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S P E C I A L K l i m a

S P E C I A L K l i m a s c h u t z Grünes Gas – die unterschätzte Schlüsselfigur Der diesjährige Erdüberlastungstag (englisch Earth Overshoot Day) bringt ernüchternde Gewissheit: 2019 hat die Menschheit ihre natürlichen Ressourcen so früh aufgebraucht wie noch nie. Dass dringend Handlungsbedarf besteht, etwa bei der Einsparung von CO 2 , ist bekannt. Trotzdem schreitet die Energiewende nur mühsam voran: Das Klimaziel 2020 wird Deutschland beispielsweise nur im Wärmemarkt erreichen. Doch statt den Fokus nun auf 2030 zu legen, sollten wir uns zunächst darauf konzentrieren, schnellstmöglich die angestrebten Kohlenstoffdioxid-Werte für 2020 nachzuholen. Potenziale dafür eröffnen sich unter anderem im Strommarkt. Durch den beschlossenen Ausstieg aus der Kohleverstromung werden vermehrt Gaskraftwerke gefordert werden – und das ist gut fürs Klima. Denn der Ausbau der Erneuerbaren ist zwar zweifelsohne ein richtiger Ansatz – jedoch können diese noch nicht den gesamten Energiebedarf decken. Schließlich unterliegt ihre Energieproduktion unvorhersehbaren wetterbedingten Schwankungen. Aktuell mangelt es zudem an der nötigen Weiterverteilung elektrischer Energie aus Erneuerbaren. Als verlässlichste Energiequelle qualifiziert sich Erdgas als zukunftsfähiger Energieträger. Ohne seinen Beitrag sind weder eine konsequente Energiewende noch erfolgreicher Klimaschutz in Deutschland und im Rest Europas möglich. Kein anderer Energieträger ist dazu in der Lage, durch den geplanten Kohle- sowie Atomausstieg verloren gegangene Erzeugungskapazität zuverlässig aufzufangen und langfristig Versorgungssicherheit zu gewährleisten. Bereits heute deckt Erdgas etwa ein Viertel des deutschen Energiebedarfs und ist neben Kohle der zweitwichtigste Energieträger. In Form von Wasserstoff und Bioerdgas wird es zudem immer grüner und positioniert sich zukünftig als zweite tragende Säule unserer Energieversorgung, wie eine aktuelle Leitstudie der Deutschen Energie-Agentur (dena) belegt. Aber Gas kann noch mehr: Aktuell laufen in Deutschland unter anderem bereits 40 Forschungspilotprojekte zum Thema Power-to-Gas (PtG) – zehn weitere sind in Planung. Diese Technologie schafft, was aktuell noch die größte Herausforderung darstellt: grüne Energie aus Wind und Sonne zu speichern und zu einem beliebigen Zeitpunkt wieder abzurufen. Im Gasnetz kann der gespeicherte Öko-Strom genau dorthin transportiert werden, wo er gebraucht wird – eine deutliche Entlastung für das Stromnetz. Auch Uniper ist aktiv an der Entwicklung beteiligt: Im brandenburgischen Falkenhagen (Landkreis Prignitz) haben wir die international erste PtG-Anlage errichtet. Die Anlage nimmt durch Windkraftanlagen erzeugten Strom auf und erzeugt durch einen Elektrolyseprozess Wasserstoff. Wir befinden uns damit erst am Anfang eines umfassenden Transforma - tionsprozesses, der – mit entsprechender Unterstützung aus der Politik – den Weg in eine grüne Energiezukunft ebnen kann. • G u n d o l f S c h w e p p e Vorsitzender der Geschäftsführung der Uniper Energy Sales GmbH, Düsseldorf Das Potenzial von Erdgas ist enorm und längst noch nicht ausgeschöpft. Um die Kosten für die Produktion von grünem Gas zu senken, braucht es jedoch klare politische Bekenntnisse und Zielvorgaben. Außerdem müssen unsere Kraftwerksparks unbedingt besser ausgelastet und die bestehende Gasinfrastruktur noch weiter ausgebaut werden. Bild: Uniper Energy Sales 14 BWK BD. 71 (2019) NR. 10

K l i m a s c h u t z S P E C I A L Energy and Efficiency as a Service (EEaaS) ist ein vollintegrierter, ganzheitlicher Service für Energieeffizienz von MVV, entwickelt mit der Unterstützung von ABB, um den aktuellen und künftigen Anforderungen von Geschäftskunden individuell gerecht zu werden. Dabei geht es etwa um den Aufbau und das Management von E-Mobility Ladeinfrastruktur, die Optimierung des Zusammenspiels von Eigenverbrauch und Eigenerzeugung oder um konkrete CO 2 -Einsparungen – also um die wachsenden Herausforderungen für Unternehmen bei steigender technischer und regulatorischer Komplexität. A n d r é M a r t i n Head of Business Development, MVV Enamic GmbH, Mannheim Bild: MVV Enamic Mit EEaaS nutzen Partnerunternehmen die Möglichkeiten eines effizienten Energiemanagements für ihr eigenes Energiekonzept und können ihre Ressourcen so auf das eigene Kerngeschäft konzentrieren. Konkret heißt das: Mittelständische Firmen und Industriebetriebe bekommen ein ganzes Bündel an erprobten Maßnahmen an die Hand, um ihre Nachhaltigkeitsziele zu erreichen und die Wirtschaftlichkeit zu steigern. MVV übernimmt auf Wunsch auch die Finanzierung, die Umsetzung der Maßnahmen und den nachhaltigen Betrieb der energetischen Infrastruktur. Wie sieht die Umstellung auf die innovative, intelligente Energiesteuerung aus? Soll die Fahrzeugflotte schrittweise auf E-Mobility umgestellt werden? Und falls ja: Wo laden die Mitarbeiter die firmeneigenen Fahrzeuge auf, und wie erfolgt die effiziente Abrechnung für das Aufladen am Wohnort? Solche Fragen stehen für die nächste Zeit auf der Agenda vieler Unternehmen. Für viele ein „Gordischer Knoten“ – EEaaS bietet die Antwort. Die digitale Transformation macht das Energie-Ökosystem effizienter, zuverlässiger, sicherer und reduziert gleichzeitig die Umweltauswirkungen. EEaaS senkt Energiekosten und Emissionen, indem alle verfügbaren Energiequellen und Verbraucher, einschließlich erneuerbarer Energien, über ein intelligentes Energiema nagementsystem hochauflösend gemessen, überwacht und anschließend für die Nutzung beim Kunden in Echtzeit optimiert werden. Anlagen können in ein virtuelles Kraftwerk integriert, dezentrale Erzeugungsanlagen mit flexiblen Verbrauchern gebündelt werden. Bündelung und Poolbildung ermöglichen die nahtlose Erhebung, Verwaltung und Übermittlung von Umweltdaten in Zusammenhang mit der Energienutzung und erlauben den Nutzern, die betrieblichen Abläufe ihrer Erzeugungsanlagen, ihrer steuerbaren Verbraucher und/ oder ihrer Speicher zu automatisieren. Über das virtuelle Kraftwerk verknüpft MVV Flexibilitäten in Form von unterbrechbaren Verbrauchern und Energiespeichern automatisch mit Preissignalen an den Energiemärkten. MVV ist stolz auf die Zusammenarbeit mit ABB bei diesem Rundum-Service, der eine praktische Möglichkeit ist, um eine dezentrale und effiziente Energieversorgung bei gleichzeitiger Reduzierung des Energieverbrauchs zu verwirklichen, und der nachhaltige betriebliche Abläufe erreichbarer und skalierbarer macht. Der Service basiert auf dem energiewirtschaftlichen Know-how und den Lösungen von MVV und ist eng in „ABB Ability“ Energiemanagement für Standorte – „Optimax“ for Industrials & Commercials – integriert. • Nachhaltigkeitsziele erreichen mit „Energy and Efficiency as a service“ BWK BD. 71 (2019) NR. 10 15

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