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4 | 2014

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Energiespeicher

Energiespeicher zögerungen und Ungewissheiten bei der Projektrealisierung im Einzelnen näher eingegangen. Projektverzögerungen und ungewisse Realisierungen Atdorf: Für das Projekt Atdorf liegt seit Ende 2010 der positive Raumordnungsbeschluss vor. Die Antragsunterlagen für das PFV wurden im Juni 2012 eingereicht [31]. Mit einem Genehmigungsentscheid kann voraussichtlich 2015 gerechnet werden. Vor der Eröffnung des PFV richtete die Schluchseewerk AGfür alle Beteiligten einen „Runden Tisch“ ein, um die aus der Mediation hervorgehenden Ergebnisse möglichst noch in das PFV einfließen zu lassen [32]. Der Dialogprozess mit Gegnern und Befürwortern des Projekts führte allerdings nicht zu tragbaren Kompromissen, wie der Abschlussbericht aufzeigt [33; 34]. Ein Antrag der Bürgerinitiative Atdorf zur Einstellung des PFV wurde vom LandratsamtWaldshut abgelehnt, da für das Vorhaben die notwendige Planrechtfertigung festgestellt wurde [35]. RWE, mit 50 % der größte Anteilseigner an der Schluchseewerk AG, plant nach vorliegenden Informationen aus dem Projekt auszusteigen [36]. Dies könnte das Aus für Atdorf bedeuten. Die EnBW, mit 37,5 % der zweitgrößte Anteilseigner, will allerdings das PFV zuEnde führen und anhand der dann geltenden politischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen über die Investition entscheiden[37].NachAussagen der Schluchseewerk AG kann Atdorf unter dem jetzigen Marktumfeld nicht wirtschaftlich betrieben werden [38].Aufgrund der beschriebenen Entwicklungen ist die Realisierung von Atdorf derzeit als fraglich einzustufen (Bild 3). Blautal: Anfang 2012 wurde ein ergänzendes ROV für den Oberbecken-Alternativstandort „Schulzhau“ abgeschlossen. Seither laufen die Vorbereitungen für das PFV [39], für das bislang aber noch keine Antragsunterlagen eingereicht wurden. Aufgrund der energiewirtschaftlichen Rahmenbedingungen wollen die Stadtwerke Ulm das Projekt verlangsamt weiterentwickeln und vorerst keine Investitionsentscheidung treffen [40]. Eine Realisierung des Projekts erscheint somit fraglich (Bild 3)bzw.erst nach 2020 möglich zusein. Zudem will eine 2010 gegründete Bürgerinitiative das Projekt verhindern [41]. Einöden: Nach bisherigem Zeitplan sollte das ROV bis Ende 2013 und das PFV bis Ende 2014 abgeschlossen sein. Der Bau sollte 2015 beginnen, die Inbetriebnahme in 2019 erfolgen [42]. Das ROV wurde allerdings bis Ende 2013 noch nicht eröffnet. Größere Widerstände gegen das Projekt sind derzeit nicht bekannt. 2013 fanden mehrere Informationsabende/Diskussionsrunden für interessierte Bürger der Gemeinde Flintsbach statt,zuder die Projektgesellschaft im Rahmen eines „Runden Tisches“ eingeladen hatte [42]. Die Gemeinde Flintsbach plant, möglichst rasch eine Grundsatzentscheidung des Gemeinderats und eine Bürgerbefragung herbeizuführen, die über das Projekt entscheiden soll [43]. Derzeit lässt sich nur schwer einschätzen, ob eine Realisierung des Projekts weiterhin ernsthaft verfolgt wird. Forbach: Das Forbach-Projekt hat die Erweiterung des Rudolf-Fettweis-Pumpspeicherkraftwerks umbis zu 225 MW zum Ziel [44], die bei der Bevölkerung offensichtlich auf Akzeptanz stößt [45] und für die nach einem Beschluss des Gemeinderates Forbach inallen Verfahrensschritten eine möglichst breite Bürgerbeteiligung erfolgen soll [46]. Am28. November 2012 wurde der positive Beschluss des ROV erteilt [47].Das PFV war Ende 2013 noch nicht angelaufen. Zur Vorbereitung darauf wurden unter anderem Baugrunduntersuchungen im September 2013 im Bereich des vorgesehenen Oberbeckens „Seekopf“ durchgeführt [48]. Der frühestmögliche Baubeginn wird von EnBW bislang mit 2015 angegeben, die Bauzeit mit 4,5 bis fünf Jahren [44]. Das Kraftwerk könnte dann 2019/20 inBetrieb gehen. Allerdings ist wegen des noch nicht begonnen PFV zumindest mit einem Zeitverzug bei der Projektrealisierung zurechnen. Hainleite: Das Projekt Hainleite wurde im Oktober 2013 der Öffentlichkeit und betroffenen Bürgern vorgestellt. Die Antragskonferenz für das ROV fand am 25. Februar 2014 statt. Der Baubeginn könnte 2016, die Inbetriebnahme 2021 erfolgen [49]. Realisiert werden soll das Projekt nur, wenn die Rentabilität gegeben ist und es in der Region auf Akzeptanz stößt [50]. Größere Widerstände gegen das Projekt sind derzeit nicht bekannt. Heimbach: Für das Projekt Heimbach fand am 17. Juni 2011 die Antragskonferenz zum ROV statt [51]. Das ROV selbst wurde bislang noch nicht eröffnet. Die Tischvorlage zur Antragskonferenz sah für die Umsetzung des Projekts folgenden groben Zeitplan vor: Abschluss des ROV in 2012, 2013 Beantragung des PFV, 2015 Planfeststellungsbescheid, 2017 bis 2019 bauliche Umsetzung, 2019 Inbetriebnahme. Da vom Vorhabenträger seit 2011 keine relevanten Projektaktivitäten mehr ausgewiesen werden [52], ist die Realisierung des Projekts inBild 3als fraglich eingestuft. Jochberg: Die Standort-Eignungsprüfungen für das Projekt Jochberg sind noch nicht abgeschlossen. Für 2014 ist dasROV geplant. Solltesichder Standort als raumverträglich herausstellen, sind die weitere vertiefte Planung und das PFV vorgesehen [53]. Die Vorbereitungen für das ROV ruhen allerdings derzeit (Stand: Ende 2013). Der Vorhabensträger hat angekündigt, die Arbeiten erst wieder aufzunehmen, wenn eine Bewertung der Pumpspeicherstudie der bayerischen Staatsregierung, ein energiewirtschaftliches Gesamtkonzept und zumindest Grundzüge des zukünftigen Energiemarktdesigns vorliegen [54]. Gegner des Projektsgründeten2013 einAktionsbündnis [55], um die als erheblich bezeichnete Natur- und Umweltzerstörung zu verhindern. Kritisch äußerte sich auch der deutsche Alpenverein [56].Bayerns Ministerpräsident Seehofer möchte Jochberg nicht gegen den Willen der Bevölkerung durchsetzen, was Insider als Projekt-Aus deuten [57]. Die Realisierung des Projekts ist angesichts der skizzierten Rahmenbedingungen derzeit als fraglich einzustufen (Bild 3). Leinetal: Die Projektgesellschaft hat seit Ende 2012 in mehreren öffentlichen Veranstaltungen betroffene Bürger über das Projekt informiert und Mitte 2013 zum ersten Projektdialog eingeladen. Auf die Durchführung eines ROV hat der Landkreis Hildesheim im April 2013 verzichtet [58]. Damit hat das Projekt die erste Hürde imGenehmigungsverfahren genommen. Informationen, ob ein PFV demnächst angestrebt wird, liegen derzeitnicht vor(Stand: Ende2013).Der Abschluss des PFV war bislang für Ende 2015, der Baubeginn in 2016 und die Inbetriebnahme für 2020 grob geplant [59]. Angesichts der frühen Projektphase ist die Realisierung des Projekts derzeit nicht einschätzbar. Lippe: Die Projektgesellschaft PSW Lippe GmbH besteht erst seit Anfang 2013 und die erste Bürgerinformation fand im September 2013 statt. Im Zeitraum 2013 bis 2016 sollen unter anderem die Grundstückssicherung (2013), das ROV (2014), das PFV (2015 bis 2016) und der Informationsprozess erfolgen. Der Bau ist zwischen 2016 und 2020, die Inbetriebnahme für 2021 geplant [60]. Das Projekt stößt beim Land NRW und der Bezirksregierung Detmold auf positive Resonanz [61]. Angesichts der frühen Projektphase ist die Realisierung des Projekts derzeit nicht einschätzbar. Nethe: Der Energieversorger Trianel hat andrei Standorten inDeutschland (darunter Nethe), Planungen für neue PSW aufgenommen. Eine Realisierung ist aber nur für ein bis zwei Standorte vorgesehen [62].Das ROV für das Projekt 48 BWK Bd. 66 (2014) Nr. 4

Energiespeicher Nethe wurde am 21. Dezember 2012 positiv abgeschlossen [63].Gegenstand war die Stromnetzanbindung [64]. Größere Widerstände gegen das Projekt sind derzeit nicht bekannt. Seit Beginn der Planungen finden regelmäßige Informationsveranstaltungen und wiederholt tagende Arbeitskreise unter Bürgerbeteiligung statt [62]. Die Entscheidung, welcher Standort mit einem PFV prioritär weiterverfolgt wird, soll erst nach Abschluss der ROV aller Trianel-Projekte erfolgen. Mit einer Unternehmensentscheidung ist vermutlich erst 2014 zu rechnen, die zum Beispiel den Verkauf des Nethe-Standorts beinhalten könnte [62]. Das Nethe-Projekt wird daher in Bild 3als fraglich eingestuft. Riedl: Im August 2011 erging der positive Beschluss des ROV. Die Unterlagen für das PFV wurden im September 2012 beim Landratsamt Passau eingereicht. Deren positiver Beschluss wird demnächst erwartet. Der Baubeginn ist für 2014 geplant, die Inbetriebnahme für 2018 [65]. Allerdings will eine Interessengemeinschaft aus Bürgern der Region und dem Bund Naturschutz, Kreisgruppe Passau, die Realisierung des Projekts verhindern [66]. Rur: Die Planungen zum PSW Rur wurden von Trianel und den beteiligten Stadtwerken am 21. Juni 2013 eingestellt. Als Begründung wurde fehlender politischer Rückhalt genannt [67]. Das Projekt stieß nicht nur bei betroffenen Bürgern auf Ablehnung (zum Beispiel Bürgerinitiative „Rettet den Rursee“ [68]), sondern auch bei den betroffenen Rursee-Gemeinden Nideggen [69] und Heimbach [70], die entsprechende Ratsbeschlüsse trafen. Poschberg: Das Projekt Poschberg [71] befindet sich noch ineiner frühen Planungsphase. Vom Projektträger war für April 2013 die Einleitung des ROV angekündigt, die allerdings bis jetzt (Stand: Ende 2013) noch nicht erfolgt ist. Als frühester Zeitpunkt für die Umsetzung des Projekts wird 2023 genannt [72]. Neben einer örtlichen Bürgerinitiative [73] hat sich der Gemeinderat von Schneizlreuth im September 2012 gegen das Vorhaben in der jetzigen Form und den geplanten Ausmaßen ausgesprochen. Dagegen lehnt der Bad Reichenhaller Stadtrat das Projekt nicht generell ab[74]. Nach Ansicht vom Bund Naturschutz ist der Projektträger (Firma Aicher) in erster Linie am wertvollen Dolomit interessiert, der beim Aushub der Ober- und Unterbecken anfällt. Dieser kann in den Lech- Stahlwerken als Rohstoff eingesetzt werden [72]. Die Chancen für eine Umsetzung des Projekts sind derzeit nicht einschätzbar. Schmalwasser: Für das Projekt Schmalwasser wurden vom Vorhabenträger Trianel am 29. April 2013 die Antragsunterlagen zum ROV eingereicht [75]. Das PFV sollte nach der ursprünglichen Zeitplanung 2013 bis 2015, der Baubeginn 2016, die Inbetriebnahme im Zeitraum 2019 bis 2020 erfolgen. Bis Ende 2013 lag der positive Beschluss des ROV allerdings noch nicht vor [76]. Trianel hat erstmals im Sommer 2011 die betroffenen Gemeinden und deren Bürger über das Vorhaben informiert. Die letzte Bürgerinformation fand Mitte 2012 statt. Im Juli 2012 wurde ein „Runder Tisch“ mit Vertretern betroffener Gemeinden, Bürgerinitiativen, Verbänden, Behörden und Trianel eingerichtet, der inzwischen zehnmal tagte [75]. Gegner des Projekts reichten 2013 beim Petitionsausschuss des Thüringer Landtags eine Petition ein, deren Ziel eswar, die Zulässigkeit eines indas ROV integrierten Zielabweichungsverfahrens zuüber- www.tuv.com Rundum für Sie da: Mit individuellen Lösungen und bestem Service. Gemeinsam mehr erreichen. Beratung und Inspektion Inbetriebnahme und wiederkehrende Prüfung Zerstörungsfreie und zerstörende Prüfung Werkstoffprüfung Labordienstleistungen Messtechnik Störfallvorsorge Unsere Prüfer und Experten bieten Ihnen intelligente Lösungen für höchste Sicherheit, Funktionstüchtigkeit und den störungsfreien Betrieb Ihrer Anlagen oder Systeme. www.tuv.com

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