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4 | 2014

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Know-how braucht

Know-how braucht Erfahrung Mitsubishi Hitachi Power Systems Europe GmbH ist die Nachfolgegesellschaft der Hitachi Power Europe GmbH 3.–5.Juni 2014 koelnmesse, Köln, Deutschland Besuchen Sieuns am Stand7J46 Intelligente Lösungen zur Stromerzeugung Mitsubishi Hitachi Power Systems Europe liefert moderne und wirtschaftliche Produkte. Wir bauen und erneuern Kraftwerke. Wir kümmern uns um vorausschauenden Service. Unsere grünen Technologien, etwa zur Energiespeicherung oder im Bereich Biomasse, sind weitere Beispiele für Innovation und Zuverlässigkeit. Intelligente Lösungen zur Stromerzeugung benötigen neben Know-how auch Erfahrung. Natürlich beides bei uns verfügbar. Seit über hundert Jahren. www.eu.mhps.com

Gastkommentar Zeit für eine grundlegende Reform ENERGIEWENDE | Der Start der Energiewende in Deutschland war holprig. Konstruktionsfehler des Erneuerbare-Energien- Gesetzes (EEG) haben das energiewirtschaftliche Viereck (Klimaschutz –Wirtschaftlichkeit –Versorgungssicherheit – Akzeptanz) aus dem Gleichgewicht gebracht. Zwar tragen Wind, Sonne und Biomasse mittlerweile mit über 20 Prozent überplanmäßig zur Stromversorgung bei. Doch explodierende Kosten, häufige Eingriffe zur Netzstabilität und steigende CO 2 -Emissionen führen zu schwindender Akzeptanz inder Gesellschaft. Die Regierung hat inzwischen die Notwendigkeit einer Überarbeitung des EEG erkannt und setzt mit Reformvorschlägen an den Schwachstellen an. Kaum jemand bestreitet mehr, dass am derzeitigen EEG Änderungsbedarf besteht. Damit das Jahrhundertprojekt Energiewende auch zu einem Erfolgsprojekt wird, muss die Energiewende vor allen Dingen bezahlbar bleiben. Siemens hat mit seinem Strommarktdesign einen Entwurf für eine grundlegende Nachbesserung des Regelwerks vorgelegt. Einige entscheidende Elemente fanden imaktuellen EEG- Reformentwurf bereits Berücksichtigung. Werden die Eckpunkte wie vorgeschlagen umgesetzt, kann die Kostendynamik beim Ausbau der erneuerbaren Energien erstmalig gebremst werden. Diese angekündigte Korrektur ist ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung. So soll beispielsweise die Eigenerzeugung bei der EEG-Umlage stärker einbezogen werden. Allerdings umfasst die EEG-Umlage nur etwa ein Drittel aller variablen Kosten für das Energiesystem, die über den Strompreis umgelegt werden. Zudiesen Kosten zählen auch das Netzentgelt oder die Konzessionsabgabe. Umaber alle zur Erhaltung des Systems relevanten Kosten verursachergerecht zuzuordnen, sollten auch Abgaben umgelegt werden. Damit das weitgehend gerecht geschieht,bietet sich ein festes Entgelt gemessen ander jeweiligen Anschlussleistung an. Offen lässt der Reformvorschlag leider auch die Frage nach der Weiterentwicklung der strategischen fossilen Reserve, die bei hoher Last aber minimaler erneuerbarer Leistung im Winter die Versorgungssicherheit gewährleistet. Bis zum Jahr 2020 reicht derAnteil gesicherter Leistung zwar noch aus. Mit der Abschaltung der restlichen Kernkraftwerke 2022 fehlen dann jedoch zusätzliche 8,5 GWKapazität. Diese Lücke muss geschlossen werden. Aus Klimaschutzgründen würden sich flexible und CO 2 -arme Gaskraftwerke bestens dafür eignen. Doch der niedrige Zertifikatspreis des Europäischen Emissionshandelssystems (EU-ETS) für CO 2 liefert derzeit kein verlässlichesSignalfür Investitionen in moderne, effiziente und saubere Technologien. Stattdessen erlebt Deutschland ein historisches Hoch der Kohlekraft. Kein anderer Brennstoff verursacht so viele Treibhausgase. Vorschläge der Europäischen Kommission zur Reform des EU- ETS liegen zwar auf dem Tisch. Allerdings ändern weder die empfohlene Verknappung von Zertifikaten noch die Autor Dr. Roland Fischer, CEO der Division Power Generation, Siemens Energy Sektor: „Die EEG-Reform bietet die Chance, Schwachstellen der Energiewende zu beheben, das energiewirtschaftliche Viereck wieder ins Gleichgewicht zu bringen und den Standort Deutschland zu sichern.“ flexible Mengensteuerung das strukturelle Problem, sondern erzeugen zusätzliche Intransparenz über künftige Preisentwicklungen. Planungssicherheit für Investoren könnten bindende europaweite CO 2 -Ziele für 2030 und die Einführung eines Marktmechanismus mit festgelegtem Preiskorridor für Zertifikate bieten. Ein stabiler Emissionshandel in Europa und die damit einhergehende, langfristige Lenkungswirkung für Investitionen könnten einen Innovationsschub auslösen –mit positiven Effekten für die Volkswirtschaft. Drei globale Technologiefelder –die Gasturbinentechnik, Offshore-Wind und die Hochspannungsgleichstromübertragung – spielen bei der Energiewende eine elementare Rolle. Alle drei haben ihre Wertschöpfungsketten in Europa und führen derzeit den Weltmarkt an. Gelingt die Energiewende, hat Deutschland die Chance, zum Schaufenster für den nachhaltigen Umbau eines Energiesystems zu werden. Die deutsche Industrie könnte wieder eine Pionierrolle einnehmen. Mit allen positiven Auswirkungen für einen exportstarken Standort Deutschland. Deshalb darf die Wende kein Selbstzweck sein, sondern muss die Balance halten zwischen anspruchsvollen Zielen und der Sicherung des Standorts. BWK Bd. 66 (2014) Nr. 4 3

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