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D I G I T A L F O R U M

D I G I T A L F O R U M S m a r t M e t e r i n g Tagsüber erzeugt die Solaranlage Strom, der in optimierter Fahrweise von Verbrauchern (wie Kühlgerät, Waschmaschine, Wärmepumpe) im Haus genutzt oder gespeichert oder ins Netz eingespeist wird. Nachts versorgt der Speicher die Endverbraucher, zum Beispiel ein Elektromobil. Ist dieser leer, wird Strom aus dem Netz bezogen. Bild: energybase Intelligentes Messsystem und Mehrwertdienstmodul Kombiniert wird ein Schuh draus Ein Energiemanagementsystem, das direkt mit dem Smart Meter Gateway (SMGW) verbunden ist, könnte zum Katalysator für den Rollout intelligenter Messsysteme werden. SMGW-Hersteller Theben hat dies durch die Zusammenarbeit mit dem EnBW-Start-up energybase realisiert und deren gleichnamige Energiemanagement-Lösung integriert. Manchmal entwickeln sich die Dinge in der Energiewirtschaft rasant. Noch vor zwei Jahren wurde über „Mehrwertdienste“, die auf SMGW-Basis realisiert werden, rein hypothetisch diskutiert. Heute stehen den Versorgern vermarktbare Produkte zur Verfügung – obwohl der Pflicht-Rollout intelligenter Messsysteme (iMSys) noch immer auf sich warten lässt. Was die These untermauert: Das eigentliche Geschäftsmodell liegt nicht im Smart Meter Gateway, sondern dahinter – genauer gesagt: in Applikationen, die auf Basis von Messdaten und/oder über seine CLS-Schnittstelle umgesetzt werden. 34 BWK BD. 71 (2019) NR. 10

S m a r t M e t e r i n g D I G I T A L F O R U M Das gemeinsame Projekt zwischen dem SMGW-Hersteller Theben AG und dem EnBW-Startup energybase ist dafür ein beredtes Beispiel. Anfang 2019 wurde es beschlossen, heute gibt es etliche Live- Anwendungen. Und so funktioniert es: Energybase verfügt über ein innovatives Energiemanagementsystem dessen selbstlernender Algorithmus den Energieverbrauch beim Kunden automatisch optimiert und die Energieflüsse im Haus steuert. Dabei greift die energybase.box, die im Zählerschrank des Kunden verbaut ist, auf die Mess- und Steuertechnik der Anlagen und Geräte im Haushalt des Endnutzers zu. Die selbst entwickelte Lösung – zunächst für den Stand-alone-Betrieb konzipiert – wird innerhalb des EnBW- Konzerns genutzt, kommt als White- Label-Produkt aber auch bei etlichen Stadtwerken, Herstellern und Großhändlern zum Einsatz. Chance, in die Rolle eines aktiven EMT zu schlüpfen Conexa 3.0 andererseits, das SMGW von Theben, verfügt über ein separates Aufsteckmodul mit frei konfigurierbaren CLS-Schnittstellen. Darin hat Theben die Firmware von energybase implementiert. Somit steht die gesamte Funktionalität des Energiemanagementsystems direkt am SMGW zur Verfügung. Und dies besonders sicher, denn der Datentransfer läuft hier über die zertifizierte CLS-Schnittstelle. In dieser Konstellation versetzt die Software von energybase ihre Nutzer in die Lage, in die Rolle eines aktiven externen Marktteilnehmers (EMT) zu schlüpfen. Sie kann Applikationen verwalten, Informationen von Geräten abfragen und Geräte schalten. Da die Software auf das SMGW portiert werden kann, entfällt die sonst notwendige Steuerbox. Das gemeinsame Mehrwertangebot von Theben und energybase adressiert somit nicht zuletzt Endkunden, die Photovoltaik-Anlagen betreiben. Das sind neben Eigenheimbesitzern vermehrt auch Gewerbe- und Landwirtschaftsbetriebe. Stadtwerken und Versorgern bietet das Mehrwertmodul ad hoc attraktive Perspektiven. Sie verfügen damit über ein Produkt, das bei den Kunden gut ankommt, weil diese damit Stromerzeugung und -verbrauch optimieren können – Stichwort Kundenbindung. Mehr noch: Stadtwerke und Energieversorger können die Mehrwertdienste zu einem veritablen neuen Geschäftsfeld aufbauen. Sie hätten damit ein neues Ventil, um den Margendruck im Stammgeschäft abzufedern. Und auch der Rollout intelligenter Messsysteme gestaltet sich kalkulatorisch leichter, weil den regulierten Installations- und Betriebskosten intelligenter Messsysteme zusätzliche Einnahmen gegenüberstehen. Das SMGW und das intelligente Energiemanagementsystem befruchten sich also gegenseitig. „Jeden Pflicht - einbaufall zum Mehrwertangebot machen“ Welches Potenzial hier schlummert, wird klar, wenn man sieht, was die Soft- ware in Summe leisten kann. „Mit energybase bewegen wir uns heute in drei Dimensionen“, erläutert der Leiter des EnBW Startups, Dominik Gluba. „Erstens ermöglicht es ein umfassendes Home Energy Management, das heißt, mit der Lösung können Endkunden ihren Eigenverbrauch optimieren, sämtliche Energieflüsse im Haus monitoren und jederzeit alle Anlagenbestandteile auf Funktion überprüfen – App- oder portalbasiert und herstellerunabhängig. Konkret können wir heute mit PV-Wechselrichtern, Batteriespeichern, Wärmepumpen, Heizstäben, Wallboxen für E-Mobile, Schaltboxen sowie Geräten für Wandler- und Zusatzmessung sprechen. Zweitens können Verteilnetzbetreiber damit ein intelligentes Lastmanagement realisieren. Und drittens sind Cloud-Solutions möglich. Hier entwickeln wir mit beziehungsweise für Kunden Cloud- und Community-Modelle, mit denen unsere Partner in die Lage versetzt werden, Stromgemeinschaften als Ergänzung für bestehende oder als komplett neue Produkte anzubieten.“ Aktuell sind Theben und energybase dabei, das gemeinsame Produkt zu optimieren und zur Serienreife zu bringen. Das soll im ersten Quartal des kommenden Jahres der Fall sein. Ruwen Konzelmann, Leiter des Geschäftsbereich Smart Energy der Theben AG, fühlt sich in der ganzheitlichen Ausrichtung des iMsys bestätigt: „Mit energybase können Versorger praktisch jeden Pflichteinbaufall intelligenter Messsysteme zum Mehrwertan gebot machen. So kann der Rollout für alle Beteiligten zur Erfolgsgeschichte werden.“ • www.theben.de, www.energybase.com ProfitierenauchSievonunseremKnow-how ausderPraxis.MitunserenExpertenfürGateway- AdministrationundMessdaten-Management bringenSieIhreProzessezumLaufen,sowohlim grundzuständigenalsauchimwettbewerblichen Messstellenbetrieb. www.gwadriga.de WirbietenIhneneinenFull-Serviceundmehr: •NahtloseIntegrationIhresERP-Systems •Mehrsparten-Metering •Visualisierung •CLS-Management

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