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T I T E L T H E M A E n

T I T E L T H E M A E n e r g i e v e r s o r g u n g Dank Kraft-Wärme-Kopplung spart das Blockheizkraftwerk bis zu 40 % Primärenergie im Vergleich zur herkömmlichen getrennten Energieerzeugung. Bild: Buderus Zwei Gas-Brennwertkessel ergänzen das BHKW, um Spitzenleistungen abzufangen. Bild: Buderus Im BHKW arbeiten ein Gasmotor, ein Drehstromgenerator und ein Wärmeaustauschersystem zusammen. Bild: Buderus Hans Bretz vom Bauträger und Anlagenbe - treiber LKW Kitzingen hat alle Einstellungen des BHKW jederzeit über den Farb-Touchscreen der Modulsteuerung im Blick. Bild: Buderus des ganzen Jahres. „Weil wir in Marshall Heights so viele Wohneinheiten mit Energie versorgen müssen, lag es auf der Hand, ein BHKW zu nutzen“, sagt Norbert Lucas von HWH Engineering in Iphofen, der die Planung der Anlage verantwortet hat. Im Inneren des BHKW arbeiten ein Gasmotor, ein Drehstromgenerator und ein Wärmeaustauschersystem zusammen. Für die Stromerzeugung treibt der Motor den Generator an, der Strom wird entsprechend des aktuellen Bedarfs genutzt oder ins Netz eingespeist. Die bei der Energieumwandlung entstehende Abwärme wird über einen Glattrohrwärmeaustauscher an das angeschlossene Heizungssystem übertragen. Das BHKW ist auf lange Laufzeiten ausgelegt: Je länger es läuft, desto mehr Strom erzeugt es und desto wirtschaftlicher ist sein Betrieb. Zudem ist es besonders effizient: Die Energie des Brennstoffs Gas nutzt es zu rund 92 % aus, und im Vergleich zur herkömmlichen getrennten Energieerzeugung spart das BHKW rund 40 % der erforderlichen Primärenergie und damit auch CO 2 -Emissionen. Für die SHK-Fachfirma RGT aus Estenfeld erwiesen sich die schmale Form und die Modulbauweise des BHKW als klarer Vorteil: „Die Installation des BHKW war schnell und unkompliziert“, sagt Installateur Sven Uhle. „Und dank des modularen Innenaufbaus wird auch die Wartung komfortabel sein.“ Auch im täglichen Betrieb punktet das BHKW mit integrierter Steuerungseinheit. Hans Bretz, Projektleiter beim Bauträger und Anlagenbetreiber Licht-, Kraft- und Wasserwerke Kitzingen GmbH (LKW), überwacht alle Parameter bequem über den Farb-Touchscreen, der jederzeit alle Betriebsmeldungen und aktuellen Einstellungen anzeigt. Die Steuerung übernimmt außerdem den Start-Stopp-Vorgang und synchronisiert das BHKW mit dem Stromnetz. Perfekte Ergänzung Um Spitzenlasten abzufangen, ergänzen die beiden Gas-Brennwertkessel Logano plus SB745-800 das BHKW. Die Wärmeerzeuger mit einer Nenn- 18 BWK BD. 71 (2019) NR. 12

E n e r g i e v e r s o r g u n g T I T E L T H E M A Über ein Nahwärmenetz wird die zentral erzeugte Wärme an die einzelnen Gebäude verteilt. Bild: Buderus Im zentralen Heizhaus sind das BHKW, die Gas-Brennwertkessel sowie die Pufferspeicher untergebracht. Bild: Buderus Die beiden Pufferspeicher haben ein Fassungsvermögen von je 5 500 l. Bild: Buderus wärmeleistung von 800 kW sind auf den Einsatz in großen Objekten ausgelegt und zeichnen sich durch ihre besonders hohe Energieausbeute aus: Die durchdachte Wasserführung mit Kondens plus Nachschaltheizfläche unter dem Feuerraum unterstützt die Kondensation, zudem sorgt ein integriertes Wasserleitelement für eine optimale Wasserverteilung und höheren Brennwertnutzen, indem kälteres und wärmeres Rücklaufwasser getrennt bleiben. Dank Durchbrand-Feuerraum ist die Verbrennung besonders sauber und emissionsarm. Darüber hinaus ist der Betrieb dank schalloptimierter Heizgasführung und dem integrierten Ab - gasschalldämpfer besonders leise. Der Gas-Brennwertkessel ist werkseitig verkleidet und isoliert, was zum einen Wärmeverluste minimiert und zum anderen die Montage beschleunigt. Sein niedriger wasserseitiger Widerstand ermöglicht es, den Kessel komfortabel in Systeme zu integrieren und mit weiteren Wärmeerzeugern wie einem BHKW zu kombinieren. „Alle Buderus- Heiztechnikkomponenten sind optimal aufeinander abgestimmt, sodass wir das gesamte System schnell montieren und installieren konnten“, so Uhle. Wirtschaftlicher mit Pufferspeichern Die beiden Pufferspeicher Logalux P5500 machen das System komplett: Sie speichern die Überschusswärme des BHKW, sollte es einmal mehr Wärme erzeugen als aktuell gebraucht wird, ohne dass sich das BHKW sofort abschaltet. So gewährleistet das System zum einen die langen Laufzeiten, die das BHKW effizient machen, zum anderen lassen sich mit den Pufferspeichern kurzzeitige Wärmespitzen abdecken. Mit Speicherinhalten von je 5 500 l sind die beiden drei Meter hohen Speicher groß genug, um die Wärmeversorgung in Marshall Heights zu gewährleisten. Wärmeverteilung per Nahwärmenetz Das Heizsystem in Marshall Heights erzeugt die Energie für die Siedlung zentral. Die Wärme wird über ein Nahwärmenetz an die einzelnen Gebäude verteilt. „In den Einfamilienhäusern sind Wärmeübergabestationen und Warmwasserspeicher installiert, die die Bewohner dann wie eine eigene Heizung bedienen können“, sagt Anlagenbetreiber Bretz. Der Bauträger machte sich hier die schon bestehende Wärmeinfrastruktur zu Nutzen: 2005 sanierte die US Army nicht nur alle Wohngebäude, sondern auch das Nah - wärmenetz in der gesamten Siedlung. Die Leitungen waren bis zum Abzug nur ein Jahr in Betrieb und dementsprechend noch in gutem Zustand, als die Renovierungen begannen. Wenn alle Gebäude renoviert sind, können rund 2 000 Menschen in Marshall Heights wohnen. Bisher läuft der Verkauf der 103 Einfamilienhäuser gut, als nächstes sollen die Wohnblocks renoviert und ans Wärmenetz angeschlossen werden. Auch die Infrastruktur der Siedlung wächst: Die Stadt Kitzingen plant, den leerstehenden Kindergarten wieder in Betrieb zu nehmen, zudem möchte eine Verbrauchermarktkette eine Filiale in Marshall Heights eröffnen. „Für die neuen Eigentümer der Ein - familienhäuser war außer den guten Immobilienpreisen vor allem die komfortable Wärmeversorgung ausschlaggebend“, sagt Hans Bretz. Auch der Anlagenbetreiber selbst zieht bereits ein positives Zwischenfazit zur Anlage. „Seit wir das System im November 2016 in Betrieb genommen haben, läuft sie hervorragend, wir sind sehr zufrieden mit der zuverlässig guten Leistung.“ • www.buderus.de BWK BD. 71 (2019) NR. 12 19

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