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10-2019

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K O M M E N T A R Die Energiewelt im dynamischen Wandel Nicht nur die Energiewelt befindet sich in einem dynamischen Wandel, auch die BWK geht neue Wege – mit einem frischen Layout, mit gewohnt fundierten und umfassenden Daten und Fakten sowie vor allem Meinungen, die zur Diskussion anregen sollen. Und Stoff für Diskussionen gibt es genug. Denn es ändert sich viel in der Energieversorgung, aber auch in der Energienachfrage und den Rahmenbedingungen. Interessant ist ein Rückblick auf die letzten 71 Jahre, denn so „jung“ ist die BWK bereits. Mit Beginn des Bundesrepublik Deutschland stand der Wiederaufbau an erster Stelle, die Energiewelt wurde durch Förderung und Verfügbarkeit von Kohle geprägt. Neue Kraftwerke, Energietechnik und Wirkungsgradsteigerung standen im Vordergrund – auch bei der fachlichen Berichterstattung. Die 60er-Jahre wurden durch die Einführung nennenswerter Ölmengen, durch die Motorisierung und durch den Rückgang der deutschen Kohleförderung geprägt. Wintersmog führte zu ersten intensiven Umweltdiskussionen. Die beiden Ölpreiskrisen prägten die 70er-Jahre. Sonntagsfahrverbote und für kurze Zeit begrenzte Benzinmengen veränderte das Denken. Politisch umstrittene Öllieferverträge mit Russland wurden abgeschlossen, neue Ölkraftwerke in Deutschland vom Netz genommen und der Ausbau der Kernenergie beschlossen. Erste Einspargesetze, zum Beispiel bei der Wärmedämmung von Gebäuden, folgten. Die 80er-Jahre waren geprägt durch den Ausbau der Gaswirtschaft, der Förderung von Öl und Erdgas in der Nordsee, durch Prototypanlagen bei erneuerbaren Energien – wie zum Beispiel die 3-MW- Windkraftanlage „Growian“. Das Waldsterben führte zu politischen Maßnahmen zur Luftreinhaltung, wie Entschwefelung und Entstickung von Kraftwerken, schwefelfreies Benzin und Heizöl. Die Diskussion um den weiteren Ausbau der Kernenergie verschärfte sich, gefordert wurde, Energie rationeller zu nutzen und einzusparen. „Die Energie - wende ist bei weitem noch nicht gelöst. Sie bedarf der fachlichen disziplin - übergreifenden Kommunikation.“ Weitere Veränderungen in der Energiewelt begannen in den 90er-Jahren. Die „Stromwirtschaft“ und „Gaswirtschaft“ wurden liberalisiert. Es entstand Wettbewerb, die gesetzlichen Rahmenbedingungen zur Aufrechterhaltung der Versorgungssicherheit wurden intensiv diskutiert und mehrfach verändert. Eine weitere Aufgabe war die Modernisierung der gesamten Energietechnik in den neuen Bundesländern. Die Umweltvorschriften verschärften sich weiter. International begannen mit der Konferenz in Rio de Janeiro Klimagasreduktionsgespräche mit nachfolgenden internationalen Vereinbarungen – Energieeffizienz, Reduktion des Verbrauchs fossiler Energieträger, massiver Ausbau erneuerbarer Energien stehen bis heute auf der Anforderungsliste für die Energiewelt. Der Kernenergieunfall in Japan im Jahr 2011 führte zur Abschaltung älterer Kernkraftwerke in Deutschland und zu dem Beschluss, im Jahr 2022 das letzte Kernkraftwerk abzuschalten. Das immer wieder aktualisierte EEG ermöglichte einen massiven Ausbau der Photovoltaiksowie der Windenergieanlagen on- und offshore. Damit traten erhebliche neue Anforderungen an den Netzausbau auf, die bis heute nicht gelöst sind. Regenerativer Überschussstrom tritt immer häufiger auf, es fehlen Elektrizitätsspeicher und der Ausbau und Neubau von über 3 000 km Hochspannungsleitungen. Daneben hält die Informationstechnik zunehmend Einzug in die Energiewelt. Dies ermöglicht virtuelle Kraftwerke – die Zusammenschaltung von hunderten kleineren räumlich zum Teil weit getrennten Photovoltaik-Anlagen in Verbindung mit Batterien. Neue Netzanforderungen werden entstehen – aber auch viele Fragestellungen energiepolitischer, energierechtlicher und energieorganisatorischer Art. Die angestrebte Energiewende ist bei weitem noch nicht gelöst. Für die BWK bedeutet all dies, dass die zu behandelten Themen noch vielseitiger geworden sind und werden. Sie gehen bereits seit Jahrzehnten weit über die Technik hinaus. Wie in den letzten 71 Jahren folgt die BWK ihrer Aufgabe – und ab jetzt „in neuem optischen Gewand“. • Prof. Dr.-Ing. H e r m a n n - J o s e f W a g n e r Leiter des Lehrstuhls Energiesysteme und Energiewirtschaft der Ruhr-Universität Bochum und Redaktionsbeirat der BWK. (Bild: Sabine Bungert) BWK BD. 71 (2019) NR. 10 3

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