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6 | 2015

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Know-how braucht

Know-how braucht Erfahrung 9. – 11. Juni 2015 Amsterdam RAI, Amsterdam, Niederlande Besuchen Sie uns am Stand 1C2 Intelligente Lösungen zur Stromerzeugung Mitsubishi Hitachi Power Systems Europe liefert moderne und wirtschaftliche Produkte. Wir bauen und erneuern Kraftwerke. Wir kümmern uns um vorausschauenden Service. Unsere grünen Technologien, etwa zur Energiespeicherung oder im Bereich Biomasse, sind weitere Beispiele für Innovation und Zuverlässigkeit. Intelligente Lösungen zur Strom erzeugung benötigen neben Know-how auch Erfahrung. Natürlich beides bei uns verfügbar. Seit über hundert Jahren. www.eu.mhps.com

Gastkommentar Der deutsche Strommarkt muss ein Wettbewerbsmarkt sein MARKTDESIGN | Der Strommarkt in Deutschland braucht ein Design, das Versorgungssicherheit, Umweltverträglichkeit und Wirtschaftlichkeit sichert sowie gleichzeitig Anreize für Investitionen bietet. Derzeit bestehen in Deutschland Überkapazitäten im Kraftwerksbereich. Aufgrund des Alters der Kraftwerke und des Ausstiegs aus der Atomkraft bis Anfang des nächsten Jahrzehnts werden die steuerbaren Kraftwerke knapp. Daher müssen schon heute die energiepolitischen Weichen gestellt werden müssen, um mit ausreichender Vorlaufzeit die Entwicklung von flexiblen Kraftwerken sowie Bau und Modernisierung von Kraftwerken und Speichern zu ermöglichen. Das Gelingen der Energiewende führt nur über ihren ökonomischen Erfolg. Dies setzt Rahmenbedingungen voraus, die Investoren davon überzeugen, dass sich ihnen hier ein attraktives Geschäftsmodell bietet. Der Fall des hochmodernen Gaskraftwerks „Irsching“ zeigt beispielhaft den bisher ungelösten Konflikt zu Lasten von Investoren und letztlich des Verbrauchers und Steuerzahlers. Der deutsche Strommarkt muss ein Wettbewerbsmarkt sein, der dem Prinzip von Angebot und Nachfrage folgt. Dabei müssen Kosten und Preisbildung systemisch betrachtet werden. Der Preisverfall an der Strombörse sendet die falschen Signale, um neue steuerbare Kraftwerke oder Speicher zu bauen. Für Energieversorgungsunternehmen ist dies keine attraktive Perspektive. Zumal der von den Vertriebsunternehmen selbst beeinflussbare Anteil am Strompreis für Strombeschaffung und Vertrieb nach Angaben des BDEW heute nur noch rund 25 % beträgt. Als Konsequenz daraus desinvestieren die Energieversorgungsunternehmen oder sie suchen Partner für Investitionen. Der Strompreis für Privathaushalte sollte preislich ausdifferenziert sein und sich an den Erzeugerpreisen an der Börse orientieren. Damit würde ein Preisanreiz entstehen, Strom vor allem dann zu nutzen, wenn ein Überangebot im Markt existiert. Das Strommarktdesign muss sowohl die fossilen als auch die erneuerbaren Erzeugungsformen berücksichtigen. Die Bereitstellung von Energie darf nicht zu Lasten der Betreiber steuerbarer Kraftwerke geschehen – dies ist keine Forderung nach Subventionen, sondern nach einer Fortentwicklung des bestehenden Marktsystems. Auch das Vorhalten von Erzeugungskapazitäten muss mit einem Bereitstellungspreis versehen werden. Im Gegensatz zu den konventionellen Kraftwerksbetreibern wird beispielsweise den Betreibern von Windparks das Erbringen von Netzdienstleistungen vergütet. Politische Rahmenbedingungen müssen auch nach der getroffenen Investitionsentscheidung unverändert bleiben. Laufende Projekte müssen weiterhin den politisch zugesicherten Bestandsschutz erhalten, doch müssen auch neue Kraftwerke Investitionssicherheit bieten. Ein Investor muss zum Zeitpunkt seiner Investitionsentscheidung Klarheit darüber haben, mit welchen Rahmenbedingungen er bei einer Anlagenrealisierung im Rahmen des geplanten Umsetzungszeitraums rechnen kann. In einem Wettbewerbsmarkt können heute hocheffiziente und flexible Erzeugungstechnologien ein großes Kostensenkungs- und damit Preissenkungspotenzial entfalten. Jedoch müssen sich unter den Rahmenbedingungen der Energiewende Investitionen in Effizienz und Flexibilität fossiler Kraftwerke lohnen. „Stranded Investments“ in hocheffiziente Kraftwerke – wie das Beispiel Irsching zeigt – sind ein nachhaltig negatives Signal für den Investi - tionsstandort Deutschland. Das politische Ziel eines marktwirtschaftlich orientierten europäischen Energiebinnenmarktes muss vorangetrieben werden. So lassen sich Standortvorteile einzelner Erzeugungsformen effizient nutzen und eine kostenoptimale Netzinfrastruktur gewährleisten. Gleichzeitig müssen die Marktdesigns aufeinander abgestimmt sein, damit ein Kapazitätsmarkt wie in Frankreich mit einem Strommarkt wie in Deutschland kompatibel bleibt. Alf Henryk Wulf, Vorstandsvorsitzender der Alstom Deutschland AG. „Zur Sicherstellung zukünftiger Investitionen und der Finanzierung von großen Projekten im Energiesektor in Deutschland, ist die Qualität der politischen Entscheidungen bedeutsam. Der deutsche Strommarkt braucht klare und glaubwürdige Signale der Politik!“ BWK Bd. 67 (2015) Nr. 6 3

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