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10-2019

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D I G I T A L F O R U M

D I G I T A L F O R U M P l a t t f o r m l ö s u n g e n Auf der Homepage von Three for Utility zählt eine Uhr die Tage, Stunden und Minuten bis 2025 herunter. Damit niemand rätseln muss: Welche Botschaft verbirgt sich hinter dem Countdown? Moritz: Ein großer Software-Anbieter hat für 2025 die Wartung für seine jetzige Lösung angekündigt. Das hat bei den Stadtwerken, die diese Software nutzen, Verunsicherung ausgelöst, denn damit ist für die Kunden ein Umstiegsszenario verbunden. Wir von Three for Utility nehmen wahr, dass sich viele Versorger Gedanken machen, wie sie den künftigen Herausforderungen im Energiemarkt begegnen sollen. Viele stellen fest, dass die Strategie ihres IT-Partners nicht mit den eigenen Anforderungen zusammenpasst. Wir gehen davon aus, dass sich zahlreiche Unternehmen am deutschen Versorgungsmarkt bis 2025 neu orientieren werden. Mit unserem Dreierteam können wir für diese Unternehmen eine funktional und kostenseitig attraktive Alternative bieten. Unser Angebot adressiert speziell große EVU in den Marktrollen Vertrieb und Netzbetrieb ab 250 000 Kunden beziehungsweise Zählpunkten. „Gesamtlösung aus ERP, CRM und Portal bereitstellen“ Guido Moritz Stefan Adler, Prokurist der ITC AG, Dresden: „Wir versuchen, den Unternehmen die Verunsicherung zu nehmen.“ Bild: ITC Dr.-Ing. Guido Moritz, Vorstandsvorsitzender der SIV.AG, Roggentin: „Wir gehen davon aus, dass sich zahlreiche Unternehmen neu orientieren werden.“ Bild: SIV bevorzugen eben On-Premise- oder Hybrid-Lösungen. Unsere Lösungen stehen zudem für kurze Time-to-Market und kontinuierliche Innovation. Was bringen die drei Partner jeweils mit? Adler: ITC nimmt mit über 400 Installationen eine führende Rolle im Bereich der Portal-Applikationen ein, und das seit gut 20 Jahren. Wir decken alle erforderlichen Prozessbereiche eines EVU ab, vom klassischen Serviceportal bis zur Smart-Meter-App. Unser Fokus liegt darauf, Endkundenprozesse zu realisieren und zu digitalisieren. Rühl: Ähnlich wie ITC bei Portalen werden „Evi“ für Energievertriebe und „Tina“ für Verteil- und Übertragungsnetzbetreiber im Bereich CRM als marktführende Lösungen bewertet. Mit Evi und Tina erhalten EVU praxisbewährte und mehrfach ausgezeichnete CRM-Lösungen, die unsere Erfahrung aus mehr als 30 Jahren und über 500 Projekten bündeln. Mehr als 75 mittelgroße und große Unternehmen der Energiewirtschaft setzen bei CRM-Software und Beratung auf Cursor. Moritz: SIV steht für ein ERP-System mit allen Komponenten, die ein Versorger braucht, um seine kaufmännischen Prozesse im EVU vollständig abzubilden. Darüber hinaus bieten wir Rechen - zentrumsdienstleistungen und natürlich Prozessdienstleistungen im Outsourcing. Können Sie diese Alternative bitte einmal grob skizzieren? Moritz: Wir gehen davon aus, dass die Unternehmen – getrieben durch Kräfte wie Regulierung, Wettbewerb und Digitalisierung – den Fokus mehr und mehr auf Endkundenprozesse legen. Unser Anspruch ist es, eine Gesamtlösung aus ERP, CRM und Portal für die Energiewirtschaft bereitzustellen. Basis dafür sind unsere Produkte, mit denen insgesamt mehr als 500 Unternehmen der Ver - sorgungswirtschaft sehr erfolgreich arbeiten. Diese Symbiose aus ausgereiften Produkten nach dem Best-of-Breed-Modell bietet Investitionssicherheit, Nachhaltigkeit, Agilität und Flexibilität. Beispiels - weise gibt es keinen Zwang, in die Cloud zu gehen. Darin sehen wir zwar deutliche Mehrwerte, aber manche Unternehmen Thomas Rühl, Vorstandsvorsitzender der Cursor Software AG, Gießen: „Der Kunde bekommt das Beste aus jedem Bereich und kann flexibel kombinieren.“ Bild: Cursor „Kunden wählen jeweils die besten Spezialisten“ Guido Moritz Aber es gibt auch Überschneidungen im Portfolio. Beispielsweise verfügt „kVASy“ von SIV auch über CRM-Komponenten. Wie gehen Sie mit solchen Doppelungen um? Moritz: Es gibt in der Tat Dopplungen, die haben wir auch auf der Portalseite mit ITC. Aber im Zielkundensegment großer EVU kommen diese Überschneidungen nicht wirklich zum Tragen. Die bisherigen gemeinsamen Referenzprojekte zeigen, 40 BWK BD. 71 (2019) NR. 10

P l a t t f o r m l ö s u n g e n D I G I T A L F O R U M dass die Kunden eine Kombination der Lösungsbausteine für die verschiedenen Bereiche anfragen. Sie verfolgen genau diesen Best-of-Breed-Ansatz, wollen also aus jedem Bereich den besten Spezialisten mit seiner Lösung. Wo liegen die Mehrwerte für die drei Kooperationspartner? Adler: Sowohl mit Cursor als auch mit SIV arbeiten wir seit über 15 Jahren in verschiedenen Teilbereichen partnerschaftlich zusammen. Bisher ging es in den Projekten entweder um CRM plus Portallösung oder ERP plus Portallösung. Jetzt sprechen wir sozusagen mit einer Stimme und können im Dreiergespann dem Markt flexible Komplettlösungen anbieten. In dieser Konstellation lassen sich auch komplexe Anforderungen viel leichter umsetzen. „Der Fokus liegt auf Komplexitäts - reduzierung“ Thomas Rühl Welche Vorteile bietet den Kunden das Three-for-Utility-Modell? Rühl: Kunden erhalten eine ganzheitliche Energiemarktlösung aus ERP, CRM und Portal aus einer Hand. Da jeder der Partner in seinem Kernsegment exzellente Expertise mitbringt, bekommt der Kunde das Beste aus jedem Bereich und kann flexibel kombinieren. Durch die praxis - erprobte Verzahnung der Systeme ist eine schnelle und damit auch wirtschaftliche Einführung der Gesamtlösung möglich. Als offenes und modulares System bietet die Gemeinschaftslösung den Kunden hohe Flexibilität bei der Umsetzung von Prozessen. Bei steigendem Kostendruck in Netz und Vertrieb sowie zunehmend komplexen Anforderungen bietet die IT- Allianz auch in wirtschaftlicher Hinsicht eine echte Alternative. Zusammenarbeit braucht Organisation. Könnte eine Plattform für die Kooperation auch ein gemeinsames Unternehmen sein? Rühl: Der Aufbau einer gemeinsamen Marke steht momentan im Vordergrund. Unser Ziel auf der Lösungsseite ist es, einen Softwarestandard zu bieten, der die Komplexität für Anwender reduziert. Er muss sich leicht implementieren lassen und trotzdem genügend Freiraum für individuelle Erweiterungen lassen. Unsere Zusammenarbeit bei Three for Utility unter dem Dach eines Gemeinschaftsunternehmens zu organisieren, ist eine Option, die uns für die Zukunft offensteht. Sie sprachen von Verunsicherung bei vielen Versorgern. Was meinen Sie damit genau? Adler: Die Verunsicherung bei den Unternehmen resultiert aus dem Umstand, dass hinter dem Wartungsende der Software des erwähnten Anbieters ein großes Fragezeichen steht. Zwar gibt es ein neues Technologieszenario, aber die komplexen Geschäftsprozesse für die Versorgungswirtschaft existieren auf der neuen Plattform noch nicht. Das erzeugt ein gewisses Vakuum. Man weiß nicht, wie es weitergehen soll, muss sich aber langsam auf den Weg machen, weil Migrationsprojekte eine gewisse Laufzeit haben. Diesen Kunden versuchen wir die Verunsicherung zu nehmen. Moritz: Wir sehen zwei Ursachen: Teilweise hatten die Unternehmen schon in der Vergangenheit massive Probleme, beispielsweise regulatorische Anforderungen wie Formatwechsel oder das Messstellenbetriebsgesetz umzusetzen. Das hat zu großen Aufwänden geführt. Vor diesem Hintergrund machen sich die Unternehmen jetzt Gedanken, wie sie die digitale Endkundenschnittstelle zukünftig sinnvoll gestalten können. Wie geht man mit Dingen wie Elektromobilität und Mieterstrom um? Mit diesen Erfahrungen und Bedenken im Kopf kommen viele Entscheider an den Punkt, das bisherige Gesamtszenario in Frage zu stellen. „Können schon heute Projekte bedienen“ Stefan Adler Wo steht das Projekt Three for Utility heute? Adler: Wie gesagt, es existieren ausgereifte Schnittstellen zwischen den Systemen, die sich im Produktivbetrieb bewährt haben. Wir sind also schon heute in der Lage, Projekte zu bedienen. Was wir jetzt noch konkretisieren und harmonisieren müssen, ist der Marktauftritt. Daran arbeiten wir mit Hochdruck. Welches Echo gibt es aus dem Markt? Rühl: Das Interesse hat unsere Erwartungen übertroffen. Wir haben das Konzept auf diversen Veranstaltungen vorgestellt. Die Reaktionen der Teil - nehmer zeigen, dass wir den Nerv vieler Versorger getroffen haben. Auf einem speziellen Informationstag am 19. November 2019 werden wir interessierten Unternehmen unser Projekt detailliert vorstellen. Was sind Ihre Kernbotschaften an den Markt? Rühl: Es gibt eine interessante alternative IT-Plattform für die Energiewirtschaft. Moritz: Die Unternehmen sollten sich ohne Berührungsängste neue Lösungsansätze anschauen. Adler: Warten bedeutet Zeitverlust. Wir sind heute startklar. Meine Herren, vielen Dank für das Gespräch. www.threeforutility.de Moritz: Was für den Markt auch ein klarer Vorteil ist: Unsere Unternehmen kennen den deutschen Versorgungsmarkt bestens. Das gemeinsame Lösungsportfolio basiert auf dieser Marktkenntnis und ist genau darauf zugeschnitten. BWK BD. 71 (2019) NR. 10 41

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