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5 | 2016

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Gemeinsam stärker

Gemeinsam stärker Integrierte Lösungen zur Stromerzeugung Mitsubishi Hitachi Power Systems Europe liefert hochmoderne und leistungsfähige Produkte. Wir errichten Kraftwerke auf dem neuesten Stand der Technik. Wir realisieren zuverlässige und kostengünstige Service-Lösungen. Unsere grünen Technologien – zum Beispiel im Bereich Biomasse und Energiespeicher – sind beispielhaft für unsere Innovationsstärke. Intelligente Lösungen zur Stromerzeugung benötigen Know-how und Erfahrung. Mitsubishi Hitachi Power Systems hat beides – und dies macht uns zu einem erfolgreichen Energieanlagenbauer und Anbieter von Serviceleistungen. www.eu.mhps.com

Gastkommentar Klimaschutz – eine große Chance für die deutsche Industrie ENERGIESYSTEM | Das wahrscheinlich wichtigste Ereignis des Jahres 2015 für die zukünftige Ausgestaltung des weltweiten Energiesystems dürften die Beschlüsse der 21. UN-Klimakonferenz im Dezember in Paris gewesen sein: die Begrenzung der globalen Erwärmung auf deutlich unter 2 °C, möglichst 1,5 °C, im Vergleich zum vorindustriellen Level. Um dieses Ziel zu erreichen, müssen die Treibhausgasemissionen weltweit zwischen 2045 und 2060 auf Null zurückgefahren werden. Dies bedeutet einen radikalen Umbau des weltweiten Energiesystems: Der größte Teil der fossilen Energieträger Kohle, Erdöl und Erdgas wird im Boden verbleiben müssen, sofern die bei ihrer Nutzung frei werdenden CO 2 -Emissionen nicht abgeschieden und endgelagert werden. Geringe Mengen des abgeschiedenen CO 2 könnten auch als Rohstoff für chemische Prozesse und synthetische Treibstoffe genutzt werden. Nach den Prognosen der Internationalen Energieagentur (IEA) wird ein Teil der CO 2 -Reduktion weltweit durch neue Kernkraftwerke zu leisten sein. Gegenwärtig sieht es jedoch so aus, dass diese Option meist nur in Ländern mit staatlich kontrollierten Energiemärkten wie China (35 % Anteil an den weltweiten Neubauten von Kernkraftwerken) und Russland (13 % Anteil) gewählt werden, während die Erfahrungen mit Neubauten in Europa eher ernüchternd sind: Sowohl bei dem finnischen (Olkiluoto) wie auch dem französischen (Flamanville) Reaktorneubau wird die Bauzeit voraussichtlich doppelt so lange dauern wie geplant und die Baukosten werden sich gegenüber der ursprünglichen Planung etwa verdreifachen. Darin sind die Kosten für Rückbau und Endlagerung noch nicht enthalten, so dass andere Optionen deutlich preiswerter sind. Der überwiegende Anteil der CO 2 -Reduktion wird durch die Steigerung der Energieeffizienz erreicht werden müssen, wie zum Beispiel durch eine bessere Wärmedämmung von Gebäuden und effizienten Heizgeräten wie Wärmepumpen, durch leichtere und effizientere Fahrzeuge mit einem steigenden Anteil von Elektroantrieben, auch bei Lieferfahrzeugen und schweren Lastkraftwagen (beispielsweise durch Oberleitungen) und einer noch effizienteren Nutzung der Energie in Industrie, Gewerbe und Handel. Parallel dazu werden die erneuerbaren Energieträger deutlich ausgebaut werden müssen, bei uns ganz überwiegend Windkraft und Photovoltaik. Die aus CO 2 -Reduktionsgründen ohnehin notwendige Substitution von Brennstoffen durch CO 2 -frei erzeugten Strom steigert auch die Möglichkeiten, den fluktuierenden Strom verstärkt in Zeiten eines hohen Angebots zu nutzen, zum Beispiel um Warmwasser für die Gebäudeheizung, synthetisches Gas für die chemische Industrie oder für Brennstoffzellenfahrzeuge zu erzeugen oder die Batterien der Elektrofahrzeuge zu laden. Für diesen Umbau des Energiesystems werden weltweit enorme Investitionen erforderlich werden. Die IEA schätzt in einer Studie vom Juli 2015 die kumulierten Kosten zwischen 2015 und 2030 für ein nachhaltiges Energiesystem auf rund 38 Billionen US-Dollar. Dies sind aber nur rund 6 % mehr als die Kosten für ein konventionelles Energiesystem, und hierbei sind die vermiedenen Kosten für eine Anpassung an die Folgen des Klimawandels beziehungsweise die durch ihn verursachten Schäden noch gar nicht berücksichtigt. Dies liegt vor allem daran, dass die Kosten für die fossilen Brennstoffe um über 2 Billionen US-$ geringer ausfallen, während zusätzlich Investitionen in effiziente Energienutzung mit 3 Billionen US-$ sowie rund 1,5 Billionen US-$ für Techniken zur Nutzung erneuerbarer Energien aufzuwenden sein werden. Dies bedeutet für eine hochtechnisierte exportorientierte Volkswirtschaft wie Deutschland eine riesige Chance, energieeffiziente Techniken und solche zur Nutzung und Speicherung erneuerbarer Energieträger auf dem Weltmarkt zu verkaufen. Ein Gelingen der „Energiewende“ in Deutschland ist das beste Verkaufsargument. Setzen wir alles daran, dass sie gelingt. Prof. Dr.-Ing. Harald Bradke, Leiter des Competence Centers Energietechnologien und Energiesysteme des Fraunhofer- Instituts für System- und Innovationsforschung (ISI), Karlsruhe. „Der aus Gründen des Klimaschutzes erforderliche Umbau des weltweiten Energiesystems bietet vielen Unternehmen der deutschen Industrie sehr gute Chancen, die hierfür erforderlichen Techniken auf dem Weltmarkt zu verkaufen.“ BWK Bd. 68 (2016) Nr. 5 3

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