Aufrufe
vor 2 Monaten

10-2019

  • Text
  • Energien
  • Meter
  • Wasserstoff
  • Energie
  • Beispielsweise
  • Digitale
  • Digitalisierung
  • Energiewende
  • Deutschland
  • Unternehmen

S P E C I A L K l i m a

S P E C I A L K l i m a s c h u t z Klimaschutz und unternehmerisches Engagement Hand in Hand Wer sich sehenden Auges durch Deutschland bewegt, erkennt den Wandel fast überall. Immer mehr Photovoltaik- und Windkraftanlagen machen sichtbar, dass die Energiewende voranschreitet. Den sichtbaren Teil der Dekarbonisierung und Dezentralisierung begleitet der unsichtbare Teil der Digitalisierung. Gleichzeitig verstärkt sich derzeit spürbar die gesellschaftliche Debatte rund um den Klimaschutz. Der öffentliche Diskurs setzt Impulse in Richtung der agierenden politischen Instanzen und verstärkt deren Sensibilität und Handlungsdruck. Damit erhöht sich die Geschwindigkeit des Wandels und stellt unsere Branche vor die Aufgabe, die radikalen Umstellungen auf erneuerbare Energien zu meistern. Wenn man es genau betrachtet, ist somit die deutsche Energiewende nicht nur das größte IT- Vorhaben aller Zeiten, es ist gleichzeitig auch ein riesiges Klimaschutz-Projekt. Bisher wird die Investition in die nachhaltige Energie mit hoher Verlässlichkeit und technischer Stabilität vorangetrieben – das lässt sich an der Versorgungssicherheit in Deutschland ablesen und ist beeindruckend. Dies ist unter anderem ein Ergebnis des Einsatzes modernster digitaler Informations- und Kommunikationstechnologien. Diese sind Voraussetzung und Handwerkszeug für den Klimaschutz und die Erreichung der damit verbundenen Ziele. Informationstechnologien sind die technologische Basis für die Sektorenkopplung, für die Datenkommunikation in den intelligenten Netzen der Zukunft oder auch der intelligenten Auswertung von Verbrauchs- und Netzzustandsdaten. Als IT-Spezialist und Multi-Cloud-Service-Integrator leisten wir mit unseren Lösungen unseren Beitrag zum Klimaschutz, also zum nachhaltigen Energieund Ressourcenmanagement. Einerseits unterstützen wir unsere Kunden mit Lösungen und Produkten, die das Effizienzstreben bei der Digitalisierung unterstützen. Künstliche Intelligenz (KI) ergänzt unsere Produkte in deren Wirkungsgrad: Die massendatenbasierten Anwendungen können rund um die Uhr große und komplexe Daten unlimitiert verarbeiten, Muster erkennen, reagieren und so Ressourcen schonen. Von der Netzlastprognose über die Kraftwerkssteuerung bis zu vorausschauender Wartung und Energiemanagement: Kaum ein anderes Projekt kann in dem Maße von KI profitieren wie die deutsche Energiewende – denn mit KI werden Abläufe effizienter, Anlagen leistungsfähiger und Prozesskosten geringer. Andererseits gibt es in unserem eigenen Kosmos – der Bertelsmann Unternehmensgruppe – seit vielen Jahren strategisch übergreifende Projekte mit der Zielsetzung, unsere unternehmerischen Aktivitäten noch stärker in Einklang mit unserer Umwelt zu bringen. Das erreichen wir beispielsweise mit der stetigen Optimierung der Energieversorgungsprozesse unserer eigenen Rechenzentren. Ein anderes schönes Beispiel ist unser Energiedatenmanagement über alle Arvato-Bereiche hinweg. Dabei werden an unseren Standorten weltweit Umweltdaten erfasst, analysiert und ausgewertet – und Verbesserungen im Bereich Ressourceneinsatz abgeleitet und umgesetzt. Uns treibt es an, Klimaschutz und kommerzielle unternehmerische Verantwortung gleichzeitig in den Vordergrund unseres Handelns zu stellen. • H a r t m u t F r i e s Geschäftsführer der Arvato Systems Perdata GmbH, Leipzig Bild: Arvato Systems Perdata 20 BWK BD. 71 (2019) NR. 10

A k t u e l l e s D I G I T A L F O R U M Flexibilität vollautomatisch vermarkten Um den Kraftwerksbetrieb zu optimieren und Flexibilitäten im Kurzfristhandel oder am Regelleistungsmarkt zu vermarkten, wird Spezialsoftware benötigt. „BoFit“ von der Aachener Procom GmbH ist eine solche Lösung. Basierend auf einem Modell, das Erzeugungsoder Handelsportfolios abbildet, prüft sie mögliche Einsatzszenarien der Anlagen und optimiert sie gegen die vorhandenen Marktkanäle. Dabei berücksichtigt BoFit technische Restriktionen der Erzeugungs anlagen, verfügbare Speicherkapazi - täten, Brennstoffkosten, Wetter-, Bedarfs- und Preisprognosen sowie sämtliche Lieferverpflichtungen. Einsatz findet BoFit bei Eon im iQ CHP, dem „intelligenten Kraftwerk“ in Grenzach- Wyhlen. www.procom.de Die Petko GmbH vernetzt die Druckluftanlagen und deren Bestandteile mit der Telekom-„Cloud der Dinge“ . Bild: Telekom Druckluft aus der Ferne überwachen und optimieren Die Petko GmbH in Leuna nutzt die „Cloud der Dinge“ der Deutschen Telekom zur Überwachung ihrer Druckluftanlagen im Internet der Dinge (IoT). Damit hat Petko künftig alle vernetzten Druckluftanlagen und deren Bestandteile – beispielsweise Kompressoren und Trockner – im Blick. Auffälligkeiten oder Fehler werden schneller erkannt. Die Druckluftanlagen teilen automatisch mit, ob und welche Reparaturen nötig sind und erinnern rechtzeitig an anstehende Wartungen. Tendenzen können durch gezielte Programmierung früher angezeigt werden. Die Cloud der Dinge ermöglicht eine Zustandsänderung im Trend anzuzeigen, bevor Ausfälle auftreten können. Anhand der aufgezeichneten Daten können Fehler schon bei Petko durch Techniker eingegrenzt werden. Das beschleunigt Serviceeinsätze und spart Zeit sowie Geld. Mehr als 800 Kunden in Industrie, Handwerk und Medizin setzen auf Drucklufttechnik von Petko. Das Unternehmen rüstet die Anlagen mit zusätzliche Sensoren aus und vernetzt diese über Bus-Schnittstellen. So werden kontinuierlich Zustandsdaten wie Temperaturen, Drücke, Stromaufnahmen oder Betriebsstunden erfasst und verschlüsselt in die Cloud der Dinge übermittelt. Die Telekom speichert die Daten in deutschen Rechenzentren nach deutschem Datenschutzrecht. Die Cloud der Dinge wertet alle Daten aus und visualisiert sie kundenspezifisch im eigenen Portal von Petko. Über definierte Schwellenwerte lassen sich Alarme für den Techniker von Petko auslösen. So kann bei Unregelmäßigkeiten oder Störungen frühzeitig und gezielt eingegriffen werden. Darüber hinaus ermöglichen die gesammelten Daten, Aussagen zur Energieeffizienz der Druckluftanlagen zu treffen. Dies hilft bei Optimierungen und Investitionsentscheidungen. www.telekom.de Systeme wie das dreiphasige Arbeitsnormal PWS 2.3 genX erfüllen alle Kriterien der Eichbehörden für Anwendungen in der E-Mobilität. Bild: EMH Energie-Messtechnik An der Ladesäule zuverlässig Strom tanken Wie für Zapfsäulen traditioneller Tankstellen gelten auch für E-Ladesäulen eichrechtliche Vorgaben. Öffentliche Stationen müssen zwingend über Messsysteme verfügen, die nach präzisen technischen Vorgaben die Menge des abgegebenen Stroms erfassen und jeden Ladevorgang dokumentieren. Die EMH Energie-Messtechnik GmbH in Brackel stellt die nötige Prüftechnik zur Verfügung, damit die eingesetzten Energiezähler regelkonform nachgeeicht werden können. Die Geräte können laut Anbieter stationär oder mobil für verschiedene Zwecke eingesetzt werden. www.emh.eu BWK BD. 71 (2019) NR. 10 21

Ausgabenübersicht