenprobleme zwischen internen Systemen (z.B. Verbrauchsabrechnung, Kommunikationslösung und Energiedatenmanagementsystem) führen dazu, dass eigentlich automatisierte Prozesse immer wieder manuell abgewickelt werden müssen. Daraus ergeben sich weitere Engpässe: „Auch wenn unsere Erfahrungen keinen Anspruch auf Repräsentativität erheben können, stellt sich immer wieder heraus, dass regelmäßig nur wenige, gewissermaßen ‚auserwählte‘ Mitarbeiter bei den Netzbetreibern operativ mit der Abwicklung der MaBiS-Prozesse betraut werden“, so Kremer. Hier kurzfristig Abhilfe zu schaffen, ist ohne externe Unterstützung nicht immer einfach. Denn das Thema Mitarbeiterqualifizierung stellt die Versorgungswirtschaft doch LIEFERANT BILANZ- KOORDINATOR BILANZKREIS- VERANTWORTLICHER Andreas Kremer, Leiter der EVB Akademie: „Im Rahmen der Unterstützungseinsätze unserer MaBiS-Anwendungsspezialisten zeigte sich wiederholt, dass Kommunikationsprobleme zwischen VNB und BKV noch nicht vollständig ausgeräumt werden konnten.“ vor zunehmend größere Herausforderungen. Die rapide zunehmende Komplexität des regulatorischen Rahmens und dessen Auswirkungen auf die abzuwickelnden Prozesse im Tagesgeschäft kann mit bisher üblichen Lehrmethoden, wie zum Beispiel Side-by-Side-Coachings, Best-Practice-Übungen, Patenkonzepten usw., kaum noch ausreichend vermittelt werden. Gemeinsam mit den Marktpartnern entwickelt die EVB Akademie individuelle, an der täglichen Prozesspraxis ausgerichtete Lösungskonzepte, umden Qualifizierungsgrad und die Lösungskompetenz der Mitarbeiter im Tagesgeschäft zuoptimieren. Weitere Fehlerquellen kommen von gänzlich unerwarteter Seite Ohne eigentliche Autorisierung durch die Festlegung, wenden einige BKV ihre ganz eigene Taktik an, um den Prüfprozess zu vereinfachen und dem VNB einen eigentlich so nicht geplantem Datenaustauschprozess aufzuoktroyieren: Nach Zustellung der Bilanzkreiszeitreihen anden BKV klärt dieser mit seinen Lieferanten ab, ob diese eine entsprechenden Lieferantenzeitreihe erhalten haben (Versand gemäß MaBiS nur auf Anfrage des Lieferanten anden VNB, in der Regel liegt deshalb beim Lieferanten keine entsprechende Zeitreihe vor). Die entsprechend negativeAuskunft der Lieferanten (rein zufällig telefonisch oder per E-Mail) wird seitens des BKV als negative Statusmitteilung per IFTSTA mit der Begründung „Energiemengen unplausibel“ an den VNB zurückgemeldet, um den Versand von lieferantenscharfen Zeitreihen auszulösen. Dadurch wird der Prüfprozess verkürzt. Ohne eigene Prüfungsanstrengungen unternehmen zumüssen, gehen BKV stillschweigend von Fehlern in den VNB-Zeitreihen aus. Die Begründung lautet: Die MaBiS sieht dieses Vorgehen zwar nicht unbedingt vor,verbietet esnach entsprechendem Rechtsverständnis aber auch nicht ausdrücklich. LF-Summe BK-Summe MaBiS BK-Abrechnung Die Grafik zeigt, an welchen Schnittstellen die MaBiS-Umsetzung zum Tragen kommt. BWK Bd. 64 (2012) Nr. 3 37

IT & Management Erste Änderungen noch im ersten Quartal 2012 Ab 1. April 2012 stehen bereits die ersten Änderungen der MaBiS aufgrund der neuen GPKE-Vorgaben an. Die an der Festlegung der MaBiS vorgenommene Änderung im Abschnitt „1.1 Bindungswirkung der Datenlage aus den GPKE- Prozessen“ trägt dem Umstand Rechnung, dass Zuordnungslisten nach den neuen GPKE-Prozessen ab1.April 2012 ausdrücklich nur noch den Status einer rein informatorischen stichtagsbezogenen Zusammenfassung zukommt. Für die Frage der Zuordnung einer Entnahmestelle zuLieferanten und Bilanzkreisen sind dann die ausgetauschten Einzelmeldungen maßgeblich. Daher kann im Rahmen der Bindungswirkung der GPKE-Kommunikation aus Sicht der BNetzA für MaBiS zukünftig auch nur auf den Status der Einzelmeldungen abgestellt werden. Die Zuordnungslisten sollen als stichtagsbezogene informatorische Zusammenfassung bestätigter Einzelmeldungen die bilanzierungsrelevantenDaten zusammenfassenund dienen dem Lieferanten als Grundlage für seine Energiebeschaffung sowie zur Prüfung der Bilanzierungsdaten und der Netznutzungsrechnungen. Verbindliche Grundlage für die Zuordnung von Entnahmestellen zuLieferanten und zuBilanzkreisen sind allein die ausgetauschten Einzelmeldungen. Fehler inden Bestandslisten sind vom Lieferanten nach dem Prozess Stammdatenänderung unverzüglich zu melden und vom Netzbetreiber für die Bestandsliste des Folgemonats zu korrigieren. Überraschungen auch beim EEG 2012 Die vielfältigen Möglichkeiten der EEG-Anlagenbetreiber, zum Beispiel zum Eigenverbrauch und insbesondere zur Direktvermarktung gemäß EEG 2012, stellen die Abrechnungssysteme der Netzbetreiber vor vollkommen neue Herausforderungen. Zur vollständigen Erfassung der bilanzierungsrelevanten EEG-Mengen muss sehr sorgfältig auf das korrekte Anlegen der Versorgungsszenarien, insbesondere bei RLM-Neuanlagen, geachtet werden. Im Neuanlageprozess nicht identifizierte Bearbeitungsfehler wirken sich fatal auf die gesamte Vertragslaufzeit aus. Unterschiede bei der Berechnung von abrechnungs- und bilanzierungsrelevanten Energiemengen landen unweigerlich in der Differenzzeitreihe. Windparks, kaufmännisch bilanzielle Weitergaben, Anlagenerweiterungen und komplexe Anlagenkonstrukte bieten genügend Spielraum für mehr oder weniger elegante individuelle Lösungen. Ein Fazit aber bleibt: Alles in allem verlief die MaBiS-Einführung nicht annähernd so desaströs, wie von einigen brancheninternen Schwarzsehern zunächst befürchtet. Allerdings, heißt es abwarten, denn der Teufel steckt wie immer im Detail. i www.evb.net Smartphones und Tablet-PC verbessern Instandhaltungsprozesse Ressourcen rationeller einsetzen INSTANDHALTUNG | Die Möglichkeiten moderner Smartphones und Tablet-PC gehen weit über das Telefonieren und den E-Mail- Abruf hinaus. Die Kölner Seven Pinciples AG zeigt Versorgern und Netzbetreibern, wie sie mit mobilen Endgeräten die Instandhaltung von Energieanlagen transparenter, effizienter und sicherer machen können. Der Trend zu Smartphones und Tablet-PC ist ungebrochen: Laut IT-Branchenverband Bitkom wurden allein 2011 in Deutschland 11,8 Mio. Mobiltelefone mit erweitertem Funktionsumfang verkauft. Damit ist bereits beinahe jedes zweite erworbene Gerät ein Smartphone. Insbesondere der mobile Internetzugang erhöht auch die Verbreitung dienstlich genutzter Mobiltelefone. 59%aller Berufstätigen haben mittlerweile mindestens zwei Geräte in Gebrauch, nur 3%von ihnen besitzen keins. Ähnlich ist die Entwicklung bei Tablet-Computern.Hier geht Bitkom von 2,1 Mio.verkauften Geräten imJahr 2011 aus. Dennoch lassen viele Unternehmen das enorme Potenzial ungenutzt, das mobile Endgeräte wie Smartphones und Tablet-PC bieten. Das gilt auch für Versorger und Netzbetreiber. Dabei können sie zum Beispiel bei der Instandhaltung ihrer Anlagen und Gebäude von der Mobilisierung der Unternehmensprozesse besonders profitieren, erklärt Rainer Brenk-Ortolf, Team Manager bei Seven Principles: „Braucht etwa ein Techniker länger als gedacht, kann durch die unmittelbare Übermittlung der Information die Disposition sofort reagieren und gegebenenfalls Folgeaufträge neu planen.“ Digitale Datenerfassung und Dokumentation vor Ort Mit 7P Mobile Maintenance Energy bietet Seven Principles eine Lösung an, die speziell auf die Anforderungen von Versorgern und Netzbetreibern zugeschnitten ist. Mittels Handhelds, Smartphones oder Tablet-PC können beispielsweise Inspektionen, Störinstandsetzungen und Wartungen an Anlagen und Gebäuden vor Ort digital erfasst und dokumentiert sowie anfallende Folgearbeiten festgelegt werden. Darüber hinaus ermöglicht die neue Lösung eine verbesserte Einsatzplanung disponierbarer Ressourcen. „Die Instandhaltung zählt in Unternehmen zu den Bereichen, die noch stark papiergetrieben sind“, sagt Brenk- Ortolf. Nicht selten müssen jedes Jahr Formulare in sechsstelliger Anzahl handschriftlich ausgefüllt werden. Die Papiere stammen meist vom eingesetzten Instandhaltungssystem (IHS) per Massendruck. Vonden Meistern werden die Formulare anschließend nach den jeweiligen Teams bzw. Servicemitarbeitern sortiert, die wiederum die Formulare hinsichtlich optimaler Wegstrecke von Hand ordnen müssen. „So wird bereits vor dem Start der eigentlichen Instandhaltungstätigkeiten viel Arbeitszeit unproduktiv vergeudet“, so Brenk- Ortolf. 38 BWK Bd. 64 (2012) Nr. 3

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